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Lage des Dinder-Nationalparks in Sudan

Der Dinder-Nationalpark liegt im Osten Sudans an der Grenze zu Äthiopien. Er wurde 1935, noch unter ägyptisch-britischer Kolonialherrschaft, gegründet. Seine Fläche wurde 1983 auf ca. 10.000 km² erweitert und ist damit auf drei Bundesstaaten verteilt: Sannar, al-Qadarif und an-Nil al-azraq. Im Jahr 1979 wurde er zum Biosphärenreservat erklärt, darüber hinaus ist er auch als bedeutendes Feuchtgebiet in die Ramsar-Convention on Wetlands aufgenommen.

Seinen Namen bezieht der Park vom gleichnamigen Fluss Dinder, der in Äthiopien entspringt und nur saisonal Wasser führt. Ein weiterer bedeutender Fluss ist der Rahad, der die nördliche Begrenzung des Parks darstellt.

Der Park teilt sich in verschiedene ökologische Zonen auf. Die dominanten Varianten dabei sind Savannen- und Baumsavannengebiete, Flussökosysteme und die so genannten Mayas. Dies sind i. d. R. Senken oder ehemalige Flussschlingen die bis weit in die Trockenzeit hinein Wasser halten. Sie haben eine überragende Bedeutung in der Versorgung der Wildtiere mit Wasser und frischen Gräsern.

Es gibt trotz vieler Probleme noch eine reiche Flora und Fauna. Zu nennen sind besonders die großen Säugetiere, wie Paviane, verschiedene Gazellenarten, Büffel und Löwen, und die vielen Vogelarten. Giraffen und Elefanten sind durch Wilderei und mangelnde Habitate ausgestorben. Im Jahr 2005 wurden erstmals wieder Elefanten gesichtet, die aus dem benachbarten Äthiopien einwanderten.

Der Dinder-Nationalpark ist momentan der einzige Nationalpark Sudans, für den es einen Managementplan gibt, der auch zu großen Teilen umgesetzt wird. Jedoch sieht sich der Park mit einigen Problemen konfrontiert. Der Druck, der von der Bevölkerung der Umgebung des Parks ausgeht, ist groß. Die Weiden für die Tiere und die Flächen für die Felder sind knapp und der Park scheint eine schier unerschöpfliche Quelle an diesen so dringend benötigten Ressourcen zu bieten. Die sozioökonomische Situation großer Teile der Bevölkerung ist sehr schwach und der Park bietet einen relativ einfachen Weg, um das Einkommen aufzubessern und somit die Ernährung der Familie zu sichern. Denn der Park ist zu groß, um von den Rangern flächendeckend überwacht zu werden. Werden illegale Aktivitäten entdeckt, drohen hohe Strafen. Ein Hirte muss die Hälfte seiner Herde abgeben, was ungefähr der Halbierung des Einkommens gleichkommt.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Higher Council for Environment and Natural Resources (HCENR); Wildlife Conservation General Administration (WCGA): Management Plan for Dinder National Park Sudan. Khartum 2004

WeblinksBearbeiten