Einzeltonneume

Einzeltonneumen sind Neumen des Gregorianischen Chorals, die aus einem einzigen Ton beliebiger Tonhöhe bestehen. Gruppenneumen, die aus zwei oder drei Einzeltönen zusammengesetzt sind, werden als Doppeltonneumen und Dreifachtonneumen bezeichnet. Bei der Kombination von Gruppenneumen wird von Mehrgruppenneumen gesprochen.

Einzeltonneumen können ganz unterschiedliche Interpretationen haben. Diese können in der reinen Quadratnotation nur in geringem Maße unterschieden werden. In der moderneren Neographie werden die Unterschiede zwischen den Einzeltonneumen etwas genauer dargestellt. Noch hilfreicher ist das Studium der originalen Neumen-Handschriften, in denen zwischen verschiedenen Einzeltonneumen unterschieden wird.

Das Quilisma taucht nie als erste Neume und häufig in Kombination mit einem Pes, dem sogenannten Quilisma-Pes auf. Dabei ist auffällig, dass das Qulisma oft einen Ton über dem vorausgehenden Ton steht und von einem Halbtonschritt nach oben gefolgt wird.[1]

Auch der Oriscus taucht nie als erste Neume einer Melodie auf. Umgekehrt wie beim Quilisma steht der Oriscus meist einen halben Ton über dem vorausgehenden Ton und wird im Falle des Oriscus-Pes meist von einem Ganztonschritt nach oben gefolgt.[1]

NotationBearbeiten

Die wichtigsten Einzeltonneumen sind im Folgenden mit der üblichen diastematischen und adiastematischen Notation in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt:

Bezeichnung Quadratnotation Notation St. Gallen / Einsiedeln
Oriscus    
Punctum    
Punctum inclinatum    
Quilisma    
Stropha / Apostropha / Strophicus    
Tractulus    
Uncinus     (Kodex Laon)
Virga      

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Franz Karl Praßl: Erste Spuren von Halbtonverschiebungen im Codex Einsiedeln 121 und in den St. Galler Handschriften, in: Beiträge zur Gregorianik, Heft 38