Chubbschloss

nach seinem Erfinder Jeremiah Chubb benanntes Schloss

Das Chubbschloss (auch Zuhaltungsschloss (Kurzzeichen: ZH) oder tosisches Schloss genannt) ist nach seinem Erfinder Jeremiah Chubb benannt, der es 1818 aus dem Buntbartschloss weiterentwickelt hat.

Konstruktionszeichnung eines Chubbschlosses, um 1850
Animation eines Chubbschlosses

Es weist mehrere Sperrzuhaltungen auf, die durch den gestuften Schlüsselbart so angehoben werden, dass der Riegel bewegt werden kann. Der Riegel wird im Regelfall durch zweimaliges Drehen des Schlüssels (zweitourig) vorgeschlossen. Die Variationsmöglichkeit bestehen dabei in der Anzahl der unterschiedlichen Schlüsselbartformen und in den unterschiedlichen Einschnitten des Schlüsselbarts.

Der Schlüssel entspricht einem einfachen Schrank- oder Buntbartschlüssel, in dessen Bart einige Nuten geschnitten wurden. Diese Einschnitte heben die Zuhaltungen in eine bestimmte Höhe, so dass diese den Riegel freigeben. Sind die Schlüsseleinschnitte zu hoch oder zu niedrig, dann lässt sich das Schloss nicht öffnen.

Chubbschlösser mit Falle und eingebautem Wechsel haben die Eigenheit, dass die Zuhaltungen nur den Riegeltransport blockieren, nicht aber die Betätigung der Falle. Wenn also die Tür aus Unachtsamkeit ins Schloss gefallen ist, kann man sie mit einem ausreichend stabilen Dietrich öffnen, so dass sich gegebenenfalls der Schlüssel-Notdienst erübrigt.

In Deutschland waren Chubbschlösser für Wohnungstüren und Haustüren nur bis in die 1950er und 1960er Jahre üblich, da sie im Vergleich zu Zylinderschlössern einen relativ klotzigen und sperrigen Schlüssel besitzen; für Zimmertüren wiederum sind sie zu teuer. In Deutschland werden sie im Privatbereich des Öfteren in Form von Blockschlössern zur Scharfschaltung von Einbruchmeldeanlagen eingesetzt.

Es gibt auch weiterentwickelte sichere und komplizierte Chubbschlösser, die oft für Gefängniszellentüren, Schließfächer und Tresore benutzt werden. Die hochwertigen und komplexen Bauarten gelten als extrem sicher. Ein Vorteil der Chubbschlösser ist dabei, dass man die Reihenfolge der Zuhaltungen ändern bzw. die Zuhaltungen auswechseln kann wenn z. B. ein Schlüssel verlorengegangen ist und man verhindern möchte, dass ein eventueller Finder sich damit Zugang verschafft. Zwar müssen dann auch sämtliche berechtigt im Umlauf befindliche Schlüssel ersetzt werden, ein Tausch des kompletten Schlosses ist aber nicht nötig.

Moderne Chubbschlösser in Haustüren sind besonders üblich in Großbritannien und Skandinavien. Dort gelten sie als wesentlich sicherer als Zylinderschlösser.

LiteraturBearbeiten