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Wahlaufruf des Deutschen Verbandes unter Verwendung des Edelweiß-Parteisymbols zu den italienischen Parlamentswahlen 1921

Deutscher Verband (DV) war der Name des im Oktober 1919 unter dem Eindruck der italienischen Annexion Südtirols erfolgten Zusammenschlusses der beiden bürgerlichen deutschen Parteien in Südtirol: der Tiroler Volkspartei, die ihrerseits im Oktober 1918 aus der Fusion von Konservativen und Christlichsozialen entstanden war und der Deutschfreiheitlichen Partei, während die Südtiroler Sozialdemokraten den Deutschen Verband ablehnten und es bis zu ihrer von den italienischen Faschisten erzwungenen Auflösung 1924 vorzogen, mit den italienischen Sozialisten zusammenzuarbeiten.[1]

Der DV erreichte bei den italienischen Parlamentswahlen im Jahr 1921 in Südtirol mehr als 90 % der abgegebenen Stimmen und damit alle vier Parlamentsmandate, die in dieser Provinz vergeben wurden (namentlich: Friedrich von Toggenburg, Wilhelm von Walther, Eduard Reut-Nicolussi und Karl Tinzl). Erster Obmann des DV war Eduard Reut-Nicolussi[2]; 1923 wurde er vom Rechtsanwalt Karl Tinzl abgelöst. Wichtigstes Presseorgan des DV war bis zu dessen Verbot der christlich-soziale „Tiroler“ (ab 1923 „Der Landsmann“).[3]

Der Deutsche Verband wurde im Zuge des italienweiten Parteienverbots 1926 von der faschistischen Regierung Mussolini aufgelöst. 1945 knüpfte die Südtiroler Volkspartei (SVP) an die parteipolitische Tradition des Deutschen Verbandes an. Neben Kontinuitäten von Führungspersönlichkeiten übernahm die Partei dabei u. a. das Edelweiß als Parteisymbol − jene Alpenblume, die vom Deutschen Verband bereits 1921 als Listenzeichen verwendet worden war.

Bekannte VertreterBearbeiten

LiteraturBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Othmar Parteli: Südtirol (1918–1970), in: Geschichte des Landes Tirol. Band 4/2. Athesia, Bozen 1988
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 25. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.andreas-hofer-bund.de
  3. Stefan Lechner: Die Erste Option: die Vergabe der italienischen Staatsbürgerschaft an die Südtiroler in Folge der Annexion 1920. In: Hannes Obermair, Stephanie Risse, Carlo Romeo (Hrsg.): Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung. Festschrift für Hans Heiss (= Cittadini innanzi tutto). Folio Verlag, Wien-Bozen 2012, ISBN 978-3-85256-618-4, S. 219–236, Bezug S. 223.