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Der Kreis ist eine 1956 von Hans-Ulrich Rieker und Wilhelm A. Rink gegründete Zeitschrift, die sich den Themen Tantra und Buddhismus widmet und zudem über Aktivitäten und Projekte des Arya Maitreya Mandala berichtet.[1]

Der Kreis

Fachgebiet tantrischer Buddhismus
Sprache Deutsch
Verlag Lama und Li Gotami Govinda Stiftung
Erstausgabe 1956
Chefredakteur Birgit Zotz
Weblink www.lama-govinda.de/content/der_kreis.htm
ISSN
ZDB 303156-1

GeschichteBearbeiten

Als 1952 in Europa ein Zweig des Ārya Maitreya Maṇḍala entstand, rief Harry Pieper die in Berlin erschienene Zeitschrift Licht des Dharma ins Leben.[2] Aus dieser Zeitschrift ging Der Kreis hervor, der 1956 inspiriert durch den buddhistischen Schriftsteller und Künstler Lama Anagarika Govinda von Hans-Ulrich Rieker gegründet und von Wilhelm A. Rink redaktionell geleitet wurde. Danach wirkten ab 1970 Karl-Heinz Gottmann und von 1999 bis 2015 Armin Gottmann als Herausgeber der Zeitschrift. Seit 2015 ist die Kulturanthropologin Birgit Zotz für die Zeitschrift verantwortlich.[3]

Der Kreis erlangte wie sein Vorgänger Licht des Dharma gleich nach seiner Gründung Bekanntheit in Fachkreisen, weil die Zeitschrift damals noch seltene Informationen über das Vajrayana brachte. Vorabdrucke der Bücher von Lama Anagarika Govinda wie Schöpferische Meditation und multidimensionales Bewusstsein und Die innere Struktur des I Ging in den 1970er und 1980er Jahren trugen zur weiteren Verbreitung der Zeitschrift bei.

Der Erscheinungsort wechselte seit 1956 mehrfach. Nach Wiesbaden, Meersburg-Daisendorf, Tübingen, Stuttgart, Kelkheim und Überlingen kommt die Zeitschrift heute in Pforzheim heraus.[4] Auch der Verlag wechselte mehrfach. War dieser zu Beginn des Erscheinens die „Bruderschaft Deutschland des Ordens Ārya Maitreya Maṇḍala“ und ab 1970 der „Zweig West Europa“ desselben Ordens, erscheint der Der Kreis seit den 1990er Jahren im Verlag der Lama und Li Gotami Govinda Stiftung, die sich dem geistigen Erbe von Lama Anagarika Govinda und seiner Frau Li Gotami Govinda widmet.

TitelBearbeiten

Die Titel Der Kreis bringt zum Ausdruck, dass Anagarika Govinda das „Ārya Maitreya Maṇḍala als ein interkulturelles Projekt verstand.“[5] Kreis gibt darum einerseits das indische Wort Mandala wieder, mit dem ein geometrisches Bild bezeichnet wird, das in der Kultpraxis des Hinduismus und Buddhismus eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. Zum anderen knüpft der Name an die Tradition der avantgardistischen Kulturzeitschrift Der Kreis an, zu der unteren anderen Hans Henny Jahnn, Ludwig Klages, Max Beckmann, Hans Leip und Joachim Maass Beiträge geliefert hatten, bevor sie 1933 im 10. Jahrgang von der nationalsozialistischen Regierung verboten wurde.[6] Der Untertitel der Zeitschrift wechselte mehrfach. Unter anderen lautete er Zeitschrift für Buddhismus im Westen. Heute findet sich Zeitschrift des Ārya Maitreya Maṇḍala im Untertitel.

AutorenBearbeiten

Unter den Autoren von Der Kreis finden sich die Religionswissenschaftler Martin Baumann[7] und Ernst Benz,[8] der Soziologe Detlef Kantowsky,[9] die Indologen Hans Wolfgang Schumann,[10] und Karel Werner,[11] und Birgit Zotz.[12] Darüber hinaus finden sich Beiträge von Nyanaponika, Lionel Stützer, Bhikkhu Bodhi und Karl Schmied. Der Kulturwissenschaftler Günther Däss verfasste regelmäßig Rezensionen für Der Kreis, unter anderem für Werke von Janwillem Lincoln van de Wetering,[13] Alan Watts[14] sowie Adel Theodor Khoury und Peter Hünermann.[15]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Informationen über die Gründer aus dem Impressum von Der Kreis Nr. 270 (Oktober 2013). S. 2
  2. Volker Zotz: „’Bleibt Philosophen, solange ihr es wollt!’ Die Anfänge des Ārya Maitreya Maṇḍala in Europa.“ In: Derselbe (Hrsg.): Schnittstellen. Buddhistische Begegnungen mit Schamanismus und westlicher Kultur. Festschrift für Armin Gottmann zum 70. Geburtstag. Luxemburg: Kairos Edition 2013 (ISBN 978-2-919771-04-2), S. 153–176
  3. Vgl. Impressum und Editorial der Ausgabe 273 (Mai 2015)
  4. Informationen zu Der Kreis in der Zeitschriftendatenbank
  5. Volker Zotz: Leitmotive des Ārya Maitreya Maṇḍala. Koerich, Luxemburg: Kairos Edition 2013 (ISBN 978-2-919771-06-6)
  6. Vgl. Roland Jaeger: Der Kreis. Zeitschrift für künstlerische Kultur. Hamburg 1924–1933. Bibliographie. Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg, 1984 und Der Kreis 1.1924–10.1933. Zeitschrift für künstlerische Kultur. Deutsches Literaturarchiv Marbach, 1998. ISBN 3-89131-313-6 (Marbacher Mikrofiche-Editionen)
  7. Martin Baumann: „Der Buddhismus im Abendland – historische Entwicklung und gegenwärtige Präsenz.“ In: Der Kreis Nr. 215
  8. Ernst Benz: „Die Bedeutung der Religionswissenschaft für die Koexistenz der Religionen heute.“ In: Der Kreis Nr. 220
  9. Detlef Kantowsky: „Formen des heutigen Theravada in Indien.“ In: Der Kreis Nr. 236–238
  10. Hans Wolfgang Schumann: „War Pali die Sprache des Buddha?“ In: Der Kreis Nr. 213
  11. Karel Werner: „Mystik und indische Spiritualität.“ In: Der Kreis Nr. 221
  12. Birgit Zotz: „Achtzig Jahre Ārya Maitreya Maṇḍala – eine Chronologie.“ In: Der Kreis Nr. 270
  13. Der Kreis Nr. 177 (1985) S. 50–52
  14. Der Kreis Nr. 174 (1985), S. 108–110
  15. Der Kreis Nr. 176 (1985), S. 46–48