Dirk Meyer (Ökonom)

deutscher Ökonom und Hochschullehrer

Dirk Meyer (* 7. Dezember 1957 in Kiel) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er ist Professor an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.

Akademische LaufbahnBearbeiten

Meyer studierte Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und erhielt 1982 sein Diplom in Volkswirtschaftslehre und 1983 sein Diplom in Betriebswirtschaftslehre. Anschließend promovierte er 1987 über Arbeitsmarktpolitische Interventionen in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Analyse unter besonderer Beachtung dynamischer Effekte zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. 1992 folgte seine Habilitation mit der Arbeit Technischer Fortschritt im Gesundheitswesen. Eine Analyse der Anreizstrukturen aus ordnungstheoretischer Sicht.

Er war als Professor an den Universitäten in Bochum und Hamburg tätig und ist seit 1994 Professor für Volkswirtschaftslehre am Institut für Volkswirtschaftslehre der Helmut-Schmidt-Universität. Dort hat er einen Lehrstuhl für Ordnungsökonomik inne. Seine Forschungsgebiete umfassen die Ordnungs-, Wettbewerbs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, die Innovationsforschung sowie die Europäische Integration.

Politische PositionenBearbeiten

Meyer war 2005 einer der Unterzeichner des Hamburger Appells, in dem insbesondere für eine streng stabilitätsorientierte Finanzpolitik der Bundesregierung geworben wurde. Er war einer der 68 Hauptzeichner der Wahlalternative 2013.[1] Zudem war er ab 2013 –- ohne Parteimitglied zu sein[2] – Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Partei Alternative für Deutschland, trat jedoch im Juli 2015 von dieser Funktion zurück.[3]

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Meyer bekannt, als er sich für die vom ehemaligen BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel in die Diskussion gebrachte Forderung der Einführung eines Nord-Euros und Süd-Euros einsetzte. Seit 2012 plädiert er für ein Euro-Parallelwährungssystem, das den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu nationalen Währungen eröffnet. Die Euro-Rettungspolitik lehnt Meyer als ökonomisch schädlich, rechtlich problematisch und politisch nicht zielführend ab. Er verfasste dazu mehrere wirtschaftswissenschaftliche Aufsätze.[4]

Im Mai 2018 initiierte er mit Thomas Mayer, Gunther Schnabl und Roland Vaubel den Aufruf Der Euro darf nicht in die Haftungsunion führen!. Dieser wurde von über hundert Ökonomen unterstützt.[5]

Meyer ist Autor der Wochenzeitung „Junge Freiheit“.[6]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Arbeitsmarktpolitische Interventionen in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Analyse unter besonderer Beachtung dynamischer Effekte (= Europäische Hochschulschriften / 5). Lang, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3820403280. (zugl. Dissertation)
  • Technischer Fortschritt im Gesundheitswesen. Eine Analyse der Anreizstrukturen aus ordnungstheoretischer Sicht (= Schriften zur angewandten Wirtschaftsforschung, Band 61). Mohr, Tübingen 1993, ISBN 3-16-146107-X. (zugl. Habilitation)
  • Wettbewerbliche Neuorientierung der Freien Wohlfahrtspflege (= Volkswirtschaftliche Schriften, Nr. 486). Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09615-0.
  • Für mehr Wettbewerb im stationären Altenhilfesektor. Handlungsbedarf aufgrund Kapazitätsprognose 2050 (= Schriften der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt, Band 24). Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11104-4.
  • Euro-Krise. Austritt als Lösung? (= Wirtschaft aktuell) Lit, Berlin 2012, ISBN 978-3-643-11775-5.
  • hrsg.: Die Zukunft der Währungsunion. Chancen und Risiken des Euros (= Wirtschaft aktuell). Lit, Berlin 2012, ISBN 978-3-643-11918-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1.  - Unterstützer - wa2013.de. In: wa2013.de. Abgerufen am 21. Juni 2021.
  2. Henning Krumrey: Alternative für Deutschland: AfD: Professoren werben für den Vorsitzenden Bernd Lucke. In: wiwo.de. 27. Januar 2015, abgerufen am 21. Juni 2021.
  3. Tilman Steffen: Parteigründung: Luckes Neustart heißt jetzt Alfa. In: zeit.de. 19. Juli 2015, abgerufen am 21. Juni 2021.
  4. Beate Kranz: Professor Meyer: "Deutschland soll aus dem Euro austreten" - Hamburger Abendblatt. In: abendblatt.de. 5. Dezember 2011, abgerufen am 21. Juni 2021.
  5. Ökonomen-Aufruf: Euro darf nicht in Haftungsunion führen. In: faz.net. 21. Mai 2018, abgerufen am 21. Juni 2021.
  6. Einer seiner Junge Freiheit Artikel als PDF auf der Website der Helmut-Schmidt-Universität.