Hauptmenü öffnen

Beweinung Christi

künstlerisches christliches Thema
Glimsche Beweinung“ von Albrecht Dürer (um 1500), München, Alte Pinakothek

Die Beweinung Christi nach der Abnahme seines Leichnams vom Kreuz und vor seiner Grablegung ist ein Motiv, das in der Malerei vom Spätmittelalter bis zum Barock vielfach dargestellt wurde und in der Kunstgeschichte mithin als eigenständiger Bildtypus klassifiziert wird.

Inhaltsverzeichnis

ÜberlieferungBearbeiten

Die biblische Passionsgeschichte erwähnt eine Beweinung Christi nicht, auf die Kreuzabnahme erfolgt hier unmittelbar die Grablegung. Eine Anspielung sieht man aber in der Erwähnung:

„Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.“ (Lk 23,49 EU)

Ferner finden sich Hinweise auf diese Episode in mehreren apokryphen Schriften; popularisiert wurde sie im Mittelalter durch Mystiker wie Pseudo-Bonaventura.[1] Die Beweinung hat sich demnach entweder auf Golgota – also am Fuße des Kreuzes – oder etwas später am Grab Christi zugetragen.

IkonographieBearbeiten

An der Beweinung wie an der Grablegung Christi sind zumeist – mit Abwandlungen – sieben Personen beteiligt:

Im Gegensatz zur Pietà, wo die Mutter Gottes in der Regel als einzelne Person den auf ihren Knien ruhenden Leichnam Jesu beweint, ruht hier der Leichnam zumeist auf dem Boden.[2] Häufig wird Jesu Leichnam von Joseph von Arimathia (die Schultern) und Nikodemus (die Beine) getragen; Maria ist der Ohnmacht nahe.

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl W. Jähnig: Die Darstellungen der Kreuzabnahme, der Beweinung und der Grablegung Christi in der altniederländischen Malerei von Rogier van der Weyden bis zu Quentin Metsys. Hohenstein-Ernstthal 1914, DNB 570733006.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Joel M. Upton: Petrus Christus. His Place in Fifteenth-Century Flemish Painting. University Park, London 1990, ISBN 0-271-00672-2, S. 65–76.
  2. Die Beweinung Christi und die Pietà (englisch), abgerufen am 31. Oktober 2017

WeblinksBearbeiten