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Bommersheim

Stadtteil von Oberursel im Hochtaunuskreis

Bommersheim ist ein Stadtteil der Stadt Oberursel (Taunus) im Hochtaunuskreis in Hessen. Bommersheim lässt sich gern größtes Pferdedorf Hessens nennen.

Bommersheim
Wappen von Bommersheim
Koordinaten: 50° 11′ 56″ N, 8° 36′ 0″ O
Höhe: 181 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Oktober 1929
Postleitzahl: 61440
Vorwahl: 06171
Burgwiesenhalle
St. Aureus und Justina Kirche

Geographische LageBearbeiten

Bommersheim nimmt den Osten des Stadtgebiets von Oberursel ein. Die Gemarkung reicht bis zur Bundesautobahn 5, wo sie an die Stadt Frankfurt am Main grenzt, Stadtteil Frankfurt-Kalbach-Riedberg. Die Gemarkung ist außerhalb der Ortslage ausschließlich landwirtschaftlich genutzt. Es gibt keine Waldflächen. Städtebaulich sind Bommersheim und Oberursel-Mitte längst zusammengewachsen. Bommersheim ist vor allem ein Wohnvorort, der noch immer landwirtschaftlich geprägt ist. Besonders der alte Ortskern im Osten hat eine hohe Dichte an Landwirten zu verzeichnen, die ihre Stallungen und Flächen für die Pferdehaltung privater Besitzer (Pferdepension) zur Verfügung stellen.

In der Niederwiese am östlichen Ortsrand, einem Feuchtgebiet, das mit einem Netz von Vorflutern durchzogen ist, entspringt der Kalbach, der in Frankfurt in die Nidda mündet.

GeschichteBearbeiten

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung von Bommersheim findet sich im Codex Laureshamensis, dem sogenannten Lorscher Codex. Für den 28. Oktober 792 wird vermerkt, dass ein Folcbertus mit seiner Ehefrau Gundrath dem Kloster Lorsch an der Bergstraße zwei Hufen Land und 10 Leibeigene in Botmarsheim (Bommersheim) schenkt.

  • 28. Oktober 792: Erstmals unter dem Namen Botmarsheim erwähnt.
  • Frühjahr 1382: Die Burg Bommersheim wird zerstört.

Wegen der unzureichenden Trinkwasserversorgung aus eigenen Brunnen gab es seit 1901 einen Wasserlieferungsvertrag mit der Stadt Oberursel und die Gemeinde Bommersheim führte jahrelang mit der Nachbarstadt Verhandlungen über eine Eingliederung. Diese führten schließlich am 1. Oktober 1929 zum Erfolg.[1] Damit wurde Bommersheim der erste nach Oberursel eingegliederte Stadtteil. Anders als für die später zur Zeit der Gebietsreform in Hessen 1972 nach Oberursel eingegliederten Gemeinden wurde für Bommersheim ein Ortsbezirk nicht gebildet. Stattdessen hat Oberursel einen Beirat für die Belange des Stadtteils Bommersheim geschaffen. Der Magistrat und die Fraktionen des Stadtparlaments entsenden jeweils Vertreter. Auch die Bommersheimer Vereine, die Landwirte und die Kirchengemeinden sind in diesem Beirat repräsentiert.[2]

ReligionenBearbeiten

  • 1740: Bildung einer eigenen katholischen Pfarrei, die jedoch vom Pfarrer aus Oberursel mit betreut wird.
  • 1888: Auflösung der eigenen Pfarrei.
  • 1959: Gründung der Bommersheimer evangelischen Gemeinde.
  • 1964/65: Bau der evangelischen Kreuzkirche. Jedoch bleibt Oberursel überwiegend Katholisch

InfrastrukturBearbeiten

Die Burgwiesenhalle ist die Stadthalle des Stadtteils und befindet sich hinter der Burgwiesenschule, der Grundschule des Ortes. Beide Gebäude sind moderne Neubauten aus dunklem Klinker. Der angrenzende Altbau der Schule liegt in der „Langen Straße“, der historischen Hauptstraße. Das alte Schulgebäude wird durch das Pfarramt und die katholische St. Aureus und Justina Kirche eingerahmt. Hinter der Kirche befindet sich ein großer Kirchgarten, der bis 1934 als Friedhof genutzt wurde. Vor der Kirche steht der alte Bommersheimer Dorfbrunnen, der 1992 saniert wurde.

An der Grenze zu Oberursel befindet sich ein Teil des Alten Friedhofs Oberursel auf der Gemarkung von Bommersheim.

 
U-Bahnhof Bommersheim vor dem Umbau

VerkehrBearbeiten

Bommersheim besitzt gute Verbindungen durch zwei Eisenbahnstrecken und eine Linie der U-Bahn im Frankfurter ÖPNV-Netz. Die S-Bahn-Linie S5 sowie die „Taunusbahn“ genannte Vorortbahn der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn halten am Bahnhof Oberursel im Westen von Bommersheim, die Stadtbahn-Linie U3, eine ehemalige Straßenbahn der Frankfurter Lokalbahn AG, hält darüber hinaus noch an der Haltestelle Bommersheim im Süden des Stadtteils. Neben der in unmittelbarer Nähe befindlichen Auffahrt zur A 661 ist die durch Bommersheim verlaufende Frankfurter Landstraße eine weitere Verbindung mit Frankfurt.

VereineBearbeiten

Der 1959 gegründete Reit- und Fahrverein St. Georg Oberursel-Bommersheim soll der mitgliederstärkste im Hessischen Reit- und Fahrverein sein und hat Bommersheim den Spitznamen "größtes Pferdedorf Hessens" eingebracht. Schon 1960 organisierte der Verein das erste Turnier, bekannte Reitsportler wie Liselott Linsenhoff, Hans Günter Winkler, Hugo Simon und Josef Neckermann nahmen damals teil.[3]

Persönlichkeiten, die in Bommersheim wohnten oder wohnenBearbeiten

  • Wilhelm Reiffenstein (1482–1538), Humanist, geboren in Bommersheim
  • Ekkehard Gries, ehemaliger hessischer Staatsminister des Innern
  • Peter Schneider, ehemaliger CDU-Stadtrat
  • Gertrud Bauer, ehemalige SPD-Stadträtin

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vertrag über die Vereinigung der Landgemeinde Bommersheim mit der Stadt Oberursel (Taunus) (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oberursel.de (PDF; 29 kB)
  2. Sitzverteilung im Beirat Bommersheim (Memento des Originals vom 23. Januar 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oberursel.de
  3. Reit- und Fahrverein St. Georg Oberursel-Bommersheim im Internet

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bommersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien