Bahnstrecke Střelice–Okříšky

Střelice–Okříšky[1][2]
Kursbuchstrecke (SŽDC):240
Streckenlänge:61,846 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C4
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius:225 m
Höchstgeschwindigkeit:90 km/h
Strecke – geradeaus
von Brno (vorm. BRE)
Bahnhof, Station
0,000 Střelice früher Střelitz
   
nach Wien Südbahnhof (vorm. StEG)
Haltepunkt, Haltestelle
3,094 Omice
Bahnhof, Station
6,475 Tetčice früher Tetschitz
Haltepunkt, Haltestelle
8,395 Rosice u Brna früher Rossitz-Pendorf
   
von Zbýšov
Bahnhof, Station
10,877 Zastávka u Brna früher Segen Gottes
Haltepunkt, Haltestelle
16,145 Vysoké Popovice
Bahnhof, Station
18,882 Rapotice früher Rapotitz
   
Chvojnice
Bahnhof, Station
23,651 Kralice nad Oslavou früher Kralitz
Brücke über Wasserlauf (klein)
Oslava
Bahnhof, Station
29,530 Náměšť nad Oslavou früher Namiest a. d. Oslawa
   
Militärflugplatz Náměšť
Bahnhof, Station
35,806 Studenec früher Studenetz
   
nach Křižanov (vorm. StEG)
Haltepunkt, Haltestelle
42,751 Vladislav zastávka
Bahnhof ohne Personenverkehr
43,953 Vladislav früher Wladislau
Brücke über Wasserlauf (klein)
Jihlava
Bahnhof, Station
50,083 Třebíč früher Trebitsch
   
Libušino údolí
Haltepunkt, Haltestelle
52,448 Třebíč-Borovina früher Řipov
Bahnhof, Station
55,467 Krahulov früher Kralohof
   
von (Wien–)Znojmo (vorm. ÖNWB)
Bahnhof, Station
61,846 Okříšky früher Okříschko
Strecke – geradeaus
nach Kolín (vorm. ÖNWB)

Die Bahnstrecke Střelice–Okříšky ist eine Hauptbahn („celostátní dráha“) in Tschechien. Sie verläuft von Střelice (Střelitz) über Zastávka (Segen Gottes) nach Okříšky (Okříschko). Der Abschnitt Střelice–Zastávka wurde ursprünglich von der Brünn-Rossitzer Eisenbahn (BRE) als Kohlenbahn erbaut und betrieben. Die weitere Strecke eröffnete die priv. Österreichisch-ungarische Staatseisenbahngesellschaft (StEG) im Jahr 1886 als Teil der Böhmisch-Mährischen Transversalbahn. In der Zeit des Protektorats Böhmen und Mähren war die Strecke Teil der einzigen ganz auf tschechischem Gebiet verlaufenden Fernverbindung zwischen Prag und Brünn.

GeschichteBearbeiten

Die Konzession für die Brünn-Rossitzer Eisenbahn wurde am 15. Jänner 1854 erteilt. Konzessionäre waren vor allem die Eigentümer der Steinkohlegruben im Rossitzer Revier. Den Bau der Strecke übernahm die Firma M. Fröhlich & A. Stein. Am 2. Jänner 1856 wurde die Strecke provisorisch für den Güterverkehr eröffnet. Die offiziellen Feierlichkeiten zur Inbetriebnahme fanden am 30. Juni 1856 statt, einen Tag später wurde der planmäßige Personenverkehr aufgenommen.

 
Bahnhof Střelice (2009)
 
Bahnhof Třebíč (2009)

Die Konzession für die „Secundärbahn“ Segen Gottes–Okříschko erhielt die StEG zusammen mit der Strecke Studenetz–Gross Meseritsch am 28. Dezember 1882. Teil der Konzession war die Verpflichtung, die konzessionierte Bahn bis zum 1. September 1885 fertigzustellen und „dem öffentlichen Betriebe zu übergeben“. Die Konzessionsdauer war bis zum 31. Dezember 1965 festgesetzt.[3] Eröffnet wurde die Strecke am 3. Juni 1886. Den Betrieb führte die StEG selbst aus.

Am 1. Jänner 1908 übernahmen die k.k. Staatsbahnen (kkStB) die Betriebsführung. Mit der Verstaatlichung der StEG am 15. Oktober 1909 kam dann auch die Infrastruktur zu den kkStB. Im Jahr 1912 wies der Fahrplan vier Zugpaare 2. und 3. Klasse aus. Sie benötigten für die 76 Kilometer lange Strecke zwischen Brünn und Okříschko etwas über 2,5 Stunden.[4] Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns im Oktober 1918 ging die Strecke an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über.

Im Zweiten Weltkrieg lag die Strecke zur Gänze im Protektorat Böhmen und Mähren. Betreiber waren jetzt die Protektoratsbahnen Böhmen und Mähren (ČMD-BMB). Am 9. Mai 1945 kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD.

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC).

Im Jahresfahrplan 2013 wird die Strecke alternierend im Zweistundentakt von den Schnellzügen der Linie R4 Brno–Plzeň und den Personenzügen der Linie S4 Brno–Jihlava bedient. Zwischen Brno und Náměšť nad Oslavou ist der Fahrplan zum Teil zum Einstundentakt verdichtet.[5]

In den nächsten Jahren soll die Strecke elektrifiziert werden. Der ursprüngliche Plan sah die Elektrifizierung in zwei Abschnitten vor:

Am 11. Oktober 2019 schrieb der Streckenbetreiber SŽDC die Elektrifizierung und Modernisierung der Strecke zwischen Střelice und Zastávka u Brna als Teil des Streckenausbauprojektes Brno–Zastávka u Brna öffentlich aus. Vorgesehen ist neben der Elektrifizierung mit 25 kV 25 Hz Wechselspannung auch eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h und die Ausrüstung mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS. Geplant wird mit einem Kostenrahmen von etwa 1,8 Milliarden Kronen. Die Bauarbeiten sollen 2020 beginnen und bis 2022 abgeschlossen sein.[6][7]

WeblinksBearbeiten

Commons: Railway line 240 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  3. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder – Ausgegeben am 10. Februar 1883
  4. Fahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912
  5. Aktueller Fahrplan (Memento des Originals vom 12. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdrail.cz (abgerufen am 17. Dezember 2012; PDF-Datei; 737 kB)
  6. Ausschreibung von SŽDC
  7. „Konečně: Stát vypsal tendr na elektrizaci tratě z Brna do Střelic“ auf zdopravy.cz