Das Bergwerk Sassjadko (ukrainisch Шахта ім. Засядька) ist ein Steinkohlebergwerk in der ostukrainischen Stadt Donezk. Der Besitzer des Bergwerks ist der einflussreiche Geschäftsmann und Politiker Juchym Swjahilskyj.[1] Zusätzlich zu seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung ist das Bergwerk unrühmlich bekannt für seine wiederholten schweren Grubenunglücke mit einer hohen Zahl an Todesopfern. Das schlimmste Unglück, zugleich das schwerste in der Geschichte der Ukraine, ereignete sich am 18. November 2007. Bei diesem Unglück kamen durch eine Schlagwetterexplosion 101 Bergleute ums Leben.[2]

Bergwerk Sassjadko
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Zasyadko.jpg
Östliche Schächte des Bergwerks Sassjadko.
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Beschäftigte 10000[1]
Betriebsbeginn 1958
Betriebsende aktiv
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Größte Teufe 1270 m
Geographische Lage
Koordinaten 48° 3′ 14,4″ N, 37° 47′ 13,2″ OKoordinaten: 48° 3′ 14,4″ N, 37° 47′ 13,2″ O
Bergwerk Sassjadko (Oblast Donezk)
Bergwerk Sassjadko
Lage Bergwerk Sassjadko
(NUTS3) Donezk
Oblast Oblast Donezk
Staat Ukraine
Revier Donezbecken

GeschichteBearbeiten

Die Förderung auf Sassjadko begann im Jahr 1958.[3] Das Bergwerk wurde nach Alexander Fjodorowitsch Sassjadko, einem sowjetischen Minister für die Kohleindustrie, benannt.

Im Jahr 1992 wurde es, zusammen mit weiterer Industrie privatisiert.[3] Juchym Swjahilskyj, damals Geschäftsführer des Bergwerks und einflussreicher lokaler Geschäftsmann, erlangte die Kontrolle über die privatisierte Firma.

GefahrenBearbeiten

Das Bergwerk Sassjadko ist, aufgrund der großen natürlichen Menge an Grubengas und hohen Mengen an Kohlenstaub, extrem explosionsgefährdet und damit eines der gefährlichsten Kohlebergwerke der Welt.[3][4] Zusätzlich ist das Bergwerk mit Teufen zwischen 529 m und 1270 m sehr tief.[3]

UnglückeBearbeiten

Auf Sassjadko ereigneten sich mehrfach schwere Unfälle. Seit dem Jahr 1999 gab es dabei über 200 Tote:

  • 24. Mai 1999 – 50 Tote, 40 Verletzte.[4]
  • 19. August 2001 – 55 Tote, 34 Verletzte.[5]
  • 31. Juli 2002 – 20 Tote, 2 Verletzte.[6]
  • 20. September 2006 – 13 Tote, 61 Verletzte.[7]
  • 18. November 2007 – 101 Tote, Dutzende Verletzte. Schwerstes Unglück in der Geschichte des ukrainischen Bergbaus.[2]
  • 1. Dezember 2007 – 52 Verletzte.[8][9]
  • 2. Dezember 2007 – 5 Tote, 30 Verletzte.[10]
  • 4. März 2015 - 33 Tote.[11]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Deutsche Welle: Ostukraine: Grubenunglück im Kriegsgebiet
  2. a b Four dead in Ukraine mine blast, BBC News, 2. Dezember 2007
  3. a b c d Гірничий енциклопедичний словник, т. 3. / За ред. В. С. Білецького. — Донецьк: Східний видавничий дім, 2004. — 752 с. ISBN 966-7804-78-X (Mining dictionary, Ukrainian language)
  4. a b Шахта им. А.Ф.Засядько в Донецке. Справка RIA Novosti, November 19, 2007
  5. Ukraine mine blast kills 36 BBC News
  6. At Least 19 Killed in Ukraine Mine Explosion New York Times
  7. Soviet Coal Mine Accidents Kill 45 Washington Post
  8. 4 killed in new explosion at coal mine that was site of Ukraine's worst mining disaster. (Nicht mehr online verfügbar.) In: International Herald Tribune. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2007; abgerufen am 25. Januar 2016 (englisch).
  9. Из шахты Засядько на поверхность выведены все горняки. Корреспондент.net, 1. Dezember 2007, abgerufen am 25. Januar 2016 (russisch).
  10. Число погибших на шахте им. Засядько возросло до 5 человек. Корреспондент.net, 3. Dezember 2007, abgerufen am 25. Januar 2016 (russisch).
  11. Victoria Butenko, Laura Smith-Spark: Ukraine mine explosion. 33 bodies recovered. In: cnn.com. CNN, 4. März 2015, abgerufen am 12. Mai 2015 (englisch).

WeblinksBearbeiten

Commons: Bergwerk Sassjadko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien