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Electronic Entertainment Expo

Computerspielmesse

Die Electronic Entertainment Expo, kurz E3 oder , ist eine der weltweit bedeutendsten und besucherstärksten Messen für Video- und Computerspiele. Auf ihr präsentieren Spieleentwickler und Publisher im Rahmen von Pressekonferenzen aktuelle und kommende Produkte. Diese finden in der Regel vor der eigentlichen Besuchermesse statt und sind Fachbesuchern und akkreditierter Presse vorbehalten.

Electronic Entertainment Expo
E3

Branche Unterhaltungselektronik, Video- und Computerspiele
Ausstellungsort Los Angeles Convention Center, Los Angeles
Erste Ausstellung 1995
Website www.e3expo.com
Letzte Ausstellung
Datum 12. Juni 2018 bis
14. Juni 2018
Besucher 69.200[1]
Aussteller über 200[1]
Nächste Ausstellung
Datum 11. Juni 2019 bis
13. Juni 2019
LA Conference Centre (E3 2005)
Sony-Stand auf der E3 2006
Das alte Logo bis Oktober 2017

Die E3 findet seit 1995, bis auf wenige Ausnahmen, in Los Angeles statt und wird von der Entertainment Software Association veranstaltet.

Seit 1998 werden auf der E3 auch die Game Critics Awards verliehen. Vergleichbare internationale Messen sind die Tokyo Game Show und die Gamescom in Köln.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1995 bis 2006: Die AnfängeBearbeiten

Die erste Ausrichtung der Messe fand zwischen dem 11. und 13. Mai 1995 im Los Angeles Convention Center statt und hatte über 40.000 Besucher.[2] Aufgrund gescheiterter Verhandlungen mit dem Los Angeles Convention Center fand die Messe 1997 und 1998 im Georgia World Congress Center in Atlanta statt.[3] Die Besuchermesse kehrte 1999 wieder nach Los Angeles zurück und verzeichnete eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen.[2]

Seit der ersten Messe 1995 gehören Nintendo, Sony und Sega zu den größten Videospielentwicklern und Publishern, die auf der E3 ihre Spiele präsentieren. Seit 2000 präsentiert auch Microsoft auf der E3 eigene Spiele. Sega war von 2002 bis 2018 nicht mehr bedeutend vertreten.[3]

Bei der E3 2005 wurde ein bis heute gültiger Rekord von über 70.000 Besuchern aufgestellt. Annähernd hohe Besucherzahlen wurden erst 2018 wieder erreicht.[4]

2006 bis 2008: Die E3 in der KriseBearbeiten

Ende Juli 2006 wurde bekannt, dass einige große Firmen der Branche die E3 nicht mehr unterstützen würden, was letztendlich das Aus für die Messe in dieser Form bedeutete. Die Verleger und Entwickler kritisierten vor allem die stetig steigenden Kosten, weswegen die Organisatoren eine radikale Konzeptänderung ankündigten, die unter anderem auch eine Verkleinerung sowie einen Umzug der Veranstaltung beinhaltete.

Am 1. August 2006 bestätigte der Chef des Veranstalters Entertainment Software Association (ESA), dass die E3 in ihrer bisherigen Form nicht weitergeführt werde. Das neue Konzept beinhaltete unter anderem einen neuen Termin statt im Mai nun im Juli, was eine Nähe zum Weihnachtsgeschäft böte. Außerdem sollte die E3 nicht mehr im Los Angeles Convention Center, sondern in den Tagungsräumen eines oder mehrerer Hotels in Los Angeles stattfinden. Als ausschließliche Fachbesuchermesse würden statt mit 60.000 nur noch mit 3.000 bis 4.000 Besuchern gerechnet.

Letztlich fand die E3 2007 mit verändertem Konzept in erheblich kleineren Rahmen als in den vorherigen Jahren in einem Hangar des Santa Monica Municipal Airport in Santa Monica statt. Diese E3 Media & Business Summit 2007 genannte Messe für Fachbesucher und akkreditierte Presse fand vom 11. bis 13. Juli 2007 statt und hatte aufgrund der Einschränkungen deutlich weniger Besucher, als die Messen zuvor.

Als damalige Nachfolgeveranstaltung für Verbraucher fand vom 18. bis 20. Oktober 2007 die Entertainment for All oder E for All erstmals im Los Angeles Convention Center statt. Diese Veranstaltung wurde schon nach der zweiten Ausrichtung 2008 aufgelöst, da man sie im Folgejahr wieder in die E3 integrierte.[5]

Die E3 von 2008 war für den 15. Juli 2008 angesetzt und endete zwei Tage später, am 17. Juli. Sie fand wieder im Los Angeles Convention Center statt, hatte aber immer noch deutlich weniger Besucher, als die vorherigen Veranstaltungen in Los Angeles.

2008 bis 2010: Kritik und Rückkehr zu alter FormBearbeiten

Nach Ende der E3 2008 wurde Kritik seitens der Videospielhersteller laut, unter anderem von Sega, Ubisoft und EA. Sie „hassten die furchtbare E3, die nun wie eine Handwerker-Show im Keller wirke.“ Früher wäre sie noch beachtet worden, doch jetzt „scheine sie an Wichtigkeit verloren zu haben.“ Außerdem sei der Zeitpunkt im Monat Juli unangemessen, da man sein Angebot für das Weihnachtsgeschäft bereits früher, etwa im Mai, zeigen wolle. Auch wurde Kritik seitens der Konsumenten ausgeübt. So nutzten die Hersteller die E3 nicht mehr wirklich, um neue Spiele anzukündigen, Trailer zu zeigen oder anderes Material zu veröffentlichen. Beispielsweise zeigte der Hersteller Nintendo auf seiner Pressekonferenz nur drei eigene Spiele, die von einem einzigen seiner Studios entwickelt werden, obwohl Nintendo über eine nicht geringe Anzahl interner Studios verfügt. Überdies wurde die Zielgruppe dieser Spiele kritisiert.

Aufgrund dieser Reaktionen entschied man sich, mit der E3 2009 wieder zum alten Konzept vor 2007 zurückzukehren und die Messe für das allgemeine Publikum zu öffnen, also auf eine Einladungspflicht zu verzichten. Mit diesem Schritt möchte der Veranstalter die E3 wieder als wichtigste Besuchermesse im Computer- und Videospielesektor etablieren.

Die E3 2009 fand vom 1. bis 4. Juni wieder in Los Angeles statt. Sie war zwar weiterhin größtenteils Fachbesuchern und Presse vorbehalten, doch die Besucherzahlen konnten trotzdem auf 41.000 gesteigert werden. Seitdem findet die Messe wieder unter dem alten Namen „Electronic Entertainment Expo“ alljährlich im Juni im Los Angeles Convention Center statt.

Seit 2010: Die E3 im Aufwind und neue EntwicklerBearbeiten

Zur E3 2010 kamen mit Electronic Arts, Konami und Ubisoft drei neue Spieleentwickler mit eigenen Präsentationen dazu. Konami war allerdings nur bis 2013 auf der E3 vertreten. Ebenfalls seit 2013 veranstaltet Nintendo keine Pressekonferenz mehr, sondern zeigt stattdessen ein vorher aufgezeichnetes Präsentations-Video per Livestream.[2]

Seit der E3 2014 überträgt Twitch die Pressekonferenzen der Entwickler und Publisher per Live-Streaming auf ihrer Plattform. Dazu ging Twitch eine Partnerschaft mit dem Veranstalter der E3, der „Entertainment Software Association (ESA)“, ein.[6]

Größere Bedeutung erfuhr die E3 2015, seitdem präsentieren mit Bethesda und Square Enix zwei weitere bekannte Spieleentwickler bzw. Publisher ihre Spiele auf der E3 in eigenen Pressekonferenzen. Seit 2016 präsentiert Electronic Arts neue Spiele nicht mehr auf der E3, sondern bei einer separaten Veranstaltung, der „EA Play“, die kurz vor der E3 stattfindet. Aufgrund der vor der E3 stattfindenden Pressekonferenzen wird die „EA Play“ von der Presse weiterhin zur E3 gezählt.[7]

Für die E3 2017 wurden erstmals 15.000 Tickets für die allgemeine Öffentlichkeit freigegeben. Die Karten waren ausverkauft. Seitdem können auch Privatbesucher ein Ticket für die E3 erwerben. Zuvor wurden einige Tickets von Entwicklern und Publishern an deren Fans verkauft.[8]

Im Oktober 2017 führte die „ESA“ ein neues Logo für die E3 ein, dabei wurde das alte dreidimensionale Logo durch ein flaches mit stilisierter Grafik ersetzt.[9]

Mit der E3 2018 erreichte die E3 die höchsten Besucherzahlen seit 2005, mit 70.000 Besuchern.[4] Aufgrund fehlender Modernisierungen des Los Angeles Convention Centers wurden von der „ESA“ keine weiteren Termine für die E3 nach 2019 bekanntgegeben, da Alternativen geprüft würden. Somit könnte die E3 nach 2019 Los Angeles erneut verlassen.[10]

MessechronikBearbeiten

Jahr Datum Veranstaltungsort Besucherzahl Bedeutendste Präsentatoren Anmerkungen
1995 11. – 13. Mai Los Angeles Convention Center, Los Angeles, Kalifornien 40.000 Nintendo, Sega, Sony Erste Ausrichtung
1996 16. – 18. Mai 57.795 Nintendo, Sega, Sony
1997 19. – 21. Juni Georgia World Congress Center, Atlanta, Georgia k. A. Nintendo, Sega, Sony Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Los Angeles Convention Center Umzug nach Atlanta
1998 28. – 30. Mai k. A. Nintendo, Sega, Sony
1999 13. – 15. Mai Los Angeles Convention Center, Los Angeles, Kalifornien k. A. Nintendo, Sega, Sony
2000 11. – 13. Mai k. A. Microsoft, Nintendo, Sega, Sony
2001 17. – 19. Mai k. A. Microsoft, Nintendo, Sega, Sony
2002 22. – 24. Mai k. A. Microsoft, Nintendo, Sony
2003 14. – 16. Mai k. A. Microsoft, Nintendo, Sony
2004 11. – 13. Mai k. A. Microsoft, Nintendo, Sony
2005 18. – 20. Mai 70.000 Microsoft, Nintendo, Sony Aktueller Besucherrekord der E3[4]
2006 10. – 12. Mai k. A. Microsoft, Nintendo, Sony
2007 11. – 13. Juli Santa Monica Municipal Airport, Santa Monica, Kalifornien <10.000 Microsoft, Nintendo, Sony unter dem Namen E3 Media & Business Summit
2008 15. – 17. Juli Los Angeles Convention Center, Los Angeles, Kalifornien <10.000 Microsoft, Nintendo, Sony unter dem Namen E3 Media & Business Summit
2009 2. – 4. Juni 41.000 Microsoft, Nintendo, Sony
2010 14. – 17. Juni 45.600 Electronic Arts, Konami, Microsoft, Nintendo, Sony, Ubisoft
2011 7. – 9. Juni 46.800 Electronic Arts, Konami, Microsoft, Nintendo, Sony, Ubisoft
2012 5. – 7. Juni 45.700 Electronic Arts, Konami, Microsoft, Nintendo, Sony, Ubisoft
2013 11. – 13. Juni 48.200 Electronic Arts, Konami, Microsoft, Nintendo, Sony, Ubisoft Nintendo begann mit der Tradition, ein aufgezeichnetes Präsentations-Video statt einer Pressekonferenz zu zeigen
2014 10. – 12. Juni 48.900 Electronic Arts, Microsoft, Nintendo, Sony, Ubisoft
2015 16. – 18. Juni 52.200 Bethesda Softworks, Electronic Arts, Microsoft, Nintendo, Oculus Rift, Sony, Square Enix, Ubisoft Einführung der „PC Gaming Show“, die Spiele für Personal Computer unabhängig von Entwickler und Publisher vorstellt. Seit diesem Jahr halten auch Bethesda Softworks und Square Enix eigene Pressekonferenzen.
2016 14. – 16. Juni 50.300 Bethesda Softworks, Electronic Arts, Microsoft, Nintendo, Sony, Square Enix, Ubisoft Seit diesem Jahr präsentiert Electronic Arts nicht mehr im LA Convention Center, sondern separat auf der „EA Play“ zu Beginn der E3
2017 13. – 15. Juni 68.400 Bethesda Softworks, Devolver Digital, Electronic Arts, Intel, Microsoft, Nintendo, Sony, Ubisoft Erstmals für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich, mit 15.000 verkauften Besuchertickets[11]
2018 12. – 14. Juni 69.200 Atlus, Bethesda Softworks, Devolver Digital, Electronic Arts, Microsoft, Nintendo, Sega, Sony, Ubisoft Höchste Besucherzahl seit 2005[4]
2019 11. – 13. Juni

WeblinksBearbeiten

  Commons: Electronic Entertainment Expo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b 69,200 Attendees Close Successful E3 2018. In: e3expo.com. 14. Juni 2017, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  2. a b c Then there were three: Sony, Microsoft, Nintendo and the evolution of the Electronic Entertainment Expo. In: Engadget.com. 6. Juni 2013, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  3. a b E3: Past, Present, and Future. In: GameSpot. 9. Juni 2010, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  4. a b c d 3 2018 attendance was highest since 2005. In: VG247. 15. Juni 2018, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  5. Brendan Sinclair: E For All detailed. In: GameSpot. 27. März 2007, abgerufen am 2. August 2011 (englisch).
  6. Twitch Broadcast Schedule for E3. In: Twitch Blog. 8. Juni 2014, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  7. Electronic Arts - Keine E3-Präsenz, dafür eigenes Event „EA Play“. In: Gamestar. 28. Januar 2016, abgerufen am 4. Juli 2018.
  8. PSA: E3 2017 Public Tickets Are Now On Sale. In: GameSpot. 16. Mai 2017, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  9. E3 has a new logo and it's automatically better than the old one. In: destructoid.com. 16. Oktober 2017, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  10. E3 2019 Dates Announced, And It's The Final Show Confirmed For Current Venue. In: GameSpot. 14. Juni 2018, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  11. E3 2017 Attendance Revealed, Future In LA Uncertain. In: GameSpot. 15. Juni 2017, abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).