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Das Logo der Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe e.V. ist das humanitäre Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Seit 1954[1] unterstützt der Verein mit Sitz in Berlin[2] Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Die Organisation orientiert sich am christlichen Menschenbild und leistet bedingungslos humanitäre Nothilfe, nach eigenen Angaben unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität. Der Verein ist mit seiner Schwesterorganisation Brot für die Welt Teil des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung in Berlin.

Die Organisation unterstützt jedes Jahr rund 140 Hilfsprojekte weltweit. Dabei arbeitet sie eng mit kirchlichen, kirchennahen und säkularen Partnern zusammen.

Die Vereinsarbeit richtet sich streng nach dem Verhaltenskodex der humanitären Hilfe: Die Achtung der Menschenwürde ist ihr oberstes Gebot, sie arbeitet mit den Betroffenen partnerschaftlich zusammen und fördert Eigenständigkeit und Versöhnung. Dabei achtet sie auf strikte Neutralität und Unabhängigkeit.

Inhaltsverzeichnis

ArbeitsschwerpunkteBearbeiten

NothilfeBearbeiten

Sowohl bei Naturkatastrophen als auch bei bewaffneten Konflikten sichert die Diakonie Katastrophenhilfe das Überleben der Menschen vor Ort. Hilfsgüter wie Trinkwasser, Nahrung, Medikamente, Decken und Zelte werden in der Regel auf lokalen Märkten gekauft, um die einheimische Wirtschaft zu stärken und durch kurze Transportwege Kosten zu sparen. Psychologische Unterstützung, besonders für Kinder und Opfer sexueller Gewalt, soll Betroffenen helfen.

WiederaufbauBearbeiten

Der Verein unterstützt die Betroffenen von Katastrophen dabei, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen, tragfähige Lebensbedingungen herzustellen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Sie hilft beim Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Gesundheitsstationen und sorgt für eine Wasserversorgung. Mit Saatgut und Werkzeug sowie landwirtschaftlichen und beruflichen Schulungen ermöglicht die Organisation den Menschen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

KatastrophenvorsorgeBearbeiten

Durch den Klimawandel haben Naturkatastrophen in den letzten Jahren zugenommen. Der Verein setzt sich dafür ein, die Auswirkungen zukünftiger Katastrophen abzuschwächen und die Menschen besser auf den Notfall vorzubereiten. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern macht sie Häuser erdbeben- und sturmsicher, errichtet Schutzbauten, forstet Küstenregionen auf, verteilt salztolerantes Saatgut und verbessert die Bewässerungssysteme. Außerdem entwickelt die Hilfsorganisation Frühwarnsysteme und Notfallpläne.

GeschichteBearbeiten

Die Vorläuferorganisation, das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland, arbeitete zunächst vor allem in Deutschland und half bei der Verteilung der internationalen Hilfe für die Millionen Flüchtlinge und Obdachlosen. Als sich die Situation in Deutschland zu Beginn der 1950er Jahre spürbar besserte, konnte das Hilfswerk auch internationale Hilfe leisten.

Mit der Gründung der Ökumenischen Diakonie als Abteilung des Hilfswerks wurde die Aufgabe einer Katastrophenhilfe für das Ausland 1954 erstmals institutionalisiert – die Geburtsstunde der Diakonie Katastrophenhilfe. Bereits zwei Jahre später, als der niedergeschlagene Aufstand in Ungarn eine große Flüchtlingsbewegung auslöste, erreichten die Spenden Millionenhöhe. Danach entwickelte sich die Not- und Katastrophenhilfe zu einem festen Bestandteil des Diakonischen Werks, das 1957 aus Hilfswerk und Innerer Mission hervorging.[1] Die Aktionen wurden unter der Leitung von Ludwig Geißel koordiniert. Neben Naturkatastrophen wie der Oderflut in Ostdeutschland, dem Tsunami in Südostasien oder dem Erdbeben in Haiti erforderten immer auch politische Konflikte den Einsatz der Diakonie Katastrophenhilfe. So engagierte sie sich beispielsweise in den 1960er Jahren trotz massiver politischer Kritik sowohl in Nord- als auch in Südvietnam. Auch im Irak und in Afghanistan wurden in den letzten Jahren umfangreiche Hilfsprogramme durchgeführt. Gleichzeitig behält die Diakonie Katastrophenhilfe auch die „vergessenen Katastrophen“ fest im Blick. Damit werden humanitäre Notsituationen in Ländern bezeichnet, die wie Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Somalia, der Tschad oder Sudan abseits des Medieninteresses seit Jahren unter schweren Konflikten und Krisen leiden.

FinanzierungBearbeiten

Einen Teil der Projektgelder erhält der Verein aus öffentlichen Mitteln, etwa vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vom Auswärtigen Amt und vom Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission. Die wichtigste Einnahmequelle im Jahr 2013 waren Spenden. So lagen die Gesamterträge mit 45,6 Millionen Euro deutlich über denen des Vorjahrs.

Der größte Teil der Mittel (86,5 %) fließt in die Projektarbeit, vor allem in Entwicklungsländern. Weitere Mittel werden für Projektbegleitung (3,6 %), Werbung (5,1 %), Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, Advocacy (2,2 %) und Verwaltung (2,6 %) aufgewendet.[3]

Mitgliedschaften, KooperationenBearbeiten

Der Verein arbeitet eng mit der katholischen Hilfsorganisation Caritas International zusammen, zudem ist sie aktiv im Fachbereich Humanitäre Hilfe von VENRO. Und durch die Mitgliedschaft im weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance (Action by Churches together) kann der Verein auch in Ländern helfen, in denen sie keine eigenen Partnerorganisationen hat.[4]

VorstandBearbeiten

  • Ulrich Lilie, Pfarrer, Präsident, Vorsitzender
  • Cornelia Füllkrug-Weitzel, Pfarrerin, Präsidentin, Stellvertretende Vorsitzende
  • Jörg A. Kruttschnitt
  • Maria Loheide
  • Claudia Warning[5]

PublikationenBearbeiten

Der Verein informiert regelmäßig über seine Arbeit, unter anderem mit folgenden Publikationen:

  • Jahresbericht
  • Der Ferne Nächste (aktuelle Berichte aus den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas)
  • Fachpublikationen
  • Newsletter (E-Mail)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Unsere Geschichte. In: Diakonie Katastrophenhilfe. (diakonie-katastrophenhilfe.de [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  2. Satzung. In: Diakonie Katastrophenhilfe. (diakonie-katastrophenhilfe.de [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  3. Jahresbericht 2012. Diakonie Katastrophenhilfe, S. 23, abgerufen am 11. Juli 2018.
  4. Partner in der Welt. In: Diakonie Katastrophenhilfe. (diakonie-katastrophenhilfe.de [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  5. Vorstand. In: Diakonie Katastrophenhilfe. (diakonie-katastrophenhilfe.de [abgerufen am 11. Juli 2018]).