Berlin – Weltstadt des Theaters

Berlin – Weltstadt des Theaters war eine Sendereihe beim Rundfunk der DDR, die in über 260 Folgen von jeweils 60 Minuten von 1962 bis 1991 interessante Premieren der Ost-Berliner Theater in ausführlichen Bühnen-Originaltönen und Gesprächen mit Darstellern, Regisseuren, Dirigenten, Szenographen, Vertretern anderer Gewerke vorstellte. Redakteur und Interviewer fast aller dieser Folgen war der Berliner Theaterkritiker Dieter Kranz.[1]

Geschichte und StrukturBearbeiten

Medialer Vorläufer für dieses spezielle Hörfunk-Format zur Vorstellung von Theateraufführungen sind die von Friedrich Luft 1952 beim RIAS Berlin ins Leben gerufenen Sendungen Mit dem RIAS ins Theater bzw. Wir gehen ins Theater, die bis Anfang der 70er-Jahre liefen.

Im fünften Jahr der Redakteurs-Tätigkeit von Dieter Kranz im Programm des Berliner Rundfunks gelang es ihm, unter dem Titel Berlin – Weltstadt des Theaters eine feste Sendereihe zu etablieren, die dieses Prinzip weiterentwickelte, indem nicht nur jeweils eine Inszenierung mit Szenenausschnitten vorstellt wurde, die auf den Bühnen Ost-Berlins Premiere hatte, sondern auch dazugehörige Werkstatt-Gespräche vermittelt wurden. Diese begleitenden, für jede Aufführung neu konzipierten Fachgespräche mit allen Theater-Gewerken bildeten die spezielle Substanz der Sendereihe.

Gesprächspartner in den über 260 Sendungen waren Theatergrößen wie Walter Felsenstein, Ruth Berghaus, Götz Friedrich, Joachim Herz, Harry Kupfer, Christine Mielitz, Tom Schilling, Benno Besson, Adolf Dresen, Wolfgang Heinz, Siegfried Höchst, Alexander Lang, Matthias und Thomas Langhoff, Heiner Müller, George Tabori, Erich Wonder, Manfred Wekwerth, Giorgio Strehler, Christoph Schroth, Friedo Solter und darüber hinaus Dirigenten, Szenographen, Bühnenmeister, Theaterplastiker, Choreographen u. a.

Dieter Kranz’ Bemühungen ist es zu danken, dass die Gewerkschaft Kunst des FDGB in komplette Audioaufzeichnungen der Generalproben einwilligte, von denen dann maximal 20 Minuten für Rundfunkzwecke veröffentlicht werden durften. Diesen Aufnahmen sind viele Kostbarkeiten zu entnehmen. Manfred Krug zum Beispiel konnte für seine Anthologie-CD die einzige Tonaufnahme entnehmen, die es von seiner Gastrolle als Sporting Live in Götz Friedrichs Porgy-and-Bess-Inszenierung an der Komischen Oper gibt.[2]

Sendungen (Auswahl)Bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dieter Kranz: Berliner Theater – 100 Aufführungen aus drei Jahrzehnten, Henschel-Verlag Berlin 1990, ISBN 3-362-00434-2
  2. Die Kranzsche Magnetanomalie – Aus der Schatzkiste eines theaterbegeisterten Radiomannes, Matthias Thalheim in Triangel, 3/2004