Hauptmenü öffnen

Burg Neu-Blumberg

Burg in Baden-Württemberg, Deutschland
(Weitergeleitet von Burg Neuenburg (Blumberg))

Die Burg Neu-Blumberg, auch Räuberschlössle[1] und womöglich retrospektiv Burg Hörnle genannt, ist die Ruine einer Höhenburg beim Ortsteil Neuenburg der Stadt Löffingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Burg Neu-Blumberg
Burgfelsen von Neu-Blumberg

Burgfelsen von Neu-Blumberg

Alternativname(n): Räuberschlössle, Burg Hörnle
Entstehungszeit: vor 1393
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Mauerreste
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Löffingen-Neuenburg
Geographische Lage 47° 50′ 49,9″ N, 8° 17′ 45,9″ OKoordinaten: 47° 50′ 49,9″ N, 8° 17′ 45,9″ O
Höhe: 720 m ü. NN
Burg Neu-Blumberg (Baden-Württemberg)
Burg Neu-Blumberg

Die Burg wurde im Jahr 1393 erwähnt und 1525 im Bauernkrieg zerstört. Als Besitzer wurde 1393 ein Familienmitglied der Herren von Blumberg genannt. Von der auf einem Felsen an der Gauchachschlucht nahe dem Übergang in die Wutachschlucht gelegenen Burganlage haben sich kaum Mauerreste erhalten.

An diesem letzten Abschnitt der Gauchachschlucht sind auf Karten jedoch zwei Burgen eingetragen und bei Neuenburg ist ein nördlicher Hof Unterburg genannt – in der Nähe ein Gewann Burgmühle; im Süden von Neuenburg befinden sich Höfe namens Oberburg, zwischen denen und den Mauerresten nahe der Mündung ein Burgwald liegt.

ChronikBearbeiten

Die Burg Neu-Blumberg wurde von den Herren von Blumberg nach dem Verlust Hüfingens 1383 gebaut:

„Am 22. April 1393 wird eine neue Burg Blumberg genannt: Eberhard von Blůmberg von der nuwen Blůmberg. […] Die Burg Neublumberg ist vermutlich südlich von Neuenburg an der Gauchach gelegen. Wahrscheinlich hatte man versucht, den Westrand des Blumberger Besitzes durch eine weitere Burg zu stabilisieren bzw. den Hüfinger Zugang zur Wutach abzusichern.“[2]

Der Althistoriker Karl Bader schreibt: „Seit 1392 unterscheiden sich einzelne Mitglieder der Ritterfamilie nach ihrem Burgsitz, indem sie sich teilweise von der neuen Blumberg, teilweise von der alten Blumberg nennen. […] Sicher aber ist, daß auch diese Burggründung mit dem Verlust von Hüfingen zusammenhängt. Die Blumberger sahen sich offenbar veranlaßt, die Westflanke ihres Besitzes durch eine neue Burg zu verstärken zu gleicher Zeit, da sie in Blumberg selbst um die alte Sippenburg, die allen Familienmitgliedern gemeinsam gehörte, ein kleines Burgstädtchen anlegten.“[3] Bader in Anmerkung 41, Anhang II: „Die Burganlage selbst, die erst 1880 wieder aufgefunden wurde, lag an einem Bergvorsprung an der Gauchach südlich von Neuenburg. Vgl. dazu S. Riezler in Schriften der Baar III (1889), S. 289.“

Aktuelle FeststellungenBearbeiten

Als Sperre eines Zugangs von Hüfingen kommt nach diesen Angaben nur der Standort nahe dem Zusammenfluss von Gauchach und Wutach in Frage, da hier die Straße Hüfingen-Mundelfingen-Achdorf abgesichert werden kann.

Möglicherweise – wenn sich der Althistoriker Bader und in der Folge A. Bechthold geirrt haben sollten – kommt für die Burg Neu-Blumberg jedoch noch ein anderer, heute Burg Hardeck (Hardegg) genannter Standort bei Mundelfingen in Betracht, denn eine wesentlich kürzere Wegverbindung Hüfingen-Mundelfingen-Achdorf könnte auch von dort aus abgeriegelt worden sein. Die heutige Fahrstraße von Mundelfingen aus, die nahe der Gauchachmündung über den Fluss zur Wutachmühle führte, soll neueren Datums sein. Der an der Mündung gelegene Standort hätte dann ursprünglich den uralten Wutachübergang (von Ewattingen herkommend) kontrolliert.

LiteraturBearbeiten

  • Karl Siegfried Bader: Burg, Dorf, Stadt und Herrschaft Blumberg. Hrsg.: Stadt Blumberg, o. D., vermutlich 1950‚ ‚zur Wiedererlangung des Stadtrechtes‘.
  • André Bechthold: Vom Mittelalter bis zum Übergang an das Haus Fürstenberg. In: Joachim Sturm: Die Geschichte der Stadt Blumberg. Hrsg. im Auftrag der Stadt, Dold-Verlag, Vöhrenbach 1995. ISBN 3-927677-06-X.
  • Arthur Hauptmann: Burgen einst und jetzt – Burgen und Burgruinen in Südbaden und angrenzenden Gebieten. Verlag Südkurier, Konstanz 1984, ISBN 3-87799-040-1, S. 276.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einst ein mächtiger Adel (Memento vom 30. März 2017 im Internet Archive), Badische Zeitung, 2. November 2012, abgerufen am 26. Juni 2019.
  2. Bechthold, 53 f. Quelle zur Urkunde: FUB 2, Nr. 548 / zur Lage: Bader: Burg, Dorf, Stadt, S. 458; S. Riezler: In: SVCB 1880, S. 289 / zur Vermutung der Absicherung: Bader, S. 485 f.
  3. K. Bader: Burg, Dorf, Stadt und Herrschaft Blumberg. Hrsg.: Stadt Blumberg, 1950‚ S. 13.