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Oliver Sechting

deutscher Filmschaffender und Autor
Oliver Sechting (2012)

Oliver Sechting (* 5. Oktober 1975 in Göttingen) ist ein deutscher Regisseur und Autor.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Oliver Sechting arbeitet primär für seinen Lebensgefährten Rosa von Praunheim und hat an mehreren seiner Filmproduktionen mitgewirkt, unter anderem als Regieassistent und Fachberater an dem mit einem Grimme-Preis ausgezeichneten Dokumentarfilm Die Jungs vom Bahnhof Zoo (2011) über männliche Armutsprostitution in Deutschland. Seit 2012 führt Sechting auch Regie. Er hat mehrere TV-Dokumentarkurzfilme für die Rosa von Praunheim Filmproduktion gedreht. Darunter ist ein Porträt über den Künstler Sin with Sebastian.

Sein Dokumentarfilm Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben (Co-Regie Max Taubert) über Zwangsgedanken hatte im Wettbewerb des Filmfestivals Max-Ophüls-Preis 2014 Uraufführung. Danach lief die Dokumentation auf weiteren Filmfestivals, im Kino und im TV. Die Berliner Psychotherapeutenkammer lobte den Film als einen bemerkenswerten Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen bezeichnete Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben als den ersten Film, dem es gelungen ist, das Innenleben eines Zwangserkrankten anschaulich darzustellen. Sechting ist selber von einer Zwangsstörung betroffen.[1] Im Oktober 2016 wurde er in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen gewählt. 2017 war Sechting als Betroffenenvertreter beim Weltpsychiatriekongress in Berlin geladen.[2]

Sechting schreibt seit 2011 Textbeiträge für das Jahrbuch der Erotik Mein schwules Auge (konkursbuch Verlag).[3][4] Außerdem erscheint er in dem Buch Des Wahnsinns fette Beute (rororo) von Hella von Sinnen und Cornelia Scheel,[5] ebenso in von Praunheims Büchern Rosas Rache (2009), Ein Penis stirbt immer zuletzt (2012) und Wie werde ich reich und berühmt (2017), das Sechting gewidmet ist.[6] Auch als Bühnenfigur taucht Sechting in von Praunheims Theaterstück Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht auf; das Lied Je t'aime - immer mehr ist ihm gewidmet.

Seine Autobiografie Der Zahlendieb - Mein Leben mit Zwangsstörungen (Co-Autorin: Karen-Susan Fessel) erschien 2017 im Balance Buch + Medien Verlag.

Nebenberuflich arbeitet er als Diplom-Sozialpädagoge beim Netzwerk Anders Altern der Schwulenberatung Berlin, das 2016 für den Deutschen Alterspreis nominiert wurde. Davor als Streetworker bei dem Stricherprojekt subway (Hilfe für Jungs e. V.) für Jungen, die anschaffen. Er wohnt in Berlin.

Oliver Sechting kommt aus einer Uhrmacher- und Juwelier-Familie mit weit zurückgehender Berufstradition; er ist verwandt mit Johann Gottfried Sechting.

FilmeBearbeiten

BücherBearbeiten

Als TV-GastBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2014: Nominierung für Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben als bester Dokumentarfilm beim Max-Ophüls-Preis.
  • 2014: Nominierung für Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben als bester Dokumentarfilm beim Achtung Berlin-new berlin film award.
  • 2015: Filmpreis der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen für Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mira Fricke: Angst vor Zahlen, Farben, Namen: Wenn Zwänge die Gedanken dirigieren. In: Spiegel Online. 4. Juli 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  2. WPA Congress 2017. In: wpaberlin2017.com. Abgerufen am 29. Oktober 2017 (englisch).
  3. Rezension zu Mein schwules Auge 8 (2011)
  4. Rezension zu Mein schwules Auge 9 (2012)
  5. Des Wahnsinns fette Beute. In: rowohlt.de.
  6. Rosa von Praunheim im Martin Schmitz Verlag.