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Dorotheenstädtische Kirche

Kirchengebäude in Berlin
Die Dorotheenstädtische Kirche in der Neustadt bei Berlin, 1690
Die Ruine der Dorotheenstädtischen Kirche, 1950

Die Dorotheenstädtische Kirche, auch Neustädtische Kirche genannt,[1] war eine Pfarrkirche in Berlin.

Die Pfarrkirche der im 17. Jahrhundert vom Großen Kurfürsten gegründeten Dorotheenstadt stand, umgeben von ihrem Kirchhof, in der Neustädtischen Kirchstraße zwischen Mittelstraße und Dorotheenstraße[2] an der Stelle eines schlichten Vorgängerbaus wohl von Rutger von Langerfeld aus den Jahren 1678–1687. Der 1861–1863 unter Beibehaltung des Grundrisses von R. Habelt errichtete Neubau war eine dreischiffige Hallenkirche im Rundbogenstil der Stülerschule mit einem hohen, schlanken Kirchturm. Er enthielt neben den Glocken und einigen Ausstattungsstücken berühmte Berliner Grabmale wie die von Rutger von Langerfeld, Johann Arnold Nering, Michael Mathias Smids, Karl August Fürst von Hardenberg und Anna Dorothea Therbuschs aus dem Erstbau. Albert Geyer gestaltete 1902–1903 das Innere neu. Als besonders wertvoll galt das 1788/1789 von Gottfried Schadow geschaffene Grabmal des Alexander von der Mark. Es wurde im Zweiten Weltkrieg ausgelagert.[3]

Am 22. November 1943 brannte das Innere infolge eines alliierten Luftangriffs vollständig aus.[4] Das Grabmal Alexanders von der Mark fand 1951 in der Alten Nationalgalerie einen neuen Platz. Vor der Sprengung der Ruine der Dorotheenstädtischen Kirche im Jahr 1965 konnten die Epitaphe der Thaerbusch und Langerfelds ausgebaut werden.[5] Danach wurde die Fläche eingeebnet und sich selbst bzw. der Natur überlassen. Das ehemalige Gelände von Kirche und Friedhof ist seit 2011 unter der Bezeichnung Neustädtischer Kirchplatz als Park gestaltet.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Felix Zimmermann: Die Neustädtische Kirchstraße ist eine tote Ecke – Schuld daran ist nicht nur der 11. September: Straße der Berechtigten. In: Berliner Zeitung, 11. Mai 2002.
  2. Neustädtische Kirchstraße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1900, Teil 3, S. 441.
  3. Dorotheenstädtische Kirche. In: Bezirkslexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  4. kirchensprengung.de Informationen über nicht mehr vorhandene Gotteshäuser, die infolge der Kriegszerstörungen abgerissen wurden; siehe „Dorotheenstädtische Kirche“
  5. Götz Eckardt: Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Band 1, Henschel-Verlag, Berlin 1978, S. 5.

Koordinaten: 52° 31′ 5,3″ N, 13° 23′ 6″ O