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Bruchband, Darstellung aus dem 19. Jahrhundert

Ein Bruchband ist ein medizinisches Hilfsmittel, das am ehesten mit einer Korsage verglichen werden kann.

Es dient dazu, einen Leistenbruch am Prolabieren (Heraustreten) zu hindern, und soll die darunterliegende Bauchdecke so weit stabilisieren, dass eine Besserung eintritt, beziehungsweise der Patient beschwerdefrei damit leben kann.

Dazu besteht das Bruchband meistens aus einem straffen Ledergürtel, manchmal auch mit Gummizug, an dem die Pelotte, eine ursprünglich aus Holz, später aus Metall gefertigte Platte, angebracht ist. Diese wird auf die Bruchpforte gesetzt und soll den Bruch zurückdrängen.

Heutzutage wird diese Maßnahme nicht mehr angewandt, da der Nutzen gering ist, das Schadpotential hingegen sehr hoch. Meistens kommt es unter dem Einfluss des Bruchbandes zu einer Hodenatrophie mit Verödung des jeweiligen Hodens. Auch schädigt der ständig anliegende Druck das Gewebe und führt zu Hautulzerationen, bis die Hernie durch die Haut bricht.

Therapie der Wahl beim Leistenbruch ist die alsbaldige Operation. Hierfür stehen neben den klassischen offenen Verfahren (Operation nach Bassini und ihre Variationen, Operation nach Shouldice oder Stoppa) auch offene und minimalinvasive Verfahren mit Verstärkung der Leiste durch ein Polypropylen-Netz (offen: Lichtenstein-Operation; minimalinvasiv: TAPP oder TEP) zur Verfügung.

Bruchbänder wurden bereits sehr früh zur Linderung dieses Krankheitsbildes entwickelt. Aus archäologischen Ausgrabungen lagen bis 1992 22 Funde von Bruchbändern in Mitteleuropa vor, die nahezu alle aus der Merowingerzeit stammen.[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bruchbänder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurt W. Alt: Archäologie und frühmittelalterliche Heilkunde. Zum ersten Fund eines Bruchbandes in Deutschland. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 27, Heft 3/4, Steiner, Stuttgart 1992, S. 363–371.
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