Birkenhead

Hafenstadt in der Grafschaft Merseyside

Birkenhead ist eine Hafenstadt in der Grafschaft Merseyside im Nordwesten Englands. Sie liegt am linken Ufer des River Mersey gegenüber von Liverpool auf der Halbinsel Wirral und zählt 142.968 Einwohner (2011). Bis 1974 gehörte Birkenhead zur Grafschaft Cheshire, seitdem ist sie ein Teil des Metropolitan Borough Wirral.

Birkenhead
Birkenhead von Turm der St. Mary's Church
Birkenhead von Turm der St. Mary's Church
Koordinaten 53° 23′ N, 3° 2′ WKoordinaten: 53° 23′ N, 3° 2′ W
Birkenhead (England)
Birkenhead
Traditionelle Grafschaft Cheshire
Einwohner 142.968 (Stand: 2011[1])
Fläche 34,45 km² (13,3 mi²)
Bevölke­rungs­dichte 4'150 Einw./km²
Verwaltung
Post town CHESTER
Postleitzahlen­abschnitt CH41 - CH42
Landesteil England
Region North West England
Vorlage:Infobox Ort im Vereinigten Königreich/Pop-Den
Birkenhead liegt im Nordosten der Wirral-Halbinsel am linken Ufer des Mersey gegenüber von Liverpool.
Birkenhead Park

GeschichteBearbeiten

Bereits 1150 fuhr die erste Fähre von Birkenhead aus über den Mersey. Zur gleichen Zeit errichteten Benediktinermönche ein Kloster; das Gebäude ist das älteste von Birkenhead. Birkenhead ist ein wichtiger Hafen, inklusive des Woodside-Fährterminals, und Standort mehrerer Betriebe des Schiffbaus. Die Werft Cammell Laird geht auf die 1824 gegründeten Birkenhead Iron Works zurück.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Hier befand sich von 1989 bis 2008 der Warship Preservation Trust. Ein Exponat war das deutsche U-Boot U 534, welches seit 2009 in der U-Boat Story Exhibition weiter in Birkenhead besichtigt werden kann. Andere Objekte der Sammlung wurden verschrottet oder werden seither in anderen Städten ausgestellt.

VerkehrBearbeiten

In Birkenhead gab es die ersten Straßenbahnen Großbritanniens. Am 29. August 1860 wurde die erste Strecke von Woodside nach Birkenhead eröffnet.[2]

BusseBearbeiten

 
Historischer Straßenbahnwagen der Linie 20 an der Endhaltestelle Woodside. Dahinter das ehemals deutsche U-Boot U 534 in der U-Boat Story Exhibition (2009).

Es gibt bereits seit 1848 Busse, die damals noch von Pferden gezogen wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden diese dann von Bussen mit Motoren abgelöst. Mit dem National Express gibt es Verbindungen zu anderen Städten Großbritanniens, wie zum Beispiel London, Glasgow, Bangor und Newcastle.

U-BahnBearbeiten

1886 wurde Birkenhead mit der U-Bahn der Stadt Liverpool verbunden. Es bestehen zwei Stationen – Birkenhead North und Birkenhead Park – an der Wirral Line des Merseyrail-Netzes.

FlughafenBearbeiten

Der nächste Flughafen ist der Liverpool John Lennon Airport. Er ist etwa 13 Kilometer (acht Meilen) von Birkenhead entfernt.

SportBearbeiten

Aus dem südlichen Stadtteil Tranmere stammt der 1884 gegründete Traditions-Fußballverein Tranmere Rovers, der seine Heimspiele im Prenton Park austrägt.

EreignisseBearbeiten

Im Arrowe Park in Birkenhead fand 1929 das 3. World Scout Jamboree mit etwa 50.000 Teilnehmern aus 73 Ländern statt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Birkenhead hat vier Partnerstädte, wobei zwischen Twin Town und Sister City unterschieden wird:[3]

  • Lorient, Bretagne, Frankreich (Twin Town seit 1957)
  • Gennevilliers, Île-de-France, Frankreich (Twin Town seit 1963)
  • Latina, Latium, Italien (Twin Town seit 1998)
  • Midland, Texas, USA (Sister City seit 2000)

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Der 1852 vor Südafrika auf ein Riff gelaufene und gesunkene britische Truppentransporter Birkenhead war ursprünglich als Vulcan in Birkenhead gebaut und später umbenannt worden. Bei der Havarie wurde erstmals die Regel „Frauen und Kinder zuerst“ angewandt. Sie ist daher unter dem Namen „Birkenhead-Regel“ bekannt.

Der polnische Herrenschneider Beno Dorn fertigte in Birkenhead für die zuvor mit Lederimage auftretenden Mitglieder der Band The Beatles deren erste Anzüge.[4]

WeblinksBearbeiten

Commons: Birkenhead – Sammlung von Bildern

NachweiseBearbeiten

  1. citypoulation.de: BIRKENHEAD in Merseyside (North West England)
  2. Wirral Transport Museum (englisch), abgerufen am 4. Januar 2021.
  3. democracy.wirral.gov.uk, abgerufen am 22. Mai 2017
  4. Paul McCartney: Lyrics. 1956 bis heute. Hrsg. mit einer Einleitung von Paul Muldoon. Aus dem Englischen übersetzt von Conny Lösche. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77650-2, S. 651.