Dienstgewicht

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Die Bezeichnung Dienstgewicht (in Deutschland Dienstmasse) wird bei Triebfahrzeugen verwendet. Es ist der Begriff für das Gesamtgewicht einer sich im aktiven Dienst befindenden Lokomotive. Das Dienstgewicht unterscheidet sich vom Leergewicht dadurch, dass hier auch die Verbrauchsmaterialien mit eingerechnet werden. Es ist ein theoretischer Wert, da sich das Gesamtgewicht einer arbeitenden Lokomotive während der Fahrt verringert. Dennoch ist für verschiedene Berechnungen (z. B. Bremsrechnung) ein Wert für das Gesamtgewicht der Lokomotive notwendig. Dafür wird dieser theoretische Wert benutzt.

Information zum Dienstgewicht einer österreichischen Elektrolokomotive
Information zum Dienstgewicht einer weiteren ÖBB-Elektrolokomotive
Dienstgewicht-Angabe auf einem Schlepptender

Als einzeln stehende Bezeichnung wird Dienstgewicht vor allem bei Diesel- und Elektrolokomotiven angewendet. Bei Dampflokomotiven ist eine isolierte Dienstgewichtangabe eher unüblich. Da hier das Dienstgewicht zu stark wechselt, wird zusätzlich mit – meist prozentualen – Gewichtsangaben der Vorräte gearbeitet (Dienstgewicht bei vollen Vorräten, Dienstgewicht bei halben Vorräten usw.).

Das Dienstgewicht setzt sich aus dem Lokomotivleergewicht, dem durchschnittlichen Verbrauchsmaterial (in der Regel wird mit zwei Dritteln der vollen Vorräte gerechnet) und gegebenenfalls Ballast zusammen. Bei Triebwagen kommt noch das Ladungsgewicht hinzu.

Das Dienstgewicht ist oft ein wichtiger Faktor bei der Ausschreibung von Fahrzeugen, denn mit ihm hängt die mögliche Achslast bzw. das Reibungsgewicht zusammen. Das Reibungsgewicht ist gerade bei Adhäsionsfahrzeugen ein wichtiger Wert, da die maximal mögliche Anfahrzugkraft heute in der Regel von der Haftreibung beschränkt wird und nicht mehr von der Lokomotivleistung. Bei einigen Fahrzeugserien ist es möglich, durch Einfügen von Ballast ein unterschiedliches Dienstgewicht zu erreichen. In der Regel wird versucht, das Dienstgewicht auf den maximal zulässigen Wert zu bringen. Das heißt, bei einem zulässigen Achsdruck von 21 Tonnen wird das gewünschte Dienstgewicht für eine vierachsige Lokomotive knapp unter 84 Tonnen betragen.

Das im bahntechnischen Fachbegriff Dienstgewicht enthaltene Wort "Gewicht" ist physikalisch nicht präzise. Mit Dienstgewicht ist im physikalischen Sinne die Masse gemeint und nicht etwa die Gewichtskraft, es wird entsprechend auch in Maßeinheiten der Masse angegeben (Kilogramm, Tonne).

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