Eliasfriedhof

ehemaliger Friedhof der Frauenkirche Dresden
Eliasfriedhof

Der Eliasfriedhof in Dresden gilt als kulturhistorisch bedeutendster Friedhof der Stadt.[1] Die seit 1876 stillgelegte und seit 1928 aus verkehrs- und sicherheitspolizeilichen Gründen geschlossene Begräbnisstätte in der Pirnaischen Vorstadt steht unter Denkmalschutz.[2] Der Friedhof wurde auf Grund seiner besonderen Bedeutung im Jahr 2015 in das Förderprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ der Bundesregierung aufgenommen.

GeschichteBearbeiten

Anfänge als Pest- und ArmenfriedhofBearbeiten

 
Johann Georg II. befahl 1680 die Anlage des Pestfriedhofs
 
Verfallene Schwibbogengrüfte an der Südmauer

Im Jahr 1680 wurde die Pest, die bereits zwei Jahre zuvor in Wien ausgebrochen war, nach Dresden eingeschleppt. Innerhalb weniger Monate starben mehr als 5000 Menschen – ein Drittel der gesamten Bevölkerung der Stadt – infolge der Pest. Dresden hatte zu dem Zeitpunkt nur wenige Begräbnisstätten: Der Frauenkirchhof und der Friedhof am Bartholomäus-Hospital waren bereits im 16. Jahrhundert zu klein geworden. Der daraufhin angelegte und 1680 aufgrund der Pest erweiterte Johanniskirchhof vor dem Pirnaischen Tor allein konnte die Toten der Epidemie nicht fassen. Aus Angst vor Ansteckung der Bevölkerung durch die Toten ordnete der wenig später selbst an der Pest erkrankte Kurfürst Johann Georg II. 1680 an, einen als Notfriedhof konzipierten Pestfriedhof außerhalb der Stadt anzulegen. Die Kosten für den Grunderwerb und die Einrichtung desselben sollten aus dem „Gotteskasten“ – einer Sammelbüchse für milde Gaben[3] – bestritten werden. Am 10. Juli 1680 wurde das Bauland vor dem Ziegeltor, „hinter den Lehmgruben und Ziegelbrennereien gelegen“,[4] vom Bürgermeister Viegner (nach anderen Quellen Wiegner) an den Rat zu Dresden verkauft[5] und innerhalb kürzester Zeit der Friedhof auf offenem Feld angelegt.

Nach Abklingen der Seuche wurde das Gelände in den folgenden Jahren als Armenfriedhof genutzt. Die Toten durften kostenfrei durch deren Angehörige selbst beerdigt werden. Auch Ortsfremde, „Selbstmörder, Hingerichtete und Ungetaufte“[6] fanden auf dem „Pestilenzkirchhof“ ihre letzte Ruhestätte. Das Grundstück bestand zu dem Zeitpunkt aus einer unregelmäßigen Fläche,[7] über dessen Aussehen und Gestaltung nichts bekannt ist. Es scheint weder eine Friedhofsmauer noch eine Kapelle gegeben zu haben. Die vermögenden Bürger Dresdens ließen sich auf dem Frauenkirchhof oder dem Johanniskirchhof beisetzen. Oft besaßen reiche Familien dort eigene offene Gruftanlagen, deren Belegungsrecht an die nachkommenden Generationen vererbt wurde. Adelige Einwohner der Stadt konnten zudem innerhalb von Kirchengebäuden, wie der alten Frauenkirche oder der Sophienkirche, bestattet werden.

Friedhof der hohen Stände im 18. und 19. JahrhundertBearbeiten

 
Restaurierte Grufthäuser von George Bähr an der Nordseite des Eliasfriedhofs

Im Jahr 1721 wurde der Johanniskirchhof ein letztes Mal erweitert. Drei Jahre später wurde der bereits 1714 geschlossene Frauenkirchhof auf Beschluss des Rats der Stadt Dresden säkularisiert, um an seiner Stelle die neue Frauenkirche zu erbauen. Als neuer Friedhof für die höheren Stände wurde der Eliasfriedhof gewählt, da der Johannisfriedhof nicht mehr vergrößert werden konnte. Um die neue Funktion als moderne Bestattungsanlage erfüllen zu können, waren umfassende Umbauten nötig, die vom Rat der Stadt beschlossen wurden. Das Friedhofsareal wurde in westlicher Richtung um 4000 Quadratmeter erweitert,[8] das Gelände durch ein Wegenetz gegliedert und von einer Mauer umzogen. Planung und Bauausführung lagen dabei in den Händen von George Bähr und Johann Gottfried Fehre. Valentin Ernst Löscher setzte bei Kurfürst Friedrich August I. das Gruftrecht für den Friedhof durch,[8] sodass Bähr von Mai bis Juli 1723 Gruftbauten mit Schwibbogenfront an der Friedhofsmauer errichten konnte. Es entstanden insgesamt 41 Grufthäuser an der West- und Nordmauer, an die sich an der Ost- und Südmauer nicht überbaute Grüfte anschlossen. Während Grüfte traditionell bereits auf älteren Friedhöfen wie dem Johannis- und Frauenkirchhof angelegt worden waren, stellten geschlossene Grufthäuser eine Neuerung im Dresdner Raum dar.[9] Sie wurden in Reihe angelegt und waren von einem gemeinsamen Dach überdeckt. Während sich im durch ein kunstvolles schmiedeeisernes Gitter verschlossenen oberirdischen Raum oft aufwändig gestaltete Epitaphe befanden, erfolgte die eigentliche Beisetzung in dem mehrere Meter tiefen Gewölbe unter dem Aufbau. Die Grufthäuser wie auch die Schwibbogengrüfte waren begehrt und wurden durch Erbpacht vergeben; konnten als Teil des Privatbesitzes auch verkauft werden. In der Folgezeit wurden auch Erbbegräbnisstätten durch kleineren Gruftausbau im übrigen Gelände angelegt. Die Gräber, mit Ausnahme derer an der Friedhofsmauer, sind nach Osten ausgerichtet.[8] Das Totenbettmeisterhaus, das die Reihe der Grufthäuser unterbricht, wurde erst 1864 im Zuge einer Straßenbegradigung errichtet.[10]

Der Friedhof entwickelte sich auch wegen seiner Grufthäuser in der Zeit Friedrich Augusts I. zur bevorzugten Ruhestätte des Adels und der wohlhabenden Bürger der Stadt. Zur Unterscheidung vom älteren Johannisfriedhof war jetzt die Bezeichnung „Neuer Kirchhof“ üblich, so auch auf der ersten Zeichnung der Erweiterung im Jahr 1724.[11] Wenig später begann sich die Bezeichnung Elias-Kirchhof nach dem Propheten Elija, der Tote erwecken konnte,[12] durchzusetzen. Der erste Beleg dafür findet sich bei Johann Christian Crell.[13] Eine Entlastung des sich bald füllenden Eliasfriedhofs erfolgte durch die Anlage des Trinitatisfriedhofs im Jahr 1815. Dort wurden dann Mitte des 19. Jahrhunderts zehnmal mehr Bestattungen vorgenommen als auf dem Eliasfriedhof,[14] wofür vor allem Platzmangel verantwortlich war.

Der Eliasfriedhof seit seiner Schließung 1876Bearbeiten

 
Eliasfriedhof im Vordergrund 1915 mit ursprünglicher Friedhofsmauer vor der Erweiterung des Güntzplatzes
 
Durch Wurzelwerk zerstörte Grabplatte

Auf Grund eines medizinischen Gutachtens beschlossen die Stadtverordneten Dresdens im August 1864 nach langer Diskussion die Schließung des Eliasfriedhofs.[15] Dafür waren hygienische Bedenken maßgeblich, weil sich bewohnte Gebäude der Stadt dem Friedhof immer mehr annäherten. Aber erst am 13. August 1866 gab die Kirchen-Inspektion bekannt, dass die Schließung in Abstimmung mit der Königlichen Superintendentur, dem Rath zu Dresden und mit Zustimmung des Stadtverordneten-Collegiums sowie mit Genehmigung der Königlichen Kreisdirektion am 4. Mai 1866 in Aussicht genommen sei.[16] Bestehende Grüfte und Grabstellen konnten für weitere 10 Jahre genutzt werden, soweit sie nicht schon vollständig mit Särgen besetzt waren. Denjenigen, die einen Anspruch auf eine Gruft- oder Grabnutzung nachweisen konnten, wurde unentgeltlich eine andere Grabstelle auf dem Trinitatisfriedhof zugewiesen. Am 21. Juni 1876 fand die letzte Bestattung auf dem Eliasfriedhof statt.

Der Friedhof verfiel in den folgenden Jahren zunehmend. Die Grufthäuser im westlichen Teil des Friedhofs waren bereits um 1890 baufällig, weshalb im Jahr darauf die Dächer auf den Grüften 1 bis 10 abgebrochen wurden.[17] Die Güntzgruft blieb vorerst unverändert erhalten. Deren Dach war dann 1925 baufällig und wurde im Auftrag vom Rat der Stadt – Hochbauamt unter Rückbau zu einem Flachdach repariert.[18] Um 1900 begann sich der Efeu auf dem Friedhofsgelände auszubreiten, der ganze Grabfelder überwuchs und den Sandsteingrabmalen zusetzte. Als romantischer Ort wurde er jedoch auch Inspirationsquelle für Maler:[19] Max Pechstein beispielsweise schuf 1906 sein Gemälde Eliasfriedhof in Dresden, während Franz Radziwill den Eliasfriedhof 1927 und 1928 in einem Aquarell und einem Ölgemälde festhielt.[20]

Auf Antrag des »Vereinigten Bezirks- und Bürgervereins der Pirnaischen Vorstadt« wurde im September 1907[21] durch den für die Öffentlichkeit weitgehend geschlossenen Friedhof von der Pestalozzi Straße (damalige Schreibweise, heute Pestalozzistraße) zur Lothringer Straße ein Fußweg angelegt, der mit Holzzäunen gegen das Friedhofsareal abgetrennt wurde. „… wie eine tiefe, nie zu heilende Wunde schneidet seit einigen Jahren ein häßlicher, eingepfählter Weg den Kirchhof in zwei Teile und das Trippeltrappel vieler eiliger Menschenfüße tönt nun tagtäglich hinab zu den Schläfern unterm grünen Rasen“, beklagte der Landesverein Sächsischer Heimatschutz 1912.[22] 1915 legte Oberbürgermeister Otto Beutler die Anregung vor, eine Gedächtnishalle für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Dresdner unentgeltlich einzurichten. Dafür gab es von Seiten der Kirche keine Zustimmung, vielmehr sollte das Gelände verkauft oder ersatzweise gegen städtisches Grundeigentum getauscht werden.[23] Insofern hatte das Ersuchen des Stadtrats, 1918 einen Kinderspielplatz einrichten zu wollen, keine Chance und wurde mit Hinweis auf Verletzung der Pietät rundheraus abgelehnt.[24] In der Folge verfiel der Friedhof, dessen Zukunft ungewiss war und in dessen Pflege kaum investiert wurde.[8] Es kam vermehrt zu Vandalismus an den Grabmälern und den Grüften. Grabsteine hatten sich über die Jahrzehnte gelockert und Grüfte waren einsturzgefährdet, sodass der Friedhofsdurchgang 1924 aus verkehrs- und sicherheitspolizeilichen Gründen[25] wieder geschlossen wurde. Das Landeskonsistorium genehmigte auf Antrag die vollständige Schließung sowie die bereits ab 1916 mögliche Säkularisierung. Diese wurde daraufhin von dem verantwortlichen Friedhofsausschuss unter dessen Vorsitzenden Superintendent Ficker zum 18. Juli 1928 vollzogen.[26] Zur Sicherung der Anlage wurde 1932 das Totenbettmeisterhaus einem Friedhofsarbeiter vom Trinitatisfriedhof gegen geringe Miete als Dienstwohnung mit der Verpflichtung überlassen, auf dem Friedhof Aufsicht zu führen.[27] Bereits im Vorjahr waren die Reste der westlichen Gruftbauten abgetragen und die Grüfte verfüllt worden. Die Grufthäuser im Norden wurden hingegen 1939 neu gedeckt.

Während der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 wurden die noch vorhandenen Grufthäuser sowie das Totenbettmeisterhaus zerstört, dessen Ruine nach 1966[28] abgetragen wurde. Weitere Schäden, die jeweils vom Einschlag einer Stabbrandbombe herrühren, lassen sich auf einigen Grabplatten nachweisen. Im Jahr 1948[29] wurde ein schmaler Streifen des östlichen Friedhofsteils bei der Erweiterung des Güntzplatzes aufgegeben.[30] Die neue östliche Friedhofsmauer wurde durch Eisengitter unterbrochen, die durch Vermittlung des Amtes für Denkmalspflege hierher gelangten.[31] Der Eliasfriedhof verfiel im Laufe der Jahre weiter und verwilderte insbesondere durch einen massiven, mehrere Meter hohen Ahornbewuchs.[32]

Eigentümer des Friedhofs ist das Ärar des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, dem jedoch durch fehlende Einnahmen seit der Schließung 1876 die Mittel zum Erhalt des Friedhofs fehlen. Die daher bereits seit 1927 mit Unterbrechungen laufenden Verhandlungen zum Verkauf des Friedhofs mündeten am 13. Januar 1989 in eine rechtsverbindliche »Vereinbarung zur Sicherung, Erhaltung und teilweise Rekonstruktion des Eliasfriedhofes in Dresden sowie seine Überführung in Volkseigentum« mit dem Rat der Stadt Dresden.[33] Im Jahr 1995 wurde von Letzterem jedoch mit Verweis auf den Wegfall der Vertragsgrundlagen durch die geänderten gesellschaftlichen Verhältnisse nach der Wende erklärt, das die Vereinbarung hinfällig sei.[34]

Die Kosten für eine teilweise Instandsetzung des Friedhofs wurden auf 850.000 bis 1,5 Millionen DM geschätzt,[35] wobei Nutzungsvarianten Führungen zu ausgewählten Gräbern bekannter Persönlichkeiten und den Wiederaufbau der Bährschen Grufthäuser sowie des Totengräberhäuschens zur Einrichtung eines Museums umfassten.[35] Daraufhin gründete sich im November 1998 der „Förderverein Eliasfriedhof Dresden e. V.“, der sich für den Erhalt und die Pflege des Friedhofs einsetzt.[36] Der Verein befreite den Friedhof von Wildwuchs und sicherte Grabstellen, sodass das Gelände ab September 1999 eingeschränkt für die Öffentlichkeit geöffnet werden konnte.[37][38] Durch Spendengelder konnten zunächst offene Grüfte geschlossen und Grabsteine wieder aufgestellt werden. Von 1999 bis 2002 wurden zwölf erhaltene Grufthäuser George Bährs an der Nordmauer des Eliasfriedhofs restauriert. Vier weitere Grufthäuser, die kurz vor Beginn der Sanierungsarbeiten 1999 während eines Sturms zerstört wurden,[39] wurden Ende 2016 wieder errichtet. Im April 2017 pflanzten Mitglieder der Stiftung Frauenkirche anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation eine Lutherbuche. Eine dauerhafte Öffnung des Friedhofs ist aufgrund von Sicherheitsbedenken und zum Schutz der wertvollen Bausubstanz nicht möglich. Der Förderverein organisiert Führungen auf dem Friedhof; Termine sind dessen Website zu entnehmen.

Bedeutende GrabstättenBearbeiten

Aus den Anfangsjahren des Eliasfriedhofs sind keine Grabmäler erhalten. Das älteste bekannte Grabmal auf dem Friedhof ist das des Offiziers Johann Georg Lichtenegger (1672–1729). Der jüngste Grabstein des Friedhofs ist der des 1840 verstorbenen Geodäten Wilhelm Gotthelf Lohrmann. Der Grabstein in Form eines Sandsteinquaders war so stark verwittert, dass er im Jahr 2008 durch den Steinmetzmeister Elmar Vogel aus Dresden durch eine Kopie ersetzt wurde.[40] Der originale Grabstein trug ein Kreuz aus Sandstein, das bereits bei der Neufassung der Inschrift anlässlich der Jahrhundertfeier der Technischen Hochschule Dresden 1928 nicht mehr vorhanden war. Der erhaltene Teil des ursprünglichen Grabmals wird in einem Grufthaus aufbewahrt.

 
Grabmal der Familie Weinlig, 2014 im Palais im Großen Garten

Zahlreiche Grabmale des Friedhofs wurden von namhaften Künstlern entworfen oder geschaffen. Das Grab des Komponisten Johann Gottlieb Naumann schuf vermutlich Franz Pettrich. Bei der Grabinschrift handelt es sich um ein von Christian Gottfried Körner verfasstes Gedicht. Der Grabstein selbst wurde von Körner und weiteren Freunden Naumanns gestiftet.[41] Eine Kopie der Grabplatte befindet sich im Lapidarium des Loschwitzer Kirchhofs. Pettrich werden weitere Grabmale zugeschrieben, so das des Hofkellermeisters Johann Gottlieb Hock (1739–1810).

Der Bildhauer Johann Christian Kirchner entwarf sein eigenes Grabmal, das einen lebensgroßen Chronos mit Stundenglas zeigt. Die Ausführung geschah durch seinen Bruder Gottlieb Kirchner. Caspar David Friedrich entwarf die Grabmäler von Christian Ernst Ulrici (1750–1825), Augusta Kind und dem Major Ernst Müller. Ausgeführt wurden die Entwürfe Friedrichs von Christian Gottlieb Kühn. Kühn schuf auch die Engelsfiguren am Grabstein von Gottlob Friedrich Thormeyer, den dieser selbst entworfen und geschaffen hatte.[42] Das Grabmal für Christian Gottlieb Welker stammt von Johann Christian Feige d. J., Sohn von Johann Christian Feige.

Im Jahr 1857 fand der Maler Johan Christian Clausen Dahl auf dem Eliasfriedhof seine letzte Ruhe. Seine Gebeine wurden am 29. Mai 1934 an seinen Geburtsort Bergen übergeführt, wo ihm ein monumentales Grabmal errichtet wurde. Der einfache Grabstein Dahls, der seinen Vornamen mit „Johann“ falsch angibt, verblieb auf dem Eliasfriedhof und ist einer der wenigen Steine, die nicht in Sandstein ausgeführt wurden.

 
Rekonstruktion des Güntzgrufthauses im Dezember 2015

Der Dresdner Mäzen Justus Friedrich Güntz fand seine letzte Ruhestätte in einem Grufthaus an der Westmauer des Friedhofs. Nach Abtragen der dortigen Grufthäuser in den 1930er-Jahren blieb seine Gruft als einzige aufgrund der Bedeutung des Bestatteten für die Stadt Dresden erhalten. Sie wurde bei der Bombardierung Dresden 1945 schwer beschädigt und musste wegen des schlechten Allgemeinzustandes nach 1950 oberirdisch abgetragen werden. Seit 2011 engagierte sich der Förderverein des Eliasfriedhofs für eine Rekonstruktion des Grabes.[43][44] Von Oktober bis Dezember 2015 erfolgte die Rekonstruktion[45] sowie am 31. Mai 2016 die Wiedereinweihung der Güntzgruft.[46]

1973 wurden mehrere Grabmale zum Schutz vor Witterungseinflüssen in die Werkstatt des Bildhauers Werner Hempel gebracht.[47] Um sie der interessierten Öffentlichkeit wieder sichtbar zu machen, befinden sich drei Grabsteine – das der Familie Damoiseau, der Familie Weinlig sowie das von Johann Christian Kirchner – seit 1987 im Palais im Großen Garten.[48] Im November 2015 kehrte dann die sogenannte „Schlangenvase“ der Familiengrabstätte Walter auf den Eliasfriedhof zurück.

Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden habenBearbeiten

 
Grab von Johann Christian Klengel (vorn) und August Alexander Klengel
 
Grab von Johann Gottlieb Naumann

LiteraturBearbeiten

  • Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 21. Heft: Stadt Dresden, Teil 1. In Commission bei C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1900, S. 199–207.
  • Hansjoachim Kluge: Dresdens Friedhöfe und Grabdenkmäler in der Zeit der Freiheitskriege und der Romantik. Verlag Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden [?] 1937. (Hinweis: Der Vorname des Autors wurde 1937 falsch publiziert, richtig ist Hans Joachim.)
  • Hans Joachim Kluge: Caspar David Friedrich – Entwürfe für Grabdenkmäler und Denkmäler, Berlin 1993, ISBN 3-87157-160-1.
  • Förderverein Eliasfriedhof Dresden e. V. (Hrsg.): Eliasfriedhof. Dresden 1999.
  • Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000, ISBN 90-5705-130-3, S. 12–30.

WeblinksBearbeiten

Commons: Eliasfriedhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000, S. 13.
  2. Vgl. Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Dresden. Aktualisierte Auflage. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2005, S. 83.
  3. Karl Wilhelm Eck, Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1, 24. Mai 1853.
  4. Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000, S. 14.
  5. Sächsisches Staatsarchiv, Hauptarchiv Dresden, 10684 Stadt Dresden Stadtgericht, Nr. 2016.
  6. Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000, S. 15.
  7. Stadtplan von Dresden, um 1690, Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 12884, Karten und Risse, Signatur/Inventar-Nr.: Schr 009, F 001, Nr 002 & (KH 138)
  8. a b c d Christine Spitzhofer: Der Dresdner Eliasfriedhof und seine Grufthäuser nach Entwürfen von George Bähr. In: Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch 2003. Band 9. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 2003, S. 174 ff.
  9. Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000, S. 16.
  10. Stadtarchiv B XV 160 t Vol. II, 28. Oktober 1864.
  11. Detlef Zille: Die Akten aus den Jahren 1680 bis 1724. In: eliasfriedhof.de. Förderverein Eliasfriedhof Dresden e. V., abgerufen am 22. März 2020.
  12. Vgl. 1. Buch der Könige, Kapitel 17. EU
  13. Johann Christian Crell: Das fast auf dem höchsten Gipfel seiner Vollkommenheit und Glückseligkeit prangende Königliche Dreßden. Dritte, stark erweiterte Auflage 1726, S. 122 (Digitalisat).
  14. Stadtarchiv Dresden: Acta die Verwaltung des Johannis-, Elias- und Trinitatisfriedhofs betr., 2.1 B.XV.160t Vol. I, 1851–1858 Fol. 170 und183.
  15. Stadtarchiv Dresden: Stadtverordnetenarchiv, Drucke der Sitzungsprotokolle, 1350 am 4. Mai 1864, S. 49 und 52, 3.2 Filmrolle 5.
  16. Dresdner Anzeiger Nr. 225 am 13. August 1866.
  17. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1 II, 7. April 1891.
  18. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1 II, 30. November 1925.
  19. Gertraud Enderlein: Der Eliasfriedhof in Dresden. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Nr. 12, 1923, S. 198.
  20. Franz Radziwill in Dresden, 1927/1928. Isensee, Oldenburg 2006, S. 12.
  21. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 8, 23. Oktober 1907.
  22. Marianne L. Westphal: Der alte Eliaskirchhof in Dresden. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Nr. 2, 1912, S. 219.
  23. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1 II, 23. Februar 1915 bis 11. Oktober 1915.
  24. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1 II 25. Juli 1918.
  25. Dresdner Anzeiger, 15. Juli 1924.
  26. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1 III 18. Juli 1928.
  27. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 1 III, 1. November 1932.
  28. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 2, 25. Februar 1966.
  29. Landeshauptstadt Dresden, Stadtplanungsamt, Schlüsselnummer XI382.
  30. Der östliche Rand des Friedhofs ging ursprünglich bis zu den heutigen Straßenbahnschienen.
  31. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 2, Aktenvermerk am 19. Dezember 1964.
  32. Diasammlung aus dem Jahr 1958, Fotografien aus dem Jahr 1986 und 1991
  33. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 2 I, 13. Januar 1989.
  34. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 2 I, 6. September 1995 und E 2 II, 2. Mai 1997.
  35. a b Birgit Hilbig: Verfall des Eliasfriedhofs soll endlich gestoppt werden. In: Sächsische Zeitung, 14. November 1996, S. 12.
  36. Förderverein Eliasfriedhof Dresden soll Verfall aufhalten. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 21. November 1998, S. 2.
  37. Eliasfriedhof in Dresden wieder begehbar. In: Lausitzer Rundschau, 7. September 1999.
  38. Birgit Hilbig: Wertvolle Grabmale wieder sichtbar. In: Sächsische Zeitung, 11. September 1999, S. 11.
  39. Die Grufthäuser des Eliasfriedhofs in Dresden. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 1. April 2009, S. 10.
  40. Lohrmann-Grabmal wird enthüllt. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 5. April 2008, S. 14.
  41. Christine Spitzhofer: Der Dresdner Eliasfriedhof und seine Grufthäuser nach Entwürfen von George Bähr. In: Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch 2003. Band 9. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 2003, S. 173.
  42. Ursula Pietzsch: Antike Löwen und ein Musenreigen. Im vergangenen Dezember jährte sich der 170. Todestag des Bildhauers Christian Gottlieb Kühn. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 15. Februar 1999, S. 13.
  43. Katja Schlenker: Verein will Güntz-Grabmal wiedererrichten. In: Sächsische Zeitung, 3. Mai 2011, S. 17.
  44. Kay Haufe: Das vergessene Grab von Dresden-Mäzen Güntz. In: Sächsische Zeitung, 21. November 2013, S. 17.
  45. sag: Verschollenes Denkmal zurück auf Eliasfriedhof. In: Sächsische Zeitung, 14. November 2015, S. 16.
  46. Detlef Zille: Einweihung der Güntzgruft. In: eliasfriedhof.de. Förderverein Eliasfriedhof Dresden e. V., abgerufen am 5. Oktober 2016.
  47. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 2, 11. Oktober 1973.
  48. Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden, E 2 II, 29. April 1998.
  49. Karl Gautsch: Der sächsische Geschichtsschreiber und Rector an der Kreuzschule zu Dresden M. Johann Christian Schöttgen. In: Archiv für die sächsische Geschichte. 1878, S. 348 (Digitalisat).
  50. In den Grablegungsbüchern von 1860, die sich im Archiv des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofes zu Dresden befinden, ist kein entsprechender Eintrag enthalten.

Koordinaten: 51° 3′ 11,9″ N, 13° 45′ 25,1″ O