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Eisenbahnbrücke Hochheim

Eisenbahnbrücke in Deutschland

Koordinaten: 49° 59′ 59″ N, 8° 20′ 21″ O

Eisenbahnbrücke Hochheim
Eisenbahnbrücke Hochheim
Die Eisenbahnbrücke Hochheim von Westen, dahinter die Hochheimer Autobahnbrücke der A 671
Nutzung Eisenbahnbrücke
Überführt Umgehungsbahn Mainz
Unterführt Main
Ort Hochheim, Bischofsheim
Unterhalten durch DB Netz AG
Bauwerknummer 105730
Konstruktion Bogenbrücke
Gesamtlänge 293 m
Breite 8,65 m
Längste Stützweite 2 × 82,60 m
Konstruktionshöhe 15,25 m
Durchfahrtshöhe 7,85 m[1] (Schleuse)
Baubeginn 1901
Fertigstellung 1904
Eröffnung 2. Mai 1904
Lage
Eisenbahnbrücke Hochheim (Hessen)
Eisenbahnbrücke Hochheim
Das südliche Brückenende

Die Eisenbahnbrücke Hochheim (auch als Kostheimer Brücke bezeichnet) ist eine zweigleisige Eisenbahnbrücke zwischen den südhessischen Orten Hochheim am Main und Gustavsburg, die bei Stromkilometer 3,530[1] den Main überspannt. Das Bauwerk liegt bei Streckenkilometer 10,72 und ist zusammen mit der Kaiserbrücke Teil der elektrifizierten Umfahrung von Mainz. Die Brücke ist ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

BezeichnungBearbeiten

Für das Bauwerk sind unterschiedliche Bezeichnungen belegbar. Auf einer Informationstafel an der südlichen Vorlandbrücke, die im Rahmen der Route der Industriekultur Rhein-Main angebracht wurde, steht der Name Hochheimer Brücke. Abweichend davon wird in der Literatur Kostheimer Brücke verwendet.[2][3] Als Begründung dazu wird die Vorrangstellung Kostheims angeführt, obwohl der nördliche Brückenkopf in der Hochheimer Gemarkung liegt, während im Süden die Brücke auf Bischofsheimer Gemarkung endet und zum Bahnhof Mainz-Bischofsheim führt.

Zwischen Mainz-Kostheim und Ginsheim-Gustavsburg gibt es eine Straßenbrücke die den Main überquert und ebenfalls als Kostheimer Brücke bezeichnet wird.

GeschichteBearbeiten

 
Infotafel

Die Stahlfachwerk-Bogenbrücke wurde 1902–1904 von der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft für die Mainzer Umgehungsbahn errichtet und am 2. Mai 1904 in Betrieb genommen.[2] Mit ihrem Bau und der gleichzeitigen Inbetriebnahme der Mainzer Kaiserbrücke, die ebenfalls zur Umgehungsbahn gehört, wurde der Mainzer Hauptbahnhof deutlich entlastet.

Für die stählernen Überbauten kam ein Bautyp zur Ausführung, den die Duisburger AG für Eisen-Industrie und Brückenbau vorm. Johann Caspar Harkort bereits 1894 entwickelt hatte, und der bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs bei einer Reihe von Eisenbahnbrücken in Deutschland zur Anwendung kam. Mit der Herstellung und der Montage der Überbauten wurde die Brückenbauanstalt der MAN in Gustavsburg beauftragt. 1909 wurde zwischen dem Betriebsbahnhof Kostheim und dem Bahnhof Bischofsheim an der Brücke eine Blockstelle errichtet, die die Bezeichnung Blockstelle Mainbrücke erhielt.[4]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Nach Kriegsende wurde sie in den wesentlichen Teilen wiederaufgebaut und 1947 wieder in Betrieb genommen.

Das Bauwerk verbindet die so genannte Taunusbahn zwischen Frankfurt am Main und Wiesbaden auf der nördlichen Mainseite mit der Hessischen Ludwigsbahn, zwischen Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg und der Mainbahn von Bischofsheim nach Frankfurt am Main auf der südlichen Seite des Mains.

KonstruktionBearbeiten

Die Strombrücke überspannt auf einer Länge von 293 Metern[2] den Main. Sie besteht aus vier zweigleisigen Überbauten, die als Bogenfachwerkträger mit Zugband ausgebildet sind und leicht unterschiedliche Längen, der längste misst 82 Meter, haben. An ihnen ist die Schienenebene aufgehängt. Pfeiler aus rotem Sandstein tragen die Überbauten. Aus diesem Material sind auch die Widerlager an beiden Enden der Brücke errichtet, die mit ihren gebündelten, turmartigen Aufbauten in romanisierendem Jugendstil eine monumentale Wirkung entfalten. An beiden Enden schließen jeweils gemauerte, gewölbte Vorlandbrücken an. Bauzeitbedingt sind die großen Formen der Brücke im Stil der Neoromanik gestaltet, zahlreiche Details im Jugendstil, so z. B. die Brückengeländer. Ein erheblicher Teil dieser ursprünglichen Gestaltung ist erhalten.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mainbrücke Ginsheim-Gustavsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes: Streckenatlas Main I. (PDF 11 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) 2010, S. 24, archiviert vom Original am 14. Januar 2015; abgerufen am 14. Januar 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fgs.wsv.de
  2. a b c Eisenbahn in Hessen, S. 893.
  3. Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahn-Rheinbrücken in Deutschland. EK-Verlag 2003 Freiburg, ISBN 3-88255-689-7, S. 148
  4. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 25. September 1909, Nr. 49. Bekanntmachung Nr. 691, S. 450.