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Beate Uhse AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007551400
Gründung 1951 / 1981
Sitz Hamburg, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Michael Specht (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 470 (2017)[2]
Umsatz 128 Mio. Euro (2015)[3]
Branche Sexindustrie
Website www.beate-uhse.ag

Die Beate Uhse AG ist ein Erotikunternehmen mit Sitz in Hamburg und operativer Hauptzentrale in Amsterdam.[4] Das Unternehmen ist in sieben Ländern aktiv.[5]

Beate Uhse-Sexshop in Hamburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Unternehmensgründung in FlensburgBearbeiten

Gegründet wurde das Unternehmen 1951 als „Versandhaus Beate Uhse“ von der deutschen Pilotin Beate Uhse. Im Angebot waren neben Kondomen auch Bücher zum Thema „Ehehygiene“ und Verhütung. Das Unternehmen begann mit vier Angestellten und hatte bereits zwei Jahre später 14 Mitarbeiter. 1962 folgte die Gründung des ersten Sexshops der Welt in der Angelburger Straße 58 in Flensburg. Im Jahr 1981 wurde von Beate Uhse und ihrem Sohn Ulrich die heutige Beate Uhse AG gegründet und als zweiter Familienstamm von Klaus Uhse und Dirk Rotermund der Orion Versand ausgegliedert.[6]

In Flensburg befand sich bis 2015 nur noch die Verwaltung, während Warenlager und Versand in den Standorten Almere (bei Amsterdam) und Walsoorden (bei Antwerpen, aber ebenfalls in den Niederlanden) angesiedelt sind. In Almere ist zusätzlich noch der Vorstand angesiedelt. Auch der offizielle Unternehmenssitz ist weiterhin in Deutschland, das Unternehmen ist nach deutschem Recht organisiert, die Aktien werden an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Im Mai 2015 beabsichtigte die Beate Uhse AG, die Verwaltung mit etwa 40 Mitarbeitern nach Hamburg-Fuhlsbüttel zu verlegen.[4]

BörsengangBearbeiten

Am 27. Mai 1999 ging Beate Uhse mit ihrem Unternehmen an die Börse und wurde zur Beate Uhse AG. Die zu einem Emissionspreis von 7,20 Euro auf den Markt gebrachte Aktie wurde 64-fach überzeichnet und erreichte an ihrem dritten Handelstag mit 28,20 Euro ihren absoluten Höchstkurs. Seither erlebte die Aktie von Beate Uhse AG einen dramatischen, fast ununterbrochenen Kurssturz und erreichte am 13. Juni 2018 mit 0,0065 Euro ihren vorläufigen tiefsten Schlusskurs, was einem Wertverlust von über 99,9 % gegenüber dem Höchstkurs und auch gegenüber dem Emissionspreis entspricht.

Unter Sammlern wird die gedruckte Aktienurkunde wohl wegen der Abbildung einer nackten und zweier mit roter Unterwäsche bekleideten Frauen gehandelt. Die Aktie (ISIN DE0007551400) ist im CDAX gelistet. Beate Uhse war die erste börsennotierte Erotik-Aktiengesellschaft.

GeschäftsentwicklungBearbeiten

Die Nachfrage nach „virtuellem Sex“ in Videokabinen sowie der Verleih und Verkauf von pornografischen Filmen gehen inzwischen deutlich zurück. Die Beate Uhse AG macht hierfür die Digitalisierung verantwortlich: „Die Kunden […] stillen ihren Bedarf bei kostenlosen Anbietern von Sexfilmen im Internet“. Außerdem werde der Erotikmarkt mit billigen Pornofilmen zu Preisen von fünf Euro oder noch weniger überschwemmt, so Beate-Uhse-Chef Christian Lindemann 2008 bei der Vorlage der Bilanz für das Jahr 2007, die für das Erotikhandelsunternehmen zum ersten Mal seit dem Börsengang 1999 einen Negativsaldo auswies. Lindemann gab bekannt, dass die Beate Uhse AG ihre Sexshops in den Städten umbauen und dabei die Videokabinen entfernen wolle. Lediglich noch in Gewerbegebieten und an Autobahnen will das Unternehmen den „an Hardcore orientierten Kunden“ mit Filmvorführungen in Einzel-Videokabinen sowie mit härteren Magazinen bedienen.[7] So ging das Unternehmen in den letzten Jahren dazu über, freundlich ausgeleuchtete und hochwertig ausgestattete Flagshipstores in den Innenstädten großer Städte zu etablieren, die sich auch an eine weibliche Zielgruppe richten.

Zwischen 1990 und 2005 wurden von einem Schweizer Lizenznehmer in der Schweiz 34 Läden unter der Marke Beate Uhse eröffnet. Seit 2005 firmiert diese Ladenkette autark unter dem Label Magic X.[8]

Im Sommer 2014 entdeckte die Beate Uhse AG muslimische Frauen als vollkommen neue Zielgruppe und unterstützt das niederländische Start-Up-Unternehmen El Asira, welches Scharia-konforme Erotikartikel mit dem Prädikat „halal lifestyle“ zusammen mit dem Flensburger Konzern entwickelt und anbietet und dessen Vertriebs- und Logistikstrukturen nutzt.[9]

Im September 2016 wurde die Tochterfirma Beate Uhse New Media an die Schweizer tmc Content Group AG verkauft. Der Preis soll mit rund 1,5 Millionen Euro (das Dreifache des Gewinns) niedrig gewesen sein.[10]

Am 27. Oktober 2017 teilte das Unternehmen mit, dass die Prognose zu Umsatz und Gewinn für das Geschäftsjahr 2016 nicht eingehalten werden kann. Demnach wird der Gesamtumsatz des Unternehmens voraussichtlich bei 103,0 Mio. Euro liegen. Das Ergebnis (EBIT) wird voraussichtlich bei −6,2 Mio. Euro liegen. [11]

Am 15. Dezember 2017 beantragte die Holdinggesellschaft der Beate Uhse AG in Eigenregie die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Für die Töchter wurde keine Insolvenz beantragt, weshalb die operativen Gesellschaften ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortsetzen können.[12][13]

Im April 2018 war zu erfahren, dass die Zerschlagung in Tochtergesellschaften weiterging.[14]

Im Mai 2018 reduzierte die Consipio Holding B.V. ihren Anteil auf unter 1 %.[15]

GeschäftsbereicheBearbeiten

Beate Uhse ist heute in den drei Geschäftsbereichen Einzelhandel, Versandhandel und Großhandel tätig. Die Sparte Entertainment wurde im September 2016 an die tmc Content Group AG verkauft.[16]

Per 30. September 2007 beschäftigte das Unternehmen 1.425 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2006 einen Umsatz von knapp 271 Millionen Euro. Im Jahr 2009 wurden knapp 231 Millionen Euro umgesetzt, die Zahl der Beschäftigten betrug per Jahresende 1.222. Im Jahr 2010 wurden 197,7 Millionen Euro umgesetzt, die Mitarbeiterzahl betrug 975. Im Jahr 2012 wurden noch 144 Millionen Euro umgesetzt, die Zahl der Beschäftigten betrug 704. 2015 betrug der Umsatz 128 Mio. Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag 2016 bei 600. 150 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. 16 der 78 Geschäfte, davon 3 in Deutschland, sollen geschlossen werden. [17]

MarkenBearbeiten

Das Unternehmen tritt unter mehreren Marken, bzw. Firmierungen auf: Beate Uhse ist die Dachmarke des Konzerns. Die am 25. Januar 1984 gegründete niederländische Versandhandelsmarke Pabo ist seit 1999 in der Unternehmensgruppe. Seit einem Relaunch 2002 wird der Markenauftritt im Rahmen einer Migration an Beate Uhse angepasst. Pabo Deutschland und Pabo Österreich gibt es seit April 2011 nicht mehr.[18] Die 1968 von dem Hans Hertog gegründete niederländische Ladenkette Christine le Duc gehört seit 2003 zur Unternehmensgruppe. Seit einem Relaunch 2006 wird der Markenauftritt im Rahmen einer Migration an das Look & Feel der Marke Beate Uhse angepasst. Mit Adam et Eve firmiert Beate Uhse in den Bereichen: „Einzelhandel, Versandhandel und Entertainment“ in Frankreich. ZBF und Scala Playhouse sind weltweite Großhandel.

AktionärsstrukturBearbeiten

Anteil Anteilseigner
47,78 % Streubesitz
29,66 % Consipio Holding B.V.
13,11 % Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein über die Venus Hyggelig GmbH
9,09 % Global Vastgoed B.V.
0,36 % eigene Anteile

Stand: Mai 2017[19]

LogosBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Beate Uhse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. "BeateUhse.ag - Unternehmensleitung" seit April 2017, abgerufen am 23. September 2017.
  2. "BeateUhse.ag - Karriere" 2017, abgerufen am 23. September 2017
  3. Geschäftsbericht 2015, 2015.
  4. a b Birger Nicolai: Beate Uhse verlegt Firmensitz nach Hamburg. In: Die Welt. 12. Mai 2015, abgerufen am 23. Mai 2015.
  5. BeateUhse.ag - Standorte. Abgerufen am 22. Januar 2018.
  6. Anja Werner: Erotik-Konzern feiert Geburtstag. In: Flensburger Tageblatt. 9. September 2006.
  7. Birger Nicolai: Beate Uhse schafft die Videokabinen in Innenstädten ab. Die Welt, 1. April 2008, abgerufen am 27. März 2010.
  8. https://www.nzz.ch/wirtschaft/erotik-pionier-beate-uhse-ist-insolvent-was-steckt-dahinter-ld.1339809
  9. Christopher Weckwerth: Halal-Produkte von El Asira : Sexshop Beate Uhse will muslimischen Markt erobern. In: Flensburger Tageblatt. 22. Dezember 2014, abgerufen am 29. Dezember 2014.
  10. Gefangen in der Schmuddelecke, Lukas Zdrzalek, Wirtschaftwoche, 21. Oktober 2016
  11. Gewinnwarnung; mögliche Restrukturierung von Anleihen- und Aktienkapital; Verzögerungen im Jahresabschluss, Beate Uhse AG, 27. Oktober 2017
  12. beate-uhse.ag: Insider-Information gemäß Art. 17 Mar: Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Holding in Eigenverwaltung
  13. Andreas Albert: Beate Uhse ist insolvent: Tod durch Liebesentzug, Spiegel Online, 15. Dezember 2017
  14. So soll Beate Uhse jetzt neu aufgestellt werden, 19. April 2018
  15. DGAP-PVR: Beate Uhse Aktiengesellschaft, 09. Mai 2017
  16. beate-uhse.ag: Beate Uhse verkauft Entertainmentsparte im Rahmen eines Assetdeals@1@2Vorlage:Toter Link/www.beate-uhse.ag (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. Erotik-Pinonier in der Krise: Sex sells? Warum Beate Uhse trotzdem am Abgrund steht, stern.de, 19. Februar 2016
  18. Pabo Erotik Versand – der Blog vom 23. April 2011
  19. Beate Uhse Aktie. beate-uhse.ag, abgerufen am 12. Mai 2015.

Koordinaten: 54° 45′ 58,2″ N, 9° 26′ 12,5″ O