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Ingrid König (Ehefrau von Claus König), Claus König und Karla Kinstler beim Gespräch bei der World Owl Conference in Groningen

Claus König (* 23. November 1933 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Ornithologe. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Ordnung der Eulen.

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Leben und WirkenBearbeiten

Bereits in seiner Kindheit war Claus König von Eulen und Fledermäusen fasziniert. Nach dem Studium der Zoologie, Botanik und Chemie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main erlangte er 1959 seinen Doktortitel. Zwischen 1962 und 1971 war er Leiter der Vogelschutzwarte Ludwigsburg. Von 1971 bis 1996 war er Kurator in der Vogelabteilung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart. 1997 löste er Olivier Rieppel als Direktor des Museums ab und hatte diese Position bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2000 inne.

Seit Beginn der 1960er-Jahre ist er zusammen mit seiner Frau Ingrid in Eulenforschungsprojekte involviert, wozu Ende der 1960er-Jahre die Wiederansiedlung des Sperlingskauzes im Schwarzwald gehörte. Über dieses Projekt veröffentlichte er 2007 den Naturfilm „Der kleine Spauz“. Anfang der 1980er-Jahre begab er sich auf eine Expedition nach Südamerika, wo er die Orte aufsuchte, an denen Charles Darwin zwischen 1832 und 1835 gewesen war. Weitere Studien betrieb er in Europa und Afrika. König beschrieb einige neue Eulenarten, darunter 1989 die Bergwald-Kreischeule (Megascops hoyi) sowie den Yungas-Sperlingskauz (Glaucidium bolivianum) und den Peru-Sperlingskauz (Glaucidium peruanum) (beide 1991). Gemeinsam mit Friedhelm Weick verfasste er 1999 und 2008 das taxonomische Standardwerk Owls of the World, wo er alle bekannten Eulenarten aufführt, Gattungen revidierte und mehrere Taxa vom Unterartenstatus in den Artstatus erhob. Von 1969 bis 1984 war Claus König Präsident des Deutschen Bundes für Vogelschutz. Darüber hinaus ist er Mitglied bei BirdLife International und in der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft.

1962 entdeckte Claus König in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen die ersten Exemplare der Bayerischen Kurzohrmaus, ein Nagetier, das man in der Folgezeit lange für ausgestorben hielt, bevor es im Jahre 2000 wiederentdeckt wurde.

Neben Bestimmungsbüchern über Vögel schrieb König über 250 wissenschaftliche Artikel.

SchriftenBearbeiten

  • Einflüsse von Licht und Temperatur auf den Winterschlaf des Siebenschläfers Glis G. Glis Linnaeus 1766. 1959.
  • Europäische Vögel. 1966.
  • Sumpf- und Wasservögel, Greifvögel, Hühnervögel, Kraniche, Tauben, Kuckucksvögel, Eulen. 1967.
  • Wildlebende Säugetiere Europas. 1969.
  • 1969–1970: Mitarbeit an Grzimeks Tierleben
  • Europas Vogelwelt in Farben. 1971.
  • Der Kosmos-Vogelführer: Die Vögel Deutschlands und Europas in Farbe. 1972.
  • Mammals. 1973.
  • Die Singvögel Europas. 1976.
  • Vögel Afrikas: Ost und Südafrika. 1979.
  • Vogelnester und Gelege. 1979.
  • Vögel Mitteleuropas. 1982.
  • Auf Darwins Spuren: Ökologische Betrachtungen im Lande des Kondors. 1983.
  • Das grosse Vogelbuch des Olof Rudbeck d.J. Historischer, kunsthistorischer und ornithologischer Kommentar. 1985.
  • Beobachten ja – stören Nein. 1985.
  • Das Museum Schloß Rosenstein. 1987.
  • Owls: A Guide to the Owls of the World. 1999.
  • Tiere im Stadtpark: Die Wirbeltierfauna des Stuttgarter Rosensteinparks. 2000.
  • Owls of the world. 2008.

LiteraturBearbeiten

  • Im Naturkundemuseum – Claus König ist jetzt der Chef. In: Stuttgarter Zeitung. 31. Mai 1997, S. 25.
  • Bärbel Häcker, Eberhart Heiderich: 50 Jahre Naturschutzgeschichte in Baden-Württemberg: Zeitzeugen berichten. Ulmer, 2004, ISBN 978-380-014-472-3, S. 250.

WeblinksBearbeiten