Ayşe Romey

US-amerikanische Schauspielerin und bildende Künstlerin

Ayşe Romey (* 1970 in Virginia) ist eine in den Vereinigten Staaten geborene deutsch-türkische Schauspielerin und Illustratorin. Bekannt wurde sie 1988 als Titelheldin in Hark Bohms Film Yasemin.

LebenBearbeiten

Ayşe Romey kam 1975 mit ihrer Mutter, der Umweltschützerin Birsel Lemke, aus der Türkei nach Deutschland. Mit 17 Jahren heiratete sie und lernte den Schriftsteller Maxim Biller als Freund ihres Mannes kennen. Nach dem Scheitern der Ehe war sie anderthalb Jahre mit Biller liiert.[1]

In Hark Bohms Filmdrama Yasemin spielte sie die Titelfigur, eine junge Türkin, die sich in einen deutschen Jungen verliebt. Für ihre Leistung erhielt die damals noch jugendliche Darstellerin den Darstellernachwuchspreis beim Bayerischen Filmpreis (1989) sowie den Bundesfilmpreis 1989 als beste Nachwuchsdarstellerin.

1993 spielte sie in dem Kinofilm Das blaue Exil mit, die Verfilmung der Memoiren des türkischen Journalisten Cevat Şakir.

Romey illustrierte später unter anderem Bücher, zum Beispiel Kinder fragen, Nobelpreisträger antworten (2002).[2]

Esra-KontroverseBearbeiten

Die Verbreitung des Schlüsselromans Esra (2003) von Maxim Biller wurde auf Antrag von Romey und ihrer Mutter gerichtlich untersagt, weil er Persönlichkeitsrechte von Romey „schwerwiegend“ verletzt hatte.[3][4][5] Am 13. Februar 2008 verurteilte das Landgericht München I den Autor und den Verlag Kiepenheuer & Witsch, bei dem das Buch erschienen war, zur Zahlung von 50.000 Euro Entschädigung an seine frühere Freundin.[6] Diese Entscheidung wurde im November 2009 durch den BGH aufgehoben. Demzufolge bleibt das Buch zwar verboten, aber der Autor und der Verlag müssen kein Schmerzensgeld zahlen.[7]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kathrin Bünnigmann: Die „Esra“-Entscheidung als Ausgleich zwischen Persönlichkeitsschutz und Kunstfreiheit. Rechtsprechung im Labyrinth der Literatur, Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2013, ISBN 978-3-16-152481-3, S. 6
  2. Rezension, FAZ, 16. Februar 2002
  3. Kathrin Bünnigmann, ebd., S. 21
  4. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. Juni 2005, Az. VI ZR 122/04
  5. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juni 2007, Az. 1 BvR 1783/05
  6. LG München I: Schmerzensgeld für «Esra», beck aktuell, 14. Februar 2008
  7. Maxim Biller muss kein Schmerzensgeld zahlen, Spiegel Online, 24. November 2009