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Lorbeer-Seidelbast

Art der Gattung Seidelbast (Daphne)
(Weitergeleitet von Daphne laureola)
Lorbeer-Seidelbast
Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)

Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)
Gattung: Seidelbast (Daphne)
Art: Lorbeer-Seidelbast
Wissenschaftlicher Name
Daphne laureola
L.

Der Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola),[1] auch Immergrüner Seidelbast oder Waldlorbeer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seidelbast (Daphne) innerhalb der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae).

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

 
Illustration aus Die Giftpflanzen Deutschlands, 1910
 
Blüten im Detail

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Der Lorbeer-Seidelbast ist eine immergrüne, verholzende Pflanze, die als Kleinstrauch (Nanophanerophyt) wächst und Wuchshöhen von meist 50 bis 100 (40 bis 120) Zentimetern erreicht. Sie ist nur wenig verzweigt. Die Rinde ist anfangs gelbgrün und später hellgrau.[1]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die kahle, ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern lanzettlich bis verkehrt-eiförmig. Die Blattoberseite ist matt dunkelgrün und die -unterseite ist gelblich mit einem kräftigen Mittelnerv.

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blütezeit reicht von Februar bis Mai. Drei bis sieben Blüten stehen in einem kurz gestielten, traubigen Blütenstand in den Blattachseln nahe der Zweigspitze zusammen. Die wachsen zu Die schwach duftenden, zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier gelblich-grünen, kronblattartigen Kelchblätter sind zu einer kahlen Röhre verwachsen. Kronblätter sind keine zu erkennen.

Die 5 bis 10 Millimeter langen, eiförmigen Steinfrüchte beginnen ab Juli zu reifen und sind bei Reife blauschwarz.

ChromosomenzahlBearbeiten

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[2]

Vorkommen und GefährdungBearbeiten

Das Verbreitungsgebiet umfasst den Mittelmeerraum, West- und Südeuropa sowie Nordafrika.

Der Lorbeer-Seidelbast ist in Österreich selten bis häufig in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten verbreitet. In der Schweiz wächst der Lorbeer-Seidelbast im Jura, im westlichen Mittelland, im südlichen Tessin, im Wallis im unteren Rhonetal und in den zentralen Nordalpen.

In Deutschland kommt der Lorbeer-Seidelbast lediglich im südlichen Schwarzwald und am Mittelrhein natürlich vor und wurde 1996 in der Rote Liste der gefährdeter Pflanzenarten als Kategorie 3 = gefährdet bewertet.[1]

Diese kalkliebende Pflanze bevorzugt als Standort sommerwarme, wintermilde Edellaubwälder (besonders Buchenwälder) und Gebüsche mit mäßig trockenen Lockerböden. Im Bergland dringt der Lorbeer-Seidelbast bis in Höhenlagen von 1000 Metern vor. Er wächst in kollinen bis montanen Höhenstufen. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Querco-Fagetea, kommt besonders in Pflanzengesellschaften des Verbands Quercion pubescenti-petraeae, aber auch in Gesellschaften der Verbände Fagion, Tilio-Acerion oder Carpinion vor.[2]

Der Lorbeer-Seidelbast verwildert selten.

GiftigkeitBearbeiten

Der Lorbeer-Seidelbast ist durch Daphnetoxin stark giftig.

SystematikBearbeiten

Die Erstveröffentlichung von Daphne laureola erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1; S. 357.

Von Daphne laureola wurden zwei Unterarten beschrieben:

  • Daphne laureola L. subsp. laureola: Sie erreicht Wuchshöhen von 40 bis 120 Zentimeter. Die Blütenröhre ist 5 bis 9 Millimeter lang.
  • Daphne laureola subsp. philippii (Gren.) Rouy: Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 40 Zentimeter. Die Äste sind mehr oder weniger niederliegend. Die Blütenröhre ist 3 bis 5 Millimeter lang. Diese Unterart kommt in den Pyrenäen vor.

Mit dem Echten Seidelbast (Daphne mezereum) bildet Daphne laureola die Hybride Daphne × houtteana Lindl. ex Paxton. Dessen Blätter sind halbimmergrün, ledrig und schwärzlich rot.[3]

NutzungBearbeiten

Der Lorbeer-Seidelbast wird zerstreut als Zierpflanze für Gehölzgruppen und in Steingärten genutzt. Er ist seit spätestens 1561 in Kultur.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Daphne laureola L., Lorbeer-Seidelbast. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 660.
  3. a b Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

LiteraturBearbeiten

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Bruno P. Kremer: Strauchgehölze. Erkennen und Bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11478-5.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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