Autoschleuse Tauernbahn

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Tauernschleusenzug

Die Autoschleuse Tauernbahn (oder kurz Tauernschleuse bzw. ASTB) ist eine seit 1920 betriebene Bahnverbindung zur Mitnahme von Autos und deren Insassen, betrieben durch die ÖBB.

Strecke und AbwicklungBearbeiten

Ihre 11,75 km lange Strecke ist ein Teilstück der Tauernbahn und enthält den 8,37 km langen Tauern-Bahntunnel, der den Alpenhauptkamm in einer Höhe von 1226 m ü. A. durchquert. Die Strecke zwischen den Bahnhöfen Böckstein und Mallnitz-Obervellach verbindet das Gasteinertal in Salzburg (im Norden) mit dem Mölltal in Kärnten (im Süden).

Zwischen diesen beiden Orten gibt es keine direkte Straße, jedoch Wanderwege, historisch Saumwege, über die Gasteiner Tauern mit 2414 bzw. 2459 m ü. A. Passhöhe. Vom Norden her führt die Böcksteiner Bundesstraße B167 genau bis zum einen Autoverladebahnhof, vom Süden her die Mallnitzer Straße B105 zum anderen.

Die Zug-Fahrzeit durch die Tauernschleuse beträgt ca. 12 Minuten. Dazu kommt noch Zeit für das Beladen mit Kfz, das Freirangieren der Autoverladewaggons am Ziel und das Abladen der Kfz. Die Verladung der Kfz – durch die Kfz-Lenker selbst – erfolgt nur auf einer Ebene und ist breiten-, höhen-, längen- und gewichtsbeschränkt auch für Lkw und Busse möglich. Motorräder werden von Bahnpersonal verzurrt und müssen frühzeitig auffahren, für Fahrräder wird im Sommerhalbjahr ein extra Radwaggon mitgeführt.[1] Auch Fußgänger ohne Fahrzeug, etwa Skisportler, werden mitgenommen.

1960–2001 durften die Insassen zur Beschleunigung der Abfertigungszeit im Kfz sitzen bleiben, das ist jedoch seither aus Sicherheitsgründen wieder untersagt. Der Preis für ein Kfz inkludiert auch die Insassen, der für das Rad den Radfahrer.

Derzeit dienen Wieselzug-Doppelstockwagen mit der Aufschrift „Autoschleuse Tauernbahn“ als Personenwagen.

LinieBearbeiten

Linie Strecke Taktfrequenz
  Böckstein – Mallnitz-Obervellach Stundentakt
  • Erster/letzter Zug ab Böckstein um 06:20/23:20
  • Erster/letzter Zug ab Mallnitz-Obervellach um 05:50/22:50

Rollendes MaterialBearbeiten

Seit 22. Juni 2006 werden überdachte Niederflurwaggons als Überstellwagen für die Kfz eingesetzt, dadurch wurde wieder die Möglichkeit geschaffen etwa bis 3,80 m hohe Busse mitzuführen. Die Bahnsteighöhe wurde entsprechend angepasst, auch drei Niederflurpersonenwaggon kommen ab 2006 zum Einsatz.[2] Durch winters in der Wärme des Tunnels von den Autos abtropfendes Salzwasser werden die Bodenbleche stark angegriffen, wodurch schon 2016 eine Neulackierung dieser Bleche notwendig war.[3]

Eine typische seit Juni 2006 neue Zugformation besteht aus:

  • Zuglok ÖBB 1044
  • ein Doppelstock-Niederflur-Personenwagen mit tiefliegenden Einstiegen
  • Waggons die als Ein- und Ausfahrtsrampe für Kfz dienen
  • eine längere Reihe überdachter Niederflurtransportwaggons
  • (nochmals) Waggons die als Ein- und Ausfahrtsrampe für Kfz dienen

2015 fährt eine Garnitur aus

  • Zuglok ÖBB 1016
  • die Abfolge für den Kfz-Transport selbst
  • ÖBB 8633 Doppelstock-Niederflur-Steuerwagen am Zugende[4]

2016 bis 2020 fährt eine Formation aus

  • ÖBB 8633 Doppelstock-Niederflur-Steuerwagen
  • im Sommer für den Fahrradtransport ein 1. Klasse/Gepäcksabteil Eurofima-Wagen
  • die Abfolge für den Kfz-Transport selbst[5]
  • Zuglok 1x16

Parallele Alpenquerungen via StraßeBearbeiten

Westlich der Bahnverladestrecke verläuft der Felbertauerntunnel, Radfahrer etc. müssen anders ausweichen.

Östlich verlaufen Straßen über die Tauernautobahn (Tauerntunnel) sowie den Katschbergpass.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Österreichische Bundesbahnen: Autoschleuse Tauernbahn
  2. Neue Tauernschleuse im Planeinsatz bahnbilder.warumdenn.net, 22. Juni 2006, abgerufen 25. Januar 2020.
  3. Tauernschleuse generalsaniert bahnbilder.warumdenn.net, 31. Mai 2016, abgerufen 25. Januar 2020.
  4. Autoschleuse Tauernbahn im tiefwinterlichen Mallnitz! bahnbilder.warumdenn.net, 8. Februar 2015, abgerufen 25. Januar 2020.
  5. 8633.100 (Weitwinkel) Gerfried Moll, bahnbilder.warumdenn.net, 19. September 2019, abgerufen 25. Januar 2020.