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Burgerbibliothek Bern

Archiv der Burgergemeinde Bern (Schweiz)

Die Burgerbibliothek Bern an der Münstergasse 63 in Bern ist die Bibliothek und das Archiv der Burgergemeinde Bern.

Burgerbibliothek Bern

Die Burgerbibliothek an der Berner Münstergasse
Die Burgerbibliothek an der Berner Münstergasse
Koordinaten 46° 56′ 50,3″ N, 7° 26′ 53,9″ OKoordinaten: 46° 56′ 50,3″ N, 7° 26′ 53,9″ O; CH1903: 600737 / 199580
Ort Bern, Kanton Bern, SchweizSchweiz Schweiz
Besucheradresse Münstergasse 63
3011 Bern
Gründung 1951
Alter des Archivguts ca. 1000 Jahre
ISIL CH-000031-4
Träger Burgergemeinde Bern
Website www.burgerbib.ch

Geschichte und AuftragBearbeiten

Die Burgerbibliothek Bern sammelt und bewahrt wertvolle und international bedeutende Bestände an Manuskripten, Archivalien und Bilddokumenten. Sie existiert seit 1951 und verdankt ihre Gründung der Umwandlung der damaligen Stadt- und Hochschulbibliothek (heute Bibliothek Münstergasse der Universitätsbibliothek Bern) in eine Stiftung. Dabei verselbständigte man deren Handschriftenabteilung, indem man eine unabhängige Burgerbibliothek Bern errichtete. Heute ist die Burgerbibliothek Bern ein öffentliches wissenschaftliches Archiv.

Die Burgerbibliothek Bern veröffentlicht verschiedene Schriftenreihen.

BestandBearbeiten

Die Burgerbibliothek Bern umfasst vier Bereiche:

PrivatarchiveBearbeiten

Bernische und schweizerische Nachlässe, Familienarchive, Gesellschaftarchive und Firmenarchive. In diesen Beständen finden sich die Berner Chroniken, darunter die Amtliche Chronik und die Spiezer Chronik des Diebold Schilling des Älteren, und Nachlässe von Persönlichkeiten wie Albrecht von Haller, Karl Ludwig von Haller, Jeremias Gotthelf, Albert Anker, Rudolf von Tavel, Philipp Emanuel von Fellenberg, Johann Rudolf Gruner, Karl Howald, Ernst Kreidolf, Rudolf Abraham von Schiferli und Gottlieb Samuel Studer (siehe auch Liste der Nachlässe in der Burgerbibliothek Bern).

FirmenarchiveBearbeiten

GesellschaftsarchiveBearbeiten

Bongarsiana/CodicesBearbeiten

Der Bestand an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Codices umfasst rund 1000 Handschriften, darunter rund 200 Codices aus karolingischer Zeit. Der grösste Teil der Handschriftensammlung geht zurück auf den französischen Gelehrten und Diplomaten Jacques Bongars (1554–1612), dessen Sammlung 1632 nach Bern gekommen ist.[1] Zu den Zimelien der Sammlung gehören u. a. die einzige erhaltene Handschrift des Liber ad honorem Augusti des Petrus von Ebulo (12. Jh.), ein reich illustrierter Prudentius-Codex (9. Jh.) sowie verschiedene Kommentare zu Vergil und Lukan (9./10. Jh.), die als Scholia Bernensia bekannt sind.

Gemälde, Grafik und FotografieBearbeiten

Die Sammlung umfasst hauptsächlich die historische Topographie der Stadt Bern, ihre Umgebung (insbesondere bernische Schlösser und Landsitze), Sujets von kulturhistorischem Interesse, eine Porträtsammlung, die Dokumentation bernischer Porträts sowie Nachlässe von Künstlern wie Friedrich Walthard (1818–1870), Rudolf Münger (1862–1929), Rudolf Mumprecht (* 1918) oder Daniel de Quervain (* 1937).

BurgergemeindearchivBearbeiten

In ihrer Funktion als Gemeindearchiv der Burgergemeinde verwahrt die Burgerbibliothek Bern sowohl die Verwaltungsarchive der burgerlichen Einrichtungen als auch die Archive der burgerlichen Gesellschaften und Zünfte.

LiteraturBearbeiten

  • Die Burgerbibliothek Bern. Archiv, Bibliothek, Dokumentationsstelle. Stämpfli, Bern 2002, ISBN 3-7272-1220-9 (Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum).
  • Schätze der Burgerbibliothek Bern, hrsg. im Auftrag der burgerlichen Behörden der Stadt Bern anlässlich der 600-Jahr-Feier des Bundes der Stadt Bern mit den Waldstätten von der Burgerbibliothek Bern, Bern 1953.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burgerbibliothek Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Claudia Engler: Arte et marte. Franz Ludwig von Erlach und die Bongarsiana. In: Im Auge des Hurrikans, eidgenössische Machteliten und der Dreissigjährige Krieg, hrsg. von André Holenstein, Georg von Erlach und Sarah Rindlisbacher (= Berner Zeitschrift für Geschichte, Jg. 77, 2015 Nr. 3, Sonderausgabe), S. 34–50.