Hallo SDH (ich bin -leider- nur passiver Nutzer von Wikipedia. Obwohl ich schon öfters den Eindruck hatte, daß ich fachlich (in ganz anderen Bereichen als hier) etwas beitragen könnte, habe ich bisher noch niemanden gefunden, der micht "an die Hand" nimmt. Ich würde sowas wie einen Mentor (hier bei Köln) brauchen, der mir hilft, Beiträge formal richtig beizubringen und einzubauen. Ich bin offensichtlich schon zu alt dafür)

Also deshalb hier nur meine EMAIL Adresse: Gerold.Sigrist@web.de

Jetzt zu Ihrem Beitrag "Gletschertopf"

Sie schrieben: Die Theorie, dass ein im Wasser drehender Findling den Gletschertopf wie ein Mühlestein aus dem Felsen fräst, ist falsch und veraltet. Primär handelt es sich um den Auftreffpunkt einer Gletschermühle oder lokale Wirbel.

Also der zweite Satz ist vermutlich richtig. Den ersten Satz kann man so nicht stehen lassen. Es ist aus hydrodynamischen Gesetzen nachzuvollziehen, das ein "kritisch übersteiltes Fließgewässer" einen Schneckengang fräst. Letztlich ist das der gleiche Vorgang wie bei jedem Strudel (Einfluß oben, Corioliskraft, Abfluss unten etc.)

Was aber sollte dagegen sprechen, das der Gletscher, spätestens, wenn er auf sein Geschiebebett trifft, mächtige Findlinge in solch einem Fuß eines Schneckengangs rotieren lässt und sich so auch in die Felsunterlage einfräst. Natürlich kommt die Energie aus dem hydrodynamischen Antrieb, der Findling ist nur das Schleifmaterial (wenn auch in diesem Wortsinn ziemlich grobkörnig). Es spricht auch nichts dagegen, das in dem Wirbel nicht nur ein Solitär kreist, sondern eine ganze Wirbelschicht unterschiedlichster Körnung rotiert, dabei einen Gletschertopf formt und selbst dabei rundgeschliffen wird (Prinzip der Kugelmühle)

Ich habe selbst - vor ca. 30 Jahren ein Bild eines sog. Naturwunders gesehen, was ich damals physikalisch nicht vollständig verstanden habe (und wo auch heute noch Fragen offen sind). Es muss aus den Alpen, vermutlich aus der Schweiz gewesen sein. In einem annähernd Kugelförmigen Hohlraum im Felsgrund eines (früheren) Gletschers von ca. 3-4 m Durchmesser lag ein nahezu ideal kugelförmiger Solitär. Sowas würde ich heute als einen Gletschertopf ansehen. Das bemerkenswerte daran war, das der Text dazu berichtete, das zur Zeit der Schneeschmelze, der benachbarte Bach (Ein Tobel) das ca. 1m Durchmesser große Loch überflutet und der Stein im Innern dann anfängt zu rotieren.

Ich denke, das man diese Stelle (in naturam) wieder auffinden müsste und dass dieser phasenweise funktionsfähige Fall einer recenten Gletschermühle unbedingt Ihrem Beitrag (mit Bild) angegliedert werden sollte.

Zunächst ist dies ein schlagender Beweis dafür, das die Annahme das Steine einen Teil der Fräsarbeit im Felsuntergrund verrichtet haben, eben nicht falsch und veraltet ist. Natürlich müssen keine Findlinge dabei sein, aber sie machen die Umformung der kinetischen Energie des Torsionsstromes in Abrasion um Größenordnungen wirkungsvoller.

Dabei bleibt aber eine wichtige Frage offen, für die ich gerne die Reise zu dem o.g. "Naturwunder" auf mich nehmen würde: Wo bleibt das Wasser, nachdem es durch die obere Öffnung eingetreten ist? Innerhalb des Gletschers ist es naheliegend, das zunächst eine Spalte bis zum Boden auf das Geschiebe reichte, um die Ausbildung des Schneckengangs entsprechend den physikalischen Gesetzen anzustossen. Und auf der Felsauflage kommt dieses Wasser auch mit einem enormen Drehmoment an. Es ist also leicht vorstellbar, daß ein Stein (solitär) auf der Oberfläche eine ringförmige Rinne fräst.

Nur dann wird es schwierig. Irgendwann ist die Rinne so tief, das das nur an der Oberseite angreifende Moment nicht ausreicht die "Kugel" weiter zu rollen.

Wenn wir den Fall betrachten, bei dem das unterliegende Gestein auch bereits geborsten ist, dann kann das Treibwasser ja dadurch noch tiefer ablaufen. Die Frage ist, ob solche Töpfe eben nur dort entstehen, wo dies des Fall ist, also ein noch tiefer liegenden Austritt des Treibwassers im Gestein einen Abfluss nach Unten ermöglicht.

Da die Abbildung, die ich vor Augen habe, den Kugelstein im trockenen Topf zeigte, muss dieser Topf irgendwo noch einen drainierenden Abfluss haben, der ihn im Sommer trocken legt. Die wirklich interessante Frage aber ist, ob dieser Abfluss bereits bei der Erstentstehung von hydromechnischer Bedeutung sein musste. So ein Topf wird auch durch kleine und kleinste Spalten irgenwann trocken, aber deshalb muss die Wassermenge die dort abfliesst nicht zwangsweise ausgereicht haben, den Topf tiefer zu fräsen! Es wäre denkbar, das ähnlich wie bei einem Zyklonabscheider der Austritt des Treibwassers in der Mitte der Oberen Öffnung erfolgte. Die Tatsache, das der Hohlraum unter der Eintrittsöffnung sich weitet, spricht für diesen Zykloneffekt. Demnach muss das Treibwasser beim Einfräsen eine erheblich tangentiale Komponente gehabt haben.

Die Frage also, die offen bleibt: Gibt es Gletschertopfe ohne Abfluss; wenn ja: wie tief sind diese maximal ins Untergestein eingefräst worden.

Wenn Sie eine Idee haben, wie man die Stelle mit dem o.g. "Naturwunder" in realiter finden könnte, wäre ich Ihnen für einen Tipp sehr verbunden.


Mit freundlichen Grüßen Ihr

Dr. Gerold Sigrist

hallo dr. gerold sigrist, ich habe zufällig diesen beitrag gesehen. der letzte beitrag dieses benutzers stammt vom märz 2009. es könnte also sein, dass er nur sporadisch hier vorbeischaut. inhaltlich kann ich leider gar nichts dazu sagen. bei der wikipedia gibt es allerdings ein Mentorenprogramm, in dem hilfreiche seelen bei den ersten schritten helfen. dazu müsste man allerdings angemeldet sein. mfg--TruebadiX 13:08, 20. Nov. 2010 (CET)Beantworten

So ist es, ich schaue nur sporadisch vorbei. Was ich über Gletschertopf geschrieben habe, war nur eine Zusammenfassung dessen, was ich in der Literatur/im Internet dazu gefunden habe, ansonsten habe ich da keinerlei Kenntnisse und lasse mich gerne verbessern. Sdh