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Barbara Kolm

österreichische Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikerin (FPÖ)

Barbara Kolm (* 28. November 1964 als Barbara Lamprechter in Innsbruck) ist eine österreichische Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Politikerin (FPÖ). Sie ist Leiterin des Friedrich A. v. Hayek Instituts (seit 2000) und Mitglied weiterer wirtschaftsliberaler Organisationen, des Aufsichtsrates der ÖBB-Holding AG (seit Februar 2018) und des Universitätsrates der Wirtschaftsuniversität Wien (seit 2018) sowie seit 1. September 2018 Vizepräsidentin des Generalrats der Oesterreichischen Nationalbank.

LebenBearbeiten

Barbara Kolm leitet seit 2000 das Friedrich A. v. Hayek Institut, das sich in der Tradition der wirtschaftsliberalen Österreichischen Schule der Nationalökonomie sieht. Auch als Vorstandsmitglied des Austrian Economics Centers, Mitglied der Mont Pèlerin Society und Präsidentin des European Centers for Economic Growth widmet sie sich der Propagierung eines freien Marktes und von Deregulierung. Daneben ist sie Associate Professor für die Österreichische Schule der Nationalökonomie an der Privatuniversität von Donja Gorica nahe Podgorica in Montenegro.[1]

Von 1994 bis 2000 sowie 2003 bis 2006 war Kolm für die FPÖ im Innsbrucker Gemeinderat, wo sie unter anderem den Kontrollausschuss leitete. Im Jahr 2011 wurde sie von der FPÖ als Expertin in den Budgetausschuss des Parlaments eingeladen.[2] Im Juni 2016 nominierte die FPÖ Kolm für die Position des Präsidenten des Rechnungshofes, sie wurde aber vom Nationalrat nicht gewählt.[3][4]

Nach Amtsantritt der Bundesregierung Kurz, einer ÖVP-FPÖ-Koalition, an deren Entstehen sie als Teil des Verhandlungsteams auf Seiten der FPÖ beteiligt war,[5] wurde sie bei der Neubesetzung des Aufsichtsrates der ÖBB-Holding AG im Februar 2018 Mitglied dieses Gremiums.[6] In der Funktionsperiode 2018 bis 2023 ist sie, von der Regierung entsandt, Mitglied des Universitätsrates der Wirtschaftsuniversität Wien.[7][8] Am 22. August 2018 wurde sie vom Ministerrat der Bundesregierung als Vizepräsidentin des neu zu besetzenden Generalrats der Oesterreichischen Nationalbank designiert.[9]

Kolm war im März 2018 von der FPÖ nominierte Expertin im Gesundheitsausschuss des Parlaments. Sie sprach sich für die Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie aus. Das von Barbara Kolm geführte Austrian Economics Center erhielt mehrere Spenden aus der Tabakindustrie. Auf Anfrage des Nachrichtenmagazins Profil bestätigten Japan Tobacco International und British American Tobacco jeweils eine Spende im Jahr 2018.[10][11]

PublikationenBearbeiten

  • (Hrsg.): Dictionary of Economic Terms: Von A posteriori bis zweckgebundene Steuer. deutsch-englisch, englisch-deutsch, Echomedia Buchverlag, Wien 2010, ISBN 978-3-902672-32-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Austrian Economics Center: Board, abgerufen am 22. August 2018
  2. Die Presse: Budgetausschuss: FPÖ kritisiert "abstruse Vorschläge", 4. November 2011
  3. derStandard.at - Rechnungshof: Grüne und Neos nominieren Kickinger für Chefposten. Artikel vom 3. Juni 2016, abgerufen am 4. Juni 2016.
  4. diepresse.com: Barbara Kolm. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  5. Kurier: Sie sollen die künftige Koalition formen, 31. Oktober 2017
  6. orf.at: ÖBB-Aufsichtsrat neu konstituiert. Artikel vom 28. Februar 2018, abgerufen am 28. Februar 2018.
  7. derStandard.at: Uni-Räte sind jetzt fast komplett. Artikel vom 30. April 2018, abgerufen am 3. Mai 2018.
  8. Universitätsrat der WU Wien. Abgerufen am 3. Mai 2018.
  9. Der Standard: WKO-Chef Mahrer wird Nationalbank-Präsident, 22. August 2018
  10. Kleine Zeitung: Rauchverbot: FPÖ-"Expertin" nahm Geld von der Tabakindustrie. Artikel vom 6. April 2019, abgerufen am 7. April 2019.
  11. Profil: Barbara Kolms Austrian Economics Center erhielt "fünfstelligen Betrag" von Tabakkonzernen. Artikel vom 6. April 2019, abgerufen am 7. April 2019.