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Burg Wilenstein-Flörsheim

Burgruine in Deutschland

Die Burg Wilenstein-Flörsheim, meist Burg Wilenstein, selten auch Willenstein, ist die teilrestaurierte Ruine einer Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert im Landkreis Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz).

Burg Wilenstein-Flörsheim
Schildmauer eingang1.jpg
Alternativname(n): (meist) Burg Wilenstein, (selten) Burg Willenstein
Entstehungszeit: 1152
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: teilrestauriert
Ständische Stellung: Kaiser, Ministerialen, Grafen
Geographische Lage 49° 21′ 14,9″ N, 7° 45′ 11,5″ OKoordinaten: 49° 21′ 14,9″ N, 7° 45′ 11,5″ O
Höhe: 400 m ü. NHN
Burg Wilenstein-Flörsheim (Rheinland-Pfalz)
Burg Wilenstein-Flörsheim

Die ursprüngliche Einzelburg Wilenstein wurde später zur Doppelburganlage zusammen mit der Burg Flörsheim,[1] die 1347 von den Herren von Flersheim erbaut wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde gesamte Ensemble 1633/34 erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Von der ehemaligen Doppelburg sind heute nur noch Mauerreste erhalten, die überwiegend zur Oberburg gehören.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Burg Wilenstein liegt im nordwestlichen Pfälzerwald rechts oberhalb des Karlstals der Moosalb auf einem Bergsporn in 400 m ü. NHN und gehört zur Gemarkung von Trippstadt.

GeschichteBearbeiten

Die ältere Burg Wilenstein wurde wahrscheinlich 1152 durch den späteren Kaiser Friedrich Barbarossa zum Schutz des Reichslandes um Kaiserslautern und zur Sicherung des staufischen Hausgutes erbaut. 1169 war ein Merbodo von Wartenberg als Edler von Wilenstein nachweisbar, der als Ministeriale fungierte. 1247 waren die Grafen von Leiningen Lehnsherren der Burg. 1273 bemächtigte sich Ritter Johannes von Wilenstein 7 km südöstlich der Burg eines steinernen Kreuzes, das die Herren von Hohenecken als Hoheitszeichen hatten errichten lassen, und ließ sein eigenes Wappen einmeißeln. Des „Herrn Johanns Creutz“ wurde 1551 erstmals urkundlich erwähnt und existiert heute noch real sowie im Ortsnamen des dort entstandenen Weilers Johanniskreuz.

1300 starb die Wilensteiner Linie der Wartenberger aus. Bei Erbstreitigkeiten zwischen Raugraf Konrad und Wildgraf Gottfried im Jahr 1334 wurde die Burg zerstört, anschließend aber wieder aufgebaut. Das Rittergeschlecht der Flersheimer und die leiningische Grafenwitwe von Falkenstein erhielten die Burg 1347 je zur Hälfte zum Lehen. Die Anlage wurde zweigeteilt; es entstanden der östliche, hochadelige Falkensteiner Teil, Oberburg genannt, und der westliche, niederadelige Flersheimer Teil, der als Unterburg bezeichnet wurde. Zwischen den Nachbarn gab es anfangs immer wieder Auseinandersetzungen, ehe nach einem Jahr ein Burgfrieden geschlossen wurde. 1481 fiel die Burg infolge von Leininger Erbstreitigkeiten ganz an die Kurpfalz.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde die Burg 1633/34 zerstört und war in der Folgezeit vermutlich unbewohnt. 1719 erwarb Freiherr Ludwig Anton von Hacke, aus ursprünglich thüringischem Uradel stammend, die Ruine samt dem umgebenden Forstbezirk, wohnte jedoch in seiner 1 km östlich gelegenen Schlossresidenz in Trippstadt. Während der Französischen Revolution fiel die Burg 1792 an Frankreich. 1803 gelangte sie ins Eigentum des Elsass, 1865 durch Kauf an das Königreich Bayern.

AnlageBearbeiten

Die Ruine der Oberburg weist Reste von Schildmauer, Tor, Palas, fünfeckigem Bergfried und Zwinger auf. Teilbereiche der direkt danebenliegenden Ruine der Unterburg sind frei zugänglich.

Anfang der 1960er Jahre wurde ein Teil der Oberburg restauriert und zu einem Schullandheim ausgebaut, das sich seit 1962 in der privaten Trägerschaft eines Fördervereins befindet. Das Heim wird als Selbstversorgerhaus mit 40 Plätzen geführt und kann Schulklassen, Jugend- und Freizeitgruppen aufnehmen.

LiteraturBearbeiten

  • Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald. 4., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Pfälzerwald-Verein, Neustadt an der Weinstraße 1998, ISBN 3-00-003544-3.
  • Arndt Hartung, Walter Hartung: Pfälzer Burgenbrevier: Aufbaustudien. 6. Auflage. Pfälzische Verlagsanstalt, Ludwigshafen am Rhein 1985, ISBN 3-9801043-0-3.
  • Walter Herrmann: Auf Rotem Fels. Braun, Karlsruhe 2004, ISBN 3-7650-8286-4.
  • Wolfgang Medding: Burgen und Schlösser in der Pfalz und an der Saar (= Burgen, Schlösser, Herrensitze. Band 23). Weidlich, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-8035-1124-0.
  • Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz. Weidlich, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-8035-8356-X.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burg Wilenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Burgruine Wilenstein-Flörsheim, auf burgenreich.de.
  2. Eintrag zu Wilenstein in der privaten Datenbank „Alle Burgen“.