Bewirtschaftungskosten

Als Bewirtschaftungskosten (BewK) werden die Ausgaben für die laufende Bewirtschaftung einer Immobilie bezeichnet.

HintergründeBearbeiten

Die Bewirtschaftungskosten werden nach § 19 Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) und auch nach § 24 II. Berechnungsverordnung (II. BV) eingeteilt in:

Die Bewirtschaftungskosten können bei vermieteten Flächen teilweise auf den Mieter umgelegt werden:

Diese Regelungen ergeben sich unter anderem aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, Grundsatzurteilen und der Betriebskostenverordnung.

Somit können die Bewirtschaftungskosten auch eingeteilt werden in:

  • Umlagefähige Bewirtschaftungskosten, die dem Mieter in Rechnung gestellt werden können. Sie sind für den Vermieter ein durchlaufender Posten.
  • Nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten, die dem Mieter nicht in Rechnung gestellt werden können.

Steuerliche AspekteBearbeiten

Bewirtschaftungskosten, die nicht bereits z. B. auf einen Mieter umgelegt werden, können vom Eigentümer einer fremdvermieteten Immobilie als Werbungskosten gemäß § 9 EStG geltend gemacht werden. Dieses können u. a. sein:

  • Beiträge für die Mitgliedschaft im Haus- und Grundbesitzerverein
  • Versicherungsbeiträge
  • Gebühren für Vermietungsanzeigen, Makler etc.
  • Verwaltungskosten

Die Zinsaufwendungen (z. B. der Zinsanteil der Annuität bei einem traditionellen Annuitätendarlehen) gehören nicht zu den Bewirtschaftungskosten. Sie zählen aber zu den Finanzierungskosten und können bei einer fremdvermieteten Immobilie steuerlich geltend gemacht werden.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Glatte, Thomas: Entwicklung betrieblicher Immobilien Beschaffung und Verwertung von Immobilien im Corporate Real Estate Management. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, 2014, ISBN 978-3-658-05686-5.