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Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen

Selbsthilfeorrganisation und Fachverband für die Bekämpfung von Zwangserkrankungen

Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ) ist ein 1995 gegründeter[1] gemeinnütziger Verein, dessen Hauptziele es sind, über die Zwangsstörung aufzuklären, Betroffene zu beraten und Experten auf dem Gebiet der Forschung und Behandlung die Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches zu bieten.

Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.
Logo
Zweck Bekämpfung von Zwangsstörungen in all ihren Erscheinungsformen
Sitz Hamburg
Gründung 1995
Präsidentin Antonia Peters
Vorstand Michael Zaudig, Thomas Hillebrand, Oliver Sechting
Website http://www.zwaenge.de/

Inhaltsverzeichnis

SelbstverständnisBearbeiten

Die DGZ sieht sich als Organisation Betroffener sowie medizinischer wie psychologischer Experten für das Gebiet der Zwangsstörungen in Deutschland und hat seinen Sitz in Hamburg.[2] Im vierköpfigen Vorstand und zwölfköpfigen Wissenschaftlichen Beirat des Vereins sind entsprechend ebenfalls Psychologen und Mediziner vertreten.

Für die Behandlung von Zwangserkrankungen wurden vom wissenschaftlichen Beirat der DGZ Empfehlungen zu derzeit relevanten Strategien unter der Leitung von Hans Reinecker erarbeitet, die eine Vorstufe von Leitlinien in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde und der Fachgruppe Klinische Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie bilden und das Vorfeld der Erkrankungen, Hinweise für Psychotherapie und medikamentöse Psychotherapie sowie die Standard-Literatur beinhalten.[3] Die DGZ nahm mit Stimmrecht auch an der Konsensuskonferenz zur Erarbeitung von S3-Leitlinien für die Behandlung von Zwangsstörungen teil.[4][5]

Ein Schwerpunkt der Arbeit der DGZ ist die Information über die wissenschaftliche Forschung bezüglich der Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung von Zwangserkrankungen für Experten und Betroffene. Dazu dienen auch die Jahrestagungen bzw. Jahrestreffen der DGZ. Weiterhin unterhält die DGZ unterhält ein Diskussionsforum für Mitglieder und Betroffene.[6]

Die DGZ bringt einmal im Quartal eine Fachzeitschrift, die Z-Aktuell, heraus.[7][8] In Form einer Pressemappe[9] steht eine populärwissenschaftliche Information über Zwangsstörungen und ihre Behandlung zur Verfügung.

Ehrenvorsitzender und einer der Gründer der DGZ ist Iver Hand.[10]

Die DGZ ist Mitglied im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit.[11]

Aufgaben laut SatzungBearbeiten

Die DGZ hat laut Satzung folgende konkreten Aufgaben:

  • Telefonische Hinweise auf Therapeuten in der Region, die auf die Behandlung von Zwangsstörungen spezialisiert sind,[8]
  • Vermittlung zu Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe
  • Hilfestellung beim Aufbau von Selbsthilfegruppen
  • Telefonische Beratung[12]
  • Jährliches Bundestreffen für Selbsthilfegruppen[12]
  • Informationsveranstaltungen zu Zwangsstörungen
  • Jahreskongress (Austausch für Experten und Betroffene)[12]
  • Unterstützung von Forschungsprojekten über Zwangserkrankungen durch vermittlung von Probanden[12]
  • Öffentlichkeitsarbeit[12]
  • Fortbildungsangebote für Therapeuten (Z-Expert)

Wissenschaftlicher BeiratBearbeiten

Es besteht ein wissenschaftlicher Beirat mit Experten zu Zwangsstörungen in Deutschland.

KünstlerpreiseBearbeiten

Die DGZ verleiht Preise an Künstler, die sich in herausragender Weise mit dem Thema Zwangsstörungen beschäftigt haben.

  • 2015: Oliver Sechting und Max Taubert für den Dokumentarfilm Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben.

LiteraturBearbeiten

  • U. Demal, J. Langkär: Zwangsstörungen. Ein Leitfaden für Angehörige. Deutsche Gesellschaft für Zwangserkrankungen DGZ, Osnabrück 1998.
  • H. Reinecker, P. Joraschky: Zwang. In: Wolfgang Senf, Michael Broda (Hrsg.): Praxis der Psychotherapie. Ein integratives Lehrbuch. 5. Auflage. G. Thieme, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-13-106095-2, S. 362 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. David Althaus, Nico Niedermeier, Svenja Niesckene: Zwangsstörungen. Wenn die Sucht nach Sicherheit zur Krankheit wird. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57235-7, S. 232 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Wir über uns der DGZ
  3. Behandlungsempfehlungen der DGZ für Zwangserkrankungen
  4. Konsensuskonferenz zur Erarbeitung von S3-Leitlinien für die Behandlung von Zwangsstörungen, siehe Registerzunge "Herausgeber und Autoren"
  5. S3-Leitlinie Zwangsstörungen. In: Fritz Hohagen, Andreas Wahl-Kordon, Winfried Lotz-Rambaldi, Cathleen Muche-Borowski (Hrsg.): S3-Leitlinie Zwangsstörungen. Springer, Berlin 2015, ISBN 978-3-662-44137-4, S. viii, doi:10.1007/978-3-662-44138-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  6. Forum der DGZ
  7. Über die Z-Aktuell
  8. a b Nicolas Hoffmann, Birgit Hofmann: Wenn Zwänge das Leben einengen. Der Klassiker für Betroffene – Erweitert und mit neuen Übungen – Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. 14. Auflage. Springer, Berlin 2013, ISBN 978-3-642-35352-9, S. 15, doi:10.1007/978-3-642-35352-9_1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Pressemappe der DGZ (PDF).
  10. Prof. Iver Hand zum Ehrenvorsitzenden ernannt
  11. DGZ als Mitglied des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit
  12. a b c d e Wolf Hartmann: Gemeinsam gegen den Zwang. Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. stellt sich vor. In: Wolfgang Senf, Michael Broda (Hrsg.): Psychosoziale Umschau. Psychiatrie-Verlag, Bonn März 2011, S. 44 (Vollversion – psychiatrie-verlag.de [PDF; 4,5 MB]).