Eckard Winderl

deutscher Psychologe und Psychotherapeut

Eckard Winderl (* 1943) ist ein deutscher Psychologe, Psychotherapeut, Coach, Ausbilder und Autor. Winderl wurde vor allem als Mentaltrainer von Spitzensportlern bekannt, darunter Dariusz Michalczewski, Markus Beyer und Oktay Urkal und als psychologischer Experte im Fernsehen sowie durch seine wissenschaftliche Arbeit.

WerdegangBearbeiten

Winderl studierte von 1964 bis 1969 Indologie und Tibetologie an den Universitäten Hamburg, München und Wien. Von 1970 bis 1975 studierte er Philosophie, Soziologie, Pädagogik und Psychologie an der Universität von Hamburg. Von 1975 bis 1978 war Winderl als Psychotherapeut in der verhaltenstherapeutischen Abteilung der Klinik Häcklingen in Lüneburg / Niedersachsen tätig.[1]

Es folgten seit 1980 Seminare in Hypnotherapie nach Milton Erickson bei Paul Carter, Ernest Rossi, Jeffrey Zeig und Steve Gilligan, in systemischer Therapie bei Steve de Shazer sowie NLP bei Richard Bandler, Robert Dilts, John Grinder. Seit 1988 ist Winderl NLP-Trainer.[2]

Von 1982 bis 1985 schrieb er wissenschaftliche Arbeiten u. a. zum Thema „Die hypnotische Therapie chronischer Schmerzen“.[3][4] In dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden erstmals im europäischen Forschungsraum gedächtnispsychologische Aspekte in diesen Forschungsbereich eingebracht.[5] Von 1994 bis 1998 folgte die Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, von 1999 bis 2018 Zulassung bei der Kassenärztlichen Vereinigung für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Hypnose.[6] Seit 2018 hat Winderl eine Privatpraxis in Hamburg.

1996 wurde nach weiterer mehrjähriger wissenschaftlicher Arbeit „Hinter die Erinnerung schauen“[7][8][9][10][11] veröffentlicht. Damit leistete erstmals ein deutschsprachiger Autor einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der kognitiven Psychotherapie. Hierzu: Robert Dilts im Vorwort: „Ich persönlich finde Eckards Arbeit faszinierend und bin der Überzeugung, daß sie etwas ganz Neues zum NLP beisteuert. Sie hilft auch wertvolle Verbindungen zwischen dem NLP und anderen kognitiven Therapien herzustellen.“[12]

Von 1998 bis 2005 war er in Hamburg als psychologischer Experte und Interviewpartner in der NDR-Fernsehsendung „DAS! am Nachmittag“ zu sehen.[13] Am 18. Oktober 2019 wurde er in NDR Kultur als Experte zum Hochstapler-Syndrom befragt.[14]

ArbeitsschwerpunkteBearbeiten

ForschungBearbeiten

Die wissenschaftlich begründete Entwicklung von kognitiven Veränderungstechniken, die sowohl im psychotherapeutischen Setting als auch im Coaching und Mentalen Training verwendet werden.

Zusammenarbeit mit SpitzensportlernBearbeiten

Winderl ist für Spitzensportler tätig. Öffentlich wurde seine Zusammenarbeit dabei mit den Boxern Dariusz Michalczewski, Oktay Urkal und Markus Beyer.

Auf Grund der von ihm neu entwickelten Verfahren half Winderl dabei Dariusz Michalczewski den Weltmeisterschaftskampf gegen Virgil Hill zu gewinnen, der damit als erster deutscher Box-Champion Weltmeister in drei Weltverbänden IBF, WBA und WBO wurde.[15][16][17][18][19][20]

Er hat auch Oktay Urkal auf seinen Weltmeisterschaftskampf gegen Kostya Tszyu mental vorbereitet.[21] Oktay Urkal zeigte sich im Kampf als exzellenter Boxer und war trotz eines erlittenen Kiefernbruchs psychisch äußerst stabil. Dieser spektakuläre Kampf ging nach Punkten knapp an Kostya Tszyu.

Winderl hat auch Markus Beyer für seinen Weltmeisterschaftskampf gegen Cristian Sanavia mental erfolgreich trainiert. Mit dem Sieg in diesem Weltmeisterschaftskampf gelang es erstmals einem deutschen Boxer in seiner Gewichtsklasse zum dritten Mal Weltmeister zu werden. In den nachfolgenden Kämpfen konnte sich Markus Beyer mit Winderls Unterstützung weiterhin als Weltmeister behaupten.[22][23][24][25][26][27][28][29][30]

Besonders an dieser Zusammenarbeit war, dass Welt- und Europameister nun auch öffentlich bekundeten, dass sie sich die Unterstützung von einem Mentaltrainer geholt hatten. In vielen anderen Sportarten ist es nach wie vor nicht üblich dies öffentlich zu machen, um einen Leistungsvorsprung geheim halten zu können

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Eckard Winderl: Die hypnotische Therapie chronischer Schmerzen. Peter Lang, Frankfurt am Main, Bern, New York 1986, ISBN 3-8204-8543-0 (= Europäische Hochschulschriften Reihe 6, Psychologie; Band 177)
  • F. Hoppe, E. Winderl: Hypnotische Schmerzlinderung: Erklärungsansätze, Vorgehensweisen und Befunde. In: Hypnose und Kognition. Band 3, 1986, S. 9–26
  • Eckard Winderl: Hinter die Erinnerung schauen, Neue Grundzüge und Techniken des NLP. Junfermann Verlag, Paderborn 1996, ISBN 3-87387-315-X (= Reihe Pragmatismus und Tradition, Band 50)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herzlich Willkommen bei Dr. phil. Eckard Winderl - Psychologe in Hamburg. In: Homepage von Eckard Winderl. Abgerufen am 23. Mai 2019.
  2. Inke Jochims: Wer trainiert NLP. Hrsg.: Inke Jochims. Junfermann, Paderborn 1992, ISBN 3-87387-074-6.
  3. Burkhard Peter: Hypnotherapeutische Schmerzkontrolle. Ein Überblick. In: Milton Erickson Gesellschaft (Hrsg.): Hypnose und Kognition. Band 3, Nr. 1. Milton Erickson Gesellschaft, München April 1986, S. 30.
  4. Frank Hoppe: Direkte und indirekte Suggestionen in der hypnotischen Beeinflussung chronischer Schmerzen. Hrsg.: Europäische Hochschulschriften. Band 157, Nr. 6. Peter Lang, Frankfurt am Main, Bern, New York 1986, ISBN 3-8204-8526-0, S. 149.
  5. Burkhard Peter: Hypnotherapeutische Schmerzkontrolle. Ein Überblick. In: Milton Erickson Gesellschaft (Hrsg.): Hypnose und Kognition. Band 3, Nr. 1. München, Milton Erickson Gesellschaft, April 1986, S. 30.
  6. Kassenärztliche Vereinigung Hamburg: Bescheid über Eintragung ins Arztregister. Hamburg 21. Dezember 1999.
  7. Martin Bargfeldt, Gerhart Unterberger: Psychologische Begleitung von Krebstherapien mit Hilfe von Medien. Hrsg.: Institut für Therapie und Beratung an der HAWK. Hildesheim/Holzminden/Göttingen 2002, S. 19 (Online [PDF; 774 kB; abgerufen am 16. Juni 2019]).
  8. Robert Baur: "Sokratischer Dialog" und hypnosystemische Teilearbeit in Therapie und Beratung, Dissertation zur Erlangung des Doktors der philosophisch-sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg. Augsburg 2007, S. 261.
  9. Peter B. Kraft: NLP-Handbuch für Anwender. NLP aus der Praxis für die Praxis. überarbeitete und erweiterte Neuauflage Auflage. Junfermann Verlag, Paderborn 2010, ISBN 978-3-87387-737-5, S. 190 f.
  10. Peter B., Kraft: synTeam. In: NLP-Handbuch für Anwender, Basisliteratur. Dr. Peter b. Kraft, 10. Juni 2019, abgerufen am 10. Juni 2019.
  11. Ralph Hannes: Glück ist keine Glückssache, ein Lese- und Lernbuch. Hrsg.: Vandenhoeck transparent. 1. Auflage. Band 60. Vandenhoeck & Ruprecht, 2000, ISBN 3-525-01737-5, S. 163.
  12. Eckard Winderl: Hinter die Erinnerung schauen. Hrsg.: Thies Stahl. 1. Auflage. Band 50. Junfermann Verlag, Paderborn 1996, ISBN 3-87387-315-X, S. 9.
  13. NDR DAS! am Nachmittag: mitschnittservice@ndr.de. 11. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019.
  14. NDR: Was ist das Hochstaplersyndrom? Abgerufen am 19. Oktober 2019.
  15. Peter Ehrenberg: Der Tiger auf der Couch. Hrsg.: Hamburger Morgenpost. 4. Juni 1997, S. 50.
  16. Ulf Zimmermann und Andreas Hardt: Hill ist richtig nervös. In: Rhein-Zeitung. 13. Juni 1997, abgerufen am 23. Mai 2019.
  17. Hamburger Abendblatt (Hrsg.): Wie Dariusz Michalczewski für den Kampf des Jahres trainierte. Hamburg 10. Juni 1997.
  18. Frank Niggemeier: Seit 21.48 Uhr ist der Tiger unsterblich. Hrsg.: Hamburger Morgenpost. 14. Juni 1997.
  19. Die Welt (Hrsg.): Wenn der Champ im Box-Ring blau sieht. 1. Oktober 1997, S. 35.
  20. Thomas Dierenga, Wolfgang Weggen: Tiger "Er ist für mich wie schlechte Luft, die sich verzieht". Hrsg.: BILD. Hamburg 12. April 2000, S. 24.
  21. Jörg Lubrich: Erst zum Psychologen , dann macht Beyer bumm. Hrsg.: BILD. 9. Oktober 2004.
  22. Monty Gräßler: Mit links und 40 Fieber. 1. Auflage. Chemnitzer Verlag, 2009, ISBN 978-3-937025-48-3, S. 253.
  23. Jörg Lubrich, Ulli Klemm: Erst zum Psychologen, dann mach Beyer bumm. Hrsg.: BILD. 9. Oktober 2004.
  24. Jörg Lubrich: Drei Hammer-Schläge! Beyer holt WM-Titel zurück. Hrsg.: BILD. 10. Oktober 2004.
  25. Jörg Lubrich: Unser tapferer Weltmeister. Hrsg.: BILD-SPORT. 14. März 2005.
  26. Hans-Joachim Leyenberg: Der neue Beyer bleibt sogar angeschlagen stabil. Hrsg.: FAZ. 14. März 2005, S. 31.
  27. str: Beyers Befreiungsschlag. Hrsg.: Hamburger Abendblatt. 11. Oktober 2004.
  28. Jörg Lubrich: Beyer Unser neuer Weltmeister. Hrsg.: BILD. 11. Oktober 2004, S. 26.
  29. Lars Becker: Hoffnungsträger Beyer. Hrsg.: Hamburger Morgenpost. 14. März 2005, S. 30.
  30. Hamburger Abendblatt (Hrsg.): Beyer wird zum Champion. 14. März 2005, S. 30.