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Benno Rauchenegger

deutscher Schriftsteller
Rudolf Wimmers Porträt Benno Raucheneggers
Theaterzettel des Hoftheaters Meiningen aus der Spielzeit 1894/95

Benno Rauchenegger (* 20. August 1843 in Memmingen; † 1. August 1910 in München)[1] war ein deutscher Schriftsteller.

LebenBearbeiten

Benno Rauchenegger war ein Sohn des Salzbeamten Benno Rauchenegger und dessen Frau Sophia, geb. de Spét. Sein jüngerer Bruder Alois Edgar wurde später Tiermaler. Sein Vater publizierte ein Drama und mehrere Abhandlungen, die Mutter veröffentlichte das Buch Meine Mission bei Pius IX. und Napoleon III.

Die Familie Rauchenegger zog 1845 von Memmingen nach München um, wo Benno Rauchenegger das Ludwigsgymnasium besuchte, ehe er sich im Alter von 15 Jahren zum Militär meldete. Danach war er kaufmännisch tätig, wandte sich dann aber dem Journalismus und anderer schriftstellerischer Tätigkeit zu. Sein Versuch, in Traunstein eine Zeitung zu gründen, scheiterte. Traunstein war die Heimat seiner Frau Maria, geb. Röhl, die er 1863 heiratete. Aus der Ehe gingen drei Töchter und ein Sohn hervor.

Artikel Raucheneggers erschienen im Allgäuer Anzeigeblatt, in der Augsburger Abendzeitung, den Münchener Neuesten Nachrichten, der Gartenlaube, in Über Land und Meer und den Fliegenden Blättern. Sein Bericht Der Hochwasser-Durchbruch in Immenstadt wurde 1873 mit Illustrationen von Franz Xaver Glötzle veröffentlicht.[2]

Nachdem Minister Sigmund von Pfeufer auf Raucheneggers Schriften aufmerksam geworden war, erhielt dieser im Jahr 1877 einen Kanzlei- und Registraturposten im Innenministerium. In den nachfolgenden 20 Jahren konnte Rauchenegger nur noch in seiner Freizeit schreiben. 1897 wurde er aus Krankheitsgründen, mittlerweile Geheimsekretär geworden, vorzeitig pensioniert.

Rauchenegger schuf populäre literarische Figuren wie Frau Maria Wurzl vom Viktualienmarkt und den Privatier Nudelmaier samt Familie. Zu Nudelmaier Jr. in Afrika schuf Eugen von Baumgarten Illustrationen. Otto Julius Bierbaum bezeichnete Nudelmaier als „liebenswürdigen Philister“.[3] Literarisch höher als die Nudelmaier-Geschichten stehen nach Meinung Aloys Dreyers die Humoresken Raucheneggers, die in den Fliegenden Blättern zu lesen waren.

Rauchenegger veröffentlichte zusammen mit Ludwig Aub 1888 einen Führer durch München und schrieb Stücke für das Schlierseer Bauerntheater. Der Amerikaseppl wurde auch in New York aufgeführt. Rauchenegger verdiente an den Tantiemen allerdings nur wenig, da er die Rechte billig an den Rubin-Verlag verkauft hatte. Jägerblut wurde zweimal verfilmt, ebenso Der Ausgestoßene.[4]

Mitunter bediente Rauchenegger sich des Pseudonyms „Hans Felsinger“.[5]

Rauchenegger war Freimaurer.[6] Er starb knapp ein Jahr nach seiner Frau. Zu dieser Zeit war Rudolf Wimmer gerade dabei, sein Porträt zu malen. Das unvollendete Bild befindet sich im Stadtmuseum München. Rauchenegger wurde in der Figur des Aktuars Götzensperger von Josef Ruederer in dem Stück Die Fahnenweihe von 1895 porträtiert. In einem Nachruf Aloys Dreyers auf Rauchenegger verwehrte sich dieser aber dagegen, Benno Rauchenegger auf einen „Schnaderhüpflhanswurst“ zu reduzieren.[3] In München ist die Raucheneggerstraße nach dem Schriftsteller benannt.[7]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rudolf Vierhaus: Deutsche biographische Enzyklopädie. Walter de Gruyter, 2005, ISBN 978-3-598-25038-5, S. 206 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche) gibt als Sterbedatum den 2. August 1910 an.
  2. Benno Rauchenegger: Der Hochwasser-Durchbruch in Immenstadt. Glötzle, 1873 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  3. a b Harald Beck, Benno Rauchenegger auf www.literaturportal-bayern.de
  4. Benno Rauchenegger auf www.imdb.com
  5. Rudolf Vierhaus: Deutsche biographische Enzyklopädie. Walter de Gruyter, 2005, ISBN 978-3-598-25038-5, S. 206 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  6. Freimaurer in München auf stadt-muenchen.net
  7. Raucheneggerstraße auf stadtgeschichte-muenchen.de

WeblinksBearbeiten

 Wikisource: Benno Rauchenegger – Quellen und Volltexte