Hauptmenü öffnen

Lorient

französische Gemeinde

Lorient (bretonisch: An Oriant) ist eine französische Stadt und Gemeinde mit 57.567 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Morbihan in der Region Bretagne. Sie liegt am Ufer des Flusses Blavet an der Einmündung des Nebenflusses Scorff in einer Höhenlage von 15 Metern.

Lorient
An Oriant
Wappen von Lorient
Lorient (Frankreich)
Lorient
Region Bretagne
Département Morbihan
Arrondissement Lorient (Unterpräfektur)
Kanton Lorient-1 (Hauptort)
Lorient-2 (Hauptort)
Gemeindeverband Lorient Agglomération
Koordinaten 47° 45′ N, 3° 22′ WKoordinaten: 47° 45′ N, 3° 22′ W
Höhe 0–46 m
Fläche 17,48 km2
Einwohner 57.567 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 3.293 Einw./km2
Postleitzahl 56100
INSEE-Code
Website http://www.lorient.fr/

Port de Plaisance von Lorient

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Name Lorient stammt von L’Orient (der Orient), da hier früher der Heimathafen der französischen Ostindien-Kompanie war. Von Beginn an bildete der Hafen den Mittelpunkt eines ausgedehnten Handelsgeflechts, das die Geschäfte zahlreicher Händler, Kaufleute und Produzenten in ganz Europa miteinander verband. Hier legten die Schiffe ab in Richtung der Maskarenen, Indien oder China, um aus dem Orient mit den begehrten Gütern Seide, Gold und Gewürze zurückzukehren.

1770 wurde der Hafen mit all seinen Einrichtungen vom Staat übernommen. Unter Napoleon wurde er dann zum Kriegshafen. Die Straßenbahn Lorient fuhr von 1901 bis 1944.
Im Zweiten Weltkrieg – am 25. Juni 1940 – besetzte die deutsche Wehrmacht den Hafen und unterhielt ein Marinelazarett. Am 28. Oktober 1940 ordnete Hitler auf Anregung von BdU Karl Dönitz an, die Organisation Todt in Lorient betonierte U-Boot-Unterstände bauen zu lassen.[1] Wie kaum eine andere Stadt hatte Lorient unter dem Zweiten Weltkrieg zu leiden: Da die alliierten Luftangriffe den U-Boot-Bunker nicht zerstören konnten, wurden die Versorgungslinien zum U-Boot-Stützpunkt bombardiert, so dass 1943 fast die ganze Stadt zerstört wurde. Die U-Boot-Bunker blieben zwar intakt, waren ohne Nachschub aber kaum mehr zu nutzen. Nach der Invasion in der Normandie (Operation Overlord) im Sommer 1944 wurde die Stadt in der Schlacht um die Bretagne von amerikanischen Streitkräften belagert. Die Deutschen konnten die Atlantikfestung aber bis zum 10. Mai 1945 halten.

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte die Identität einer ville nouvelle, einer „neuen Stadt“. Bis dahin waren noch einige Überreste von Jugendstil und Architektur der 1930er Jahre erhalten geblieben. Mit seinem durch und durch modernen Charakter fällt Lorient aus der Reihe der üblichen bretonischen Typisierung heraus.

Marina und U-Boot-Bunker in Lorient

WirtschaftBearbeiten

Lorient ist heute neben Boulogne-sur-Mer der größte Fischereihafen Frankreichs. Etwa zwölf Kilometer westlich liegt der Flughafen Lorient. Die Stadt ist über die Bahnstrecke Savenay–Landerneau an das TGV-Netz angebunden.

Kultur und BildungBearbeiten

Anfang August findet hier jedes Jahr für zwei Wochen das Festival interceltique de Lorient statt. Hierzu strömt ein Vielfaches der Einwohnerzahl an Menschen in die Stadt. Regelmäßig werden auch CDs und DVDs mit Auszügen aus den Live-Konzerten herausgegeben.

In Lorient gibt es eine Universität, die Université Bretagne Sud.

SportBearbeiten

Der bekannteste Sportverein der Stadt ist der Football Club Lorient-Bretagne Sud (FC Lorient). Erst spät in seiner Geschichte war der Verein im professionellen Bereich (1967–1977 und wieder seit 1995) vertreten. Er spielte seit der Saison 2006/07 in der Ligue 1. Seit der Saison 2017/18 spielt der FC Lorient wieder in der Ligue 2, nachdem er das Relegationsspiel gegen den FC Troyes verloren hatte.

Bei der Hochseeregatta Volvo Ocean Race 2011–2012 und 2014–15 war Lorient Etappenziel und Gastgeber eines In-Port-Race.[2]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

PartnerstädteBearbeiten

  Wirral Vereinigtes Königreich seit 1957 (bis 1975 als dann
eingemeindetes Bebington)
  Ludwigshafen am Rhein Deutschland seit 1963
  Galway Irland seit 1974
  Ventspils Lettland seit 1974
  Vigo Spanien seit 1983
  České Budějovice Tschechien seit 1997

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lorient – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kriegstagebuch des OKW, Seite 132
  2. About Lorient (englisch) auf www.volvooceanrace.com, abgerufen am 25. Juni 2015