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Deutsche Gesellschaft für Neurologie

medizinische Fachgesellschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN) ist eine medizinische Fachgesellschaft mit 9529 Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2018). Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Ihr formuliertes Ziel ist es, die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Die Gesellschaft wurde 1907 als Gesellschaft Deutscher Nervenärzte in Dresden gegründet, Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. Die DGN ist Dachgesellschaft verschiedener Schwerpunktgesellschaften. Christine Klein ist seit 1. Januar 2019 Präsidentin der DGN.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie
(DGN)
DGN Logo klein RGB.jpg
Zweck: Medizinische Fachgesellschaft für Neurologie
Vorsitz: Christine Klein
Gründungsdatum: 1907[1]
Mitgliederzahl: ca. 9.529
Sitz: Berlin
Website: dgn.org

Inhaltsverzeichnis

Tätigkeiten und ZieleBearbeiten

Die DGN fördert Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie veranstaltet Kongresse und Tagungen, lobt Wissenschaftspreise aus, betreibt Informationspolitik für die Öffentlichkeit. Weiterhin vertritt sie die Interessen der neurologisch tätigen Ärzte in Deutschland. Die DGNeurologie sowie Der Nervenarzt (1928 vom Springer-Verlag gegründet) sind Publikationsorgane der DGN.

OrganisationsstrukturBearbeiten

Zentrale Organe der DGN sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und der Beirat, an dem sich auch Mitglieder verwandter Gesellschaften, wie etwa der Berufsverband der Deutschen Neurologen (BDN), beteiligen. Die Facharbeit mit administrativen und klinischen Aufgaben findet in den Kommissionen statt, die Delegierten vertreten die DGN-Interessen in den anderen Gesellschaften. Folgende spezialisierte Schwerpunktgesellschaften arbeiten eng mit der DGN zusammen:

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) ist Partnergesellschaft der DGN.

Weitere Gesellschaften sind mit der DGN assoziiert. Zudem betreibt bzw. unterstützt die DGN weitere Organisationen wie die Fortbildungsakademie oder die Nachwuchsorganisation Junge Neurologen.

MitgliedschaftBearbeiten

Die DGN hat 9529 Mitglieder (Stand Dezember 2018). Die Anzahl der Mitglieder hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt. Ordentliche Mitglieder können alle natürlichen Personen werden, denen die Approbation als Arzt in der Bundesrepublik Deutschland erteilt worden ist oder die als Wissenschaftler auf neurowissenschaftlichem Fachgebiet arbeiten. Auch Medizinstudenten können aufgenommen werden.

DGN-KongressBearbeiten

Der DGN-Kongress ist mit 6000 Teilnehmern der größte Neurologie-Kongress in Europa und der zweitgrößte neurologische Kongress der Welt. Er ist das einschlägige Forum für neurologische Wissenschaft, Therapie, Fortbildung und Gesellschaftsfragen. Das Publikum reicht von klinischen und niedergelassenen Neurologen bis zu Medizinern aus benachbarten Fachgebieten, Psychologen und Therapeuten, die sich neurologischen Patienten widmen. Das wissenschaftliche Programm wird durch die DGN-Fortbildungsakademie, das DGN Forum zu Trends in Beruf und Gesellschaft und eine separate Fachausstellung ergänzt.

GeschichteBearbeiten

Nach der Forderung von Wilhelm Erb, ein Organ zur Förderung neurologischer Interessen zu schaffen, gründete Hermann Oppenheim 1906 die Gesellschaft Deutscher Nervenärzte. Auf der konstituierenden Versammlung wurde Erb 1907 zum ersten Präsidenten gewählt. 1935 wurde die Gesellschaft durch die nationalsozialistische Regierung aufgelöst und in die neu gegründete Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater zwangseingegliedert (siehe Gleichschaltung).

1950 erfolgte die Neugründung durch Heinrich Pette unter dem heutigen Namen. Der erste Kongress fand unter dem Vorsitz von Pette 1952 in Hamburg statt.

2005 wurde Otto Busse erster Geschäftsführer, 2008 entstand die erste zentrale Geschäftsstelle der DGN in Berlin. Heutiger Geschäftsführer ist seit 1. Januar 2010 Thomas Thiekötter.

Liste der Vorsitzenden von Vorgängerorganisationen (bis 1950)Bearbeiten

Amtsperiode Vorsitzender Name der Vorgängerorganisation
1907–1911 Wilhelm Heinrich Erb, Heidelberg Gesellschaft Deutscher Nervenärzte
1912–1917 Hermann Oppenheim, Berlin Gesellschaft Deutscher Nervenärzte
1918–1924 Max Nonne, Hamburg Gesellschaft Deutscher Nervenärzte
1925–1932 Otfried Foerster, Breslau Gesellschaft Deutscher Nervenärzte
1933–1935 Oswald Bumke, München Gesellschaft Deutscher Nervenärzte
1935–1952 (bzw. 1955) Heinrich Pette, Hamburg Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater (1935–1955)

1950–1952 auch Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Liste der bisherigen Vorsitzenden (seit 1950)Bearbeiten

Amtsperiode Vorsitzender
1950–1952 Heinrich Pette, Hamburg
1951–1953 Werner Villinger, Marburg[2]
1953–1954 Georg Schaltenbrand, Würzburg
1955–1956 Paul Vogel, Heidelberg
1957–1958 Gerhard Döring, Hamburg
1959–1960 Fritz Lüthy, Zürich
1961–1962 Klaus-Joachim Zülch, Köln
1963–1964 Eberhard Bay, Düsseldorf
1965–1966 Heinrich Kalm, Dortmund
1967–1968 Johannes Hirschmann, Tübingen
1969–1970 Richard Jung, Freiburg
1971–1972 Helmut Bauer, Göttingen
1973–1974 Friedrich Erbslöh, Gießen
1975–1976 Robert Charles Behrend, Hamburg
1977–1978 Hans Schliack, Berlin/Hannover
1979–1980 Hans Georg Mertens, Würzburg
1981–1982 Dieter Seitz, Hamburg
1983–1984 Heinz Gänshirt, Heidelberg
1985–1986 Klaus Poeck, Aachen
1987–1988 Peter Alexander Fischer, Frankfurt
1989–1990 Wolfgang Firnhaber, Darmstadt
1991–1992 Klaus Schimrigk, Homburg/Saar
1993–1994 Felix Jerusalem, Bonn
1995–1996 Klaus Felgenhauer, Göttingen
1997–1998 Thomas Brandt, München
1999–2000 Johannes Dichgans, Tübingen
2001–2002 Werner Hacke, Heidelberg
2003–2004 Hans-Christoph Diener, Essen
2005–2006 Johannes Noth, Aachen
2007–2008 Günther Deuschl, Kiel
2009–2010 Heinz Reichmann, Dresden
2011–2012 Wolfgang H. Oertel, Marburg
2013–2014 Martin Grond, Siegen
2015–2016 Ralf Gold, Bochum
2017–2018 Gereon R. Fink, Köln
2019–2020 Christine Klein, Lübeck

AuszeichnungenBearbeiten

Die DGN verleiht folgende Preise:

  • Wilhelm Erb-Gedenkmünze (seit 1913)
  • Max Nonne-Gedenkmünze (seit 1960)
  • Heinrich Pette-Preis (seit 1969)
  • Wilhelm Erb-Becher (seit 1992)
  • Adolf Wallenberg-Preis (seit 1998)
  • Rehabilitationspreis H. J. Bauer (seit 2000)
  • Robert Wartenberg-Preis (seit 2001)
  • Dingebauer-Preis (seit 2002)
  • Hans Georg Mertens-Preis (seit 2003)
  • Romberg-Glas (seit 2004, Moritz Heinrich Romberg)
  • Stiftung Felgenhauer zur Förderung junger Neurowissenschaftler (seit 2004)
  • Deutscher Journalistenpreis Neurologie (seit 2008)
  • Multiple Sklerose Preis der Eva und Helma Lehmann-Stiftung (seit 2012)
  • Thiemann-Fellowship (seit 2015)

Junge NeurologenBearbeiten

Die Jungen Neurologen (JuNos) sind die Nachwuchsorganisation des Vereins in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) sowie dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Sie richtet sich an Medizinstudierende, Assistenz- und Fachärzte, die in der Neurologie tätig sind. Ziel der Jungen Neurologen ist es, Studierende für das Fach Neurologie zu gewinnen, Netzwerke zu schaffen, Bedürfnisse zu identifizieren, Nachwuchskräfte in ihrer Weiterbildung zu unterstützen und die Faszination des Berufsfeldes Neurologie zu vermitteln. Die unabhängige, offene Initiative wird mit ehrenamtlichem Engagement und bewusst ohne feste Vereinsstruktur betrieben. Die Mitgliederschaft umfasst rund 1300 Personen (Stand: 2013).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.dgn.org/rubrik-dgn/geschichte
  2. Rolf Castell, Jan Nedoschill, Madeleine Rupps und Dagmar Bussiek: Geschichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland in den Jahren 1937 bis 1961. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-46174-7, S. 112. Leseprobe