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Burkhard Meyer-Sickendiek

deutscher Literaturwissenschaftler

LebenBearbeiten

Burkhard Meyer-Sickendiek studierte von 1990 bis 1996 Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Bielefeld. 1999 wurde er an der Universität Tübingen am DFG-Graduiertenkolleg Pragmatisierung/Entpragmatisierung promoviert. Seine Dissertation behandelte die Ästhetik der Epigonalität, in der es um die Anerkennung epigonalen Schreibens in der Zeit nach Goethe geht. Danach war Meyer-Sickendiek Post-Doktorand am DFG-Graduiertenkolleg Geschlechterdifferenz und Literatur der Ludwig-Maximilians-Universität München und wissenschaftlicher Koordinator für den dortigen Promotionsstudiengang Literaturwissenschaft. 2003 erhielt Meyer-Sickendiek den Bayerischen Habilitationsförderpreis. 2008 habilitierte er sich mit einer Arbeit über den literarischen Sarkasmus in der deutsch-jüdischen Moderne an der LMU München.

Im Oktober 2008 ging Meyer-Sickendiek als Gastprofessor an den Exzellenzcluster "Languages of Emotion" der Freien Universität Berlin, wo er sich mit der Literatur- und Kulturgeschichte des Grübelns beschäftigte. Von 2010 bis 2015 war er Heisenberg-Stipendiat der DFG. Im Rahmen eines ersten Projektes widmete er sich den Wahrnehmungsexperimenten in der modernen und postmodernen Lyrik. Ein zweites, komparatistisches Projekt untersuchte die Theaterentwicklung im 17. und 18. Jahrhundert und erschien 2016 unter dem Titel Zärtlichkeit. Höfische Galanterie als Ursprung der bürgerlichen Empfindsamkeit. Von 2017 bis 2020 ist Meyer-Sickendiek Leiter einer Forschergruppe der Volkswagenstiftung und entwickelt im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Portal Lyrikline.org ein digitales Werkzeug zur automatischen Prosodieerkennung (post-)moderner Online-Lyrik.

VeröffentlichungenBearbeiten

a) MonographienBearbeiten

  • Die Ästhetik der Epigonalität. Theorie und Praxis wiederholenden Schreibens im 19. Jahrhundert: Immermann, Keller, Stifter, Nietzsche. Dissertation. Francke, Tübingen/Basel 2001, ISBN 3-7720-2759-8
  • Affektpoetik. Eine Kulturgeschichte literarischer Emotionen. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-3065-6
  • Was ist literarischer Sarkasmus? Ein Beitrag zur deutsch-jüdischen Moderne. Habilitationsschrift. Fink, Paderborn 2009, ISBN 978-3-7705-4411-0
  • Tiefe. Über die Faszination des Grübelns. Fink, Paderborn, München 2010, ISBN 978-3-7705-4952-8
  • Lyrisches Gespür. Vom geheimen Sensorium moderner Poesie. Fink, Paderborn, München 2012, ISBN 978-3-7705-5146-0
  • Zärtlichkeit. Höfische Galanterie als Ursprung der bürgerlichen Empfindsamkeit. Fink, Paderborn, München 2016, ISBN 978-3-7705-5942-8

b) HerausgeberschaftenBearbeiten

  • Roman Jakobsons Gedichtanalysen. Eine Herausforderung an die Philologien. Gemeinsam herausgegeben mit Hendrik Birus und Sebastian Donat. Wallstein, Göttingen 2003, ISBN 3892446377.
  • Stimmung und Methode, hg. v. Burkhard Meyer-Sickendiek und Friederike Reents, Tübingen: Mohr Siebeck 2013, ISBN 978-3-16-152659-6
  • Fluxus und / als Literatur: Zum Werk Jürgen Beckers, hg. v. Burkhard Meyer-Sickendiek und Anne-Rose Meyer-Eisenhut, München: Edition Text und Kritik 2014, ISBN 978-3-86916-325-3
  • Starke Gefühle. Kulturwissenschaftliche Emotionalitätsdiskurse im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Burkhard Meyer-Sickendiek und Julie Bartosch, Wien: NeueWeltVerlag 2015, ISBN 978-3-9503061-3-2
  • Der jüdische Witz: Zur unabgegoltenen Problematik einer alten Kategorie, hg. v. Burkhard Meyer-Sickendiek und Gunnar Och, Fink, Paderborn, München 2015, ISBN 978-3-7705-5892-6

Tätigkeiten als MusikerBearbeiten

a) Schlagzeuger bei Antitoxin

  • 1987: The Enemy Is You (EP, TPC Records)
  • 1988: The Tower (TPC Records)

b) Sänger bei Two Ton Wreck

  • 1997: Soul Crusher (EP, Mothership Music)
  • 1998: Stranded (Mothership Music)

WeblinksBearbeiten