Heidelberger SC

deutscher Fußballverein
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Der Heidelberger SC ist ein deutscher Sportclub aus Heidelberg. Die Fußballabteilung des 300 Mitglieder starken Clubs steht in der Tradition des ehemaligen Dresdner SC Heidelberg, der von Spielern des Dresdner SC sowie der SG Dresden-Friedrichstadt im Jahr 1952 gegründet wurde. Heimstätte des HSC ist die Sportanlage am Harbigweg.

Heidelberger SC
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Basisdaten
Name Heidelberger Sportclub e.V.
Sitz Heidelberg, Baden-Württemberg
Gründung 1968
Farben schwarz/gelb
Präsident Johannes Mainka
Vorstand Tobias Müller-Mitschke, Klaus Bucher, Peter Moskob, Timo Busemann, Tobias Mosig
Website www.heidelberger-sc.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Steffan Doerfer
Spielstätte Sportanlage am Harbigweg
Plätze 2000
Liga Kreisklasse B Heidelberg
2019/20 5. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Abteilung FußballBearbeiten

Die Gründung des heutigen Heidelberger SC geht auf die 1950 erfolgte Zwangsauflösung der SG Dresden-Friedrichstadt zurück. Die Spieler des aktuellen DDR-Vizemeisters sollten darauf hin in die unterklassige VVB Tabak Dresden integriert (und diese in die Oberliga befördert) werden. Aus Protest gegen diese Entscheidung verließen nahezu alle noch verbliebenen Spieler die DDR und wechselten zum Großteil zu Hertha BSC. Eine Rolle spielte dabei auch die Einführung des Vertragsspieler-Statuts in der Stadtliga. Finanzielle Probleme der Berliner ließen etliche Dresdner Spieler jedoch nach Heidelberg weiterziehen, wo sie sich 1951 der TSG Heidelberg 1878 anschlossen.

Noch im selben Jahr lag dem Verbandstag des Süddeutschen Fußball-Verbandes ein Antrag vor, den bisherigen Bezirksligisten auf Grund seiner Dresdner Zugänge in die II. Liga Süd zu befördern. Dies wurde jedoch aus formalen Gründen abgelehnt, weil es ein ungewöhnlicher Präzedenzfall gewesen wäre.[1]

Im ersten Jahr agierte die Mannschaft als selbständige Abteilung innerhalb von Heidelberg 1878 in der A-Klasse.[2] Die TSG war trotz hoher Zuschauerzahlen allerdings nicht in der Lage, die von den Sachsen anvisierte 2. Liga finanziell zu realisieren. Hinzu kamen Differenzen mit anderen Lokalvereinen Heidelbergs. Bereits in der Folgesaison lösten sich die Dresdner aus der TSG heraus und gründeten 1952 den Dresdner SC Heidelberg in Anlehnung an den Dresdner SC. Der DSC wurde in der Spielzeit 1952/53 in die Amateurliga Nordbaden eingegliedert, in der hinter dem FV Daxlanden und dem FV Hockenheim 08 der dritte Rang erreicht wurde. In der Folgezeit hielt der DSC die Amateurliga noch bis zur Saison 1957/58 mit überwiegend gesicherten Mittelfeldplätzen, viele Spieler der alten SG Dresden-Friedrichstadt hatten Heidelberg allerdings bis zum Abstieg wieder verlassen.

Im Jahr 1968 fusionierte der Dresdner SC Heidelberg mit den Freien Turnern Heidelberg zum Heidelberger SC. Der HSC spielte im Anschluss stets unterklassig im Lokalfußball des Rhein-Neckar-Kreises, eine Rückkehr in höhere Ligen gelang nicht mehr.

Im Juni 2013 kam der HSC als Tabellenzweiter der 11. Liga in die Aufstiegsrelegation und gewann in einem dramatischen Spiel im Elfmeterschießen gegen die SG Rockenau mit 8:7 (1:3/3:3/4:3/4:4) und stieg in die Kreisklasse B Heidelberg auf. In der folgenden Saison 2013/14 erreichte man zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt und beendete das Klassement als 13. der Tabelle. Obwohl man in der Saison 2014/15 als Vorletzter aus der Winterpause kam und sich lange gegen den Abstieg mühte, erreichte man durch einen famosen Endspurt mit sechs Siegen aus den letzten sechs Begegnungen einen guten 9. Rang.

StatistikBearbeiten

  • Teilnahme Amateurliga Nordbaden: 1952/53 bis 1957/58

PersonenBearbeiten

  • Hans Kreische wechselte 1954 vom DSC Heidelberg zurück in seine Heimatstadt und spielte für Dynamo Dresden. Während seiner DSC-Zeit war er in der Amateur-Auswahl Nordbadens zum Einsatz gekommen.
  • Als der DSC am 22. Juli 1951 gegen eine Kreisauswahl sein erstes Spiel austrug, wirkten die ehemaligen Friedrichstädter und Herthaner Jungnickel, Kunstmann, Hövermann, Max und Hans Kreische, Seifert und Küchenmeister mit. Auch aus Dresden stammten Ullrich (zuletzt Tabak, vorher Friedrichstadt) und Werner Pohl (VP Dresden, später Phönix Ludwigshafen, nicht zu verwechseln mit Herbert Pohl).[3]

LiteraturBearbeiten

  • Hardy Grüne: Dresdner SC Heidelberg. In: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7: Vereinslexikon. AGON-Sportverlag, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9.
  • Gerhard Zeilinger: Triumph und Niedergang in Mannheims Fußballsport. 1945 bis 1970. Fußball-Archiv, Mannheim 1995, ISBN 3-929295-14-8, (100 Jahre Fußballgeschichte Mannheims und Umgebung 3).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Außerdem vertrat (der SFV-Vorsitzende Hans) Huber den Standpunkt, dass für den Aufstieg grundsätzlich nur sportliche Motive – in diesem Fall die tatsächliche Qualifikation in Aufstiegsspielen – entscheiden könne.“ Bericht des Verbandstages, zitiert nach Zeilinger, S. 83.
  2. Hans Kreische im Interview: „... wo wir anfangs viele Freundschaftsspiele für eine Garantiesumme von 1000 Mark durchführten. Doch das Geld bekamen wir nicht, davon haben wir bei Hertha BSC Berlin unsere Schulden (!) abgezahlt – betreffs Reamateurisierung.“ In: IFFHS (Hrsg.): 11 No. A, Sonderausgabe über den deutschen Fußball.
  3. Komplette Aufstellung bei Zeilinger, S. 83