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Bracha (auch Beracha[1], Mehrzahl Brachothebr. ברכה, jiddisch: Broche) bedeutet in der jüdischen Religion Segen.

CharakteristikBearbeiten

Im Judentum wird über jede Mitzwa, wie das Anlegen von Tefillin oder das Anbringen von Mesusot an einer Tür, sowie über Essen und Trinken eine Bracha gesprochen. Nach dem Essen spricht man Birkat Hamason (Tischgebet), das verschiedene Brachot enthält.

Jede Bracha beginnt mit den hebräischen Worten:

„Gelobt seist du, Herr, unser Gott, König der Welt…“

bzw. bei einer Bracha für eine Mitzwa mit:

„Gelobt seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der du uns durch seine Gebote geheiligt hast und uns aufgetragen hast…“

Beispiel: Segensspruch beim Lichter-Anzünden am Freitagabend

Hebräisch:

„ברוך אתה ה׳ אלהינו מלך העולם אשר קדשנו במצותיו וצונו להדליק נר של שבת“

Phonetisiert:

„Baruch ata adonaj elohenu melech ha'olam, ascher kidschanu bemizvotav, vezivanu lehadlik ner schel schabbat.“

Deutsch:

„Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du uns geheiligt durch die Gebote und uns befohlen, das Schabbatlicht anzuzünden.“

Wer eine Bracha gehört hat, beantwortet sie mit Amen.

Im Neuen Testament wird berichtet, dass Jesus bei der Wundersamen Brotvermehrung das Brot in seine Hände nahm und den Lobpreis sprach (Mk 6,30-44 EU und Lk 9,10-17 EU), bevor er es austeilte.

Und Gleiches wird vom letzten Abendmahl Jesu in den drei synoptischen Evangelien berichtet (Mt 26,17–29 EU, Mk 14,12–26 EU, Lk 22,14–20 EU): "Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis (…). Dann nahm er den Kelch und sprach das Dankgebet" (Mk 14,22f.).

Das Gebet zur Mahlzeit hat sich im Urchristentum vor allem bei der Feier der Eucharistie („Danksagung“; griech. εὐχαριστέω eucharistéo ‚ich sage Dank‘) erhalten. Bereits der erste Timotheusbrief ermahnt die Hörer, alles, was Gott geschaffen hat, mit Dank zu genießen und es durch Gottes Wort und das Gebet zu heiligen (1 Tim 4,3-5 EU). Und die Didache, eine frühchristliche Kirchenordnung vermutlich aus dem ersten Jahrhundert n. Chr., gibt an die jüdischen Dankgebete angelehnte Lobsprüche wieder, welche man bei der Feier der Eucharistie über Brot und Wein sprechen soll. Dies wird bis heute in der Eucharistiefeier so praktiziert. Der Priester spricht dabei:

„Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens werde.

Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, damit er uns der Kelch des Heiles werde.“

Einzug ins DeutscheBearbeiten

Der im Deutschen eigentlich unpassende Wunsch nach Hals- und Beinbruch kommt vom jiddischen Broche. Es wird also nicht ein Bruch gewünscht, sondern Segen.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gunda Trepp: Der letzte Rabbiner. Das unorthodoxe Leben des Leo Trepp. Darmstadt 2018. S. 81.