Bernhard Vošicky (Priester)

österreichischer Hochschullehrer
Bernhard Vošicky im Beichtstuhl

Bernhard Vošicky OCist (* 9. August 1950 in Wien) ist ein österreichischer Priestermönch des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, Liturgiewissenschafter, Prediger und Beichtvater.

LebenBearbeiten

Vošicky wurde als Sohn eines Arztes in Wien geboren und auf den Namen Johann getauft. 1968 maturierte er und studierte anschließend Theologie an der Universität Wien als Alumne des Wiener Priesterseminars. Er entschied sich für die Einkleidung im Zisterzienserstift Heiligenkreuz und legte nach einjährigem Noviziat am 15. August 1973 die Zeitliche Profess ab; bei der Aufnahme hatte er den Ordensnamen Bernhard bekommen. Bis Jänner 1975 besuchte er das Päpstliche Liturgische Institut St. Anselm in Rom. Die Priesterweihe empfing er am Hochfest Peter und Paul (29. Juni) im Heiligen Jahr 1975 auf dem Petersplatz durch Papst Paul VI..

Nachdem er das Lizenziat für Liturgiewissenschaft erworben hatte, war er ab 1976 als Assistent von Leopold Lenter Lehrbeauftragter für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz. Außerdem war er Mitarbeiter an der Erstellung eines neuen lateinischen Breviers für den Zisterzienserorden; es wurde 1978 herausgegeben. Zum Promotionsstudium kehrte Vošicky 1983 nach St. Anselm in Rom zurück, wo er am 31. Jänner 1985 die Defensio seiner Dissertation über Sacramentum und Mysterium bei Bernhard von Clairvaux hielt. Nach seinem Doktoratsstudium kam er wieder nach Heiligenkreuz, wo er seit dem 2. Juli 1985 als Professor für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie unter anderem im Theologischen Grundkurs (Bibelwissenschaft und Moraltheologie) unterrichtet.

Zusätzlich zur wissenschaftlichen Tätigkeit war Vošicky ab 1977 Socius des Novizenmeisters und ab April 1978 Delegierter der Österreichischen Zisterzienserkongregation für die Liturgische Kommission des Ordens. Seine seelsorgliche Tätigkeit rückte in den Mittelpunkt seines Wirkens. Von 1988 bis 1998 war er Pfarrer in Maria Raisenmarkt, anschließend ein Jahr Pfarrer in Sulz im Wienerwald und von 1999 bis 2000 (Heiliges Jahr) Wallfahrtsseelsorger im Stift Heiligenkreuz. Er war von 2000 bis 2009 Stiftspfarrer und von 2001 bis 2004 Subprior des Stiftes; 2011–2019 hatte er dieses Amt wieder inne.

Der gleichnamige Radiomoderator Bernhard Vošicky ist sein Neffe.[1]

Veröffentlichungen (in Auswahl)Bearbeiten

  • Das neue lateinische Cistercienser-Stundenbuch. In: Heiliger Dienst 33 (1979), S. 123–128. Zugleich In: Sancta Crux (1979), S. 54–58.
  • Bernhards Leben mit der Eucharistie. In: D.R. Bauer und Gotthard Fuchs (Hrsg.): Bernhard von Clairvaux und der Beginn der Moderne. Innsbruck – Wien 1996, S. 214–228.
  • Bernhard über Bernhard. Heiligenkreuz im Wienerwald 2008.
  • Pater Bernhard – Nur die Liebe heilt mit Hinrich E. Bues. Heiligenkreuz im Wienerwald 2015.

LiteraturBearbeiten

  • Primat des Logos vor dem Ethos: Festschrift anlässlich des 40-jährigen Priesterjubiläums von P. Bernhard Vošicky OCist, hg. von Marian Gruber und Wolfgang Wehrmann (Frankfurt am Main 2015). ISBN 978-3-63166-617-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Richard Haderer: Haderer trifft: Bernhard Vosicky. 8. Februar 2012, abgerufen am 14. Dezember 2016.