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Eisenwerke Kaiserslautern

ehemaliges deutsches Unternehmen
Pionierbrückenfahrzeug der Eisenwerke Kaiserslautern, aufgestellt in der Kurpfalz-Kaserne in Speyer-Nord

Die Eisenwerke Kaiserslautern (EWK) waren ein heute in dieser Form nicht mehr bestehendes Industrieunternehmen in Kaiserslautern, welches vor allem im Eisen- und Stahlbau aktiv war.

Im Jahr 2002 kam es zu einer Aufspaltung des Unternehmens. Der Bereich Umwelttechnik wurde in die EWK Umwelttechnik GmbH überführt, das Rüstungsgeschäft wurde durch den US-amerikanischen Rüstungskonzern General Dynamics übernommen und zunächst innerhalb der Konzernstruktur der Tochtergesellschaft Santa Bárbara Sistemas angegliedert. Dieser Zweig firmiert heute unter General Dynamics European Land Systems-Germany GmbH.

GeschichteBearbeiten

 
Ein Gussofen der Eisenwerke Kaiserslautern in der Prestiner Kirche
 
Aktie über 100 RM des Eisenwerk Kaiserslautern vom 1. April 1933

Die EWK wurden im September 1864 auf Initiative der Industriellen Carl Friedrich Euler, Leiter der Gienanth’schen Eisenwerke in Trippstadt und Hochstein, und Franz Flamin Meuth gegründet. Bereits 1877 wurde das Unternehmen für seine gewerblichen Leistungen ausgezeichnet.[1] Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein lag der Tätigkeitsschwerpunkt bei Eisen- und Stahlkonstruktionen für die Bauindustrie, den Brücken- und Straßenbau, sowie bei Gussöfen und Heizungssystemen. Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisierte sich das Unternehmen auf die Produktion mobiler militärischer Brücken. 1964 kam durch die Übernahme der Zschocke-Werke der Bereich Umwelttechnik hinzu.

StandortBearbeiten

Traditioneller Standort des Unternehmens ist die Barbarossastraße in der Nähe des Kaiserslauterer Hauptbahnhofs, an der Bahnstrecke Kaiserslautern-Neustadt gelegen. Hier befinden sich noch heute die Sitze der beiden Unternehmen.

General Dynamics European Land Systems-GermanyBearbeiten

 
Mowag Eagle IV

General Dynamics European Land Systems-Germany GmbH fertigt verschiedene Arten von mobilen militärischen Brücken, so die Amphibie M3 (ein amphibisches Brücken- und Fährenfahrzeug, unter anderem bei den Streitkräften Deutschlands, Großbritanniens, Taiwans und Singapurs im Einsatz), die Faltschwimmbrücke 2, die Infanteriebrücke IAB sowie die Faltschnellbrücke REBS.

2009 bestellte die Bundeswehr 200 Exemplare des Spezialfahrzeugs Eagle IV im Wert von 100 Mio. Euro. Die Vormontage erfolgt in der Schweiz, die Endmontage in Kaiserslautern. 70 Wagen sollten 2009 nach Afghanistan geliefert werden.[2]

Neben dem Stammwerk in Kaiserslautern besteht ein weiteres Werk auf dem Areal der ehemaligen US-Airbase Sembach.

EWK Umwelttechnik GmbHBearbeiten

Tätigkeitsschwerpunkt der EWK Umwelttechnik GmbH sind Abluft-, Abgas- und Prozessgasreinigungsanlagen sowie Wasseraufbereitungsanlagen. Der heutige Sitz befindet sich in der Kantstrasse Kaiserslautern.

LiteraturBearbeiten

  • 100 Jahre Eisenwerke Kaiserslautern. Die Geschichte eines deutschen Unternehmens, o. O. 1964

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cassel 1877: goldene preußische Staatsmedaille, Anzeiger zum Centralblatt der Bauverwaltung, 28. Januar 1882, S. 6 , abgerufen am 8. Dezember 2012
  2. Kaiserslauterer Werk baut Spezialfahrzeug für die Bundeswehr, in Die Rheinpfalz vom 31. Oktober 2009, Seite 1

WeblinksBearbeiten