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Die Auburg in Wagenfeld

Die Auburg ist ein denkmalgeschütztes Gebäude der Gemeinde Wagenfeld im niedersächsischen Landkreis Diepholz.

GeschichteBearbeiten

In Wagenfeld ließen die Grafen von Diepholz Ende des 15. Jahrhunderts an der Wagenfelder Aue, einem kleinen Nebenfluss der Hunte, eine Schutzfeste mit dem Namen Auburg errichten. Diese Wasserburg, auf einer Insel zwischen einem abgezweigten Arm der Aue und der Wagenfelder Aue gelegen, sollte die benachbarten Mindener, die damals regelmäßig in das Gebiet einfielen, abschrecken. Diese fühlten sich jedoch gerade durch den Bau der Auburg provoziert und zerstörten sie in der Folgezeit mehrere Male.

Ein Rechtsstreit über die territoriale Zugehörigkeit des Amtes Auburg brach aus, als im Jahre 1585 der noch nicht einmal 30 Jahre alte Graf Friedrich II. von Diepholz verstarb. Die Auburger huldigten am Ende noch im gleichen Jahr dem Landgrafen von Hessen-Kassel als ihrem neuen Landesherrn.

1592 erhielt Philipp Wilhelm von Cornberg, ein nicht ehelicher Sohn des hessischen Landgrafen Wilhelm IV., die Belehnung mit dem Amt Auburg und dem Dorf Wagenfeld. Letzter Besitzer aus dieser Familie war Theodor von Cornberg, der das Gebäude im Jahre 1904 dem Osnabrücker Fabrikanten Schlicker verkaufte. An der Auburger Mühle befindet sich ein Allianzwappen Cornberg-Freytag (oder Frydag). Carl Wilhelm von Cornberg (* 1739; † 1816) war mit Sophie Charlotte von Frydag (* 1745; † 1801) aus dem Hause Daren verheiratet, sein Sohn Georg Wilhelm (* 1772; † 1847) mit Wilhelmine von Freytag (* 1789; † 1870). Carl Wilhelm war wiederum ein Sohn des Carl von Cornberg (* 1708; † 1738) und der Dorothea von Münchhausen (* 1717; † 1795), einer Schwester des berühmten Lügenbarons, die – nachdem ihr Mann an Weihnachten 1738 in Hattendorf durch einen Sturz aus dem Wagen tödlich verunglückt war – in zweiter Ehe Ludwig von Hammerstein (* 1702; † 1786) auf Gesmold, Hornoldendorf und Apelern heiratete und so auch zur Stammmutter der Linie Hammerstein-Gesmold wurde. Dorotheas Schwester Anna von Münchhausen (* 1722; † 1789) war mit Georg Freiherr von Frydag auf Daren verheiratet; sie waren die Eltern der Sophie Charlotte von Cornberg.

1820 wurde die Amtsvogtei Auburg wieder dem Amte Diepholz angegliedert.

1941 kaufte das Bremer Focke-Museum von einer Nachkommin der Cornbergs die hochmittelalterliche Dodelinusglocke, eine sogenannte Bienenkorbglocken des 12. Jahrhunderts, die zuvor lange Zeit im Herrenhaus gehangen hatte.[1] 1937 erwarb die damalige Samtgemeinde Wagenfeld das Gebäude der Auburg sowie 26 Morgen Land. Dort wohnten nach 1945 zunächst acht Jahre lang Flüchtlingsfamilien. Anschließend dienten die Gebäude bis 1967 als landwirtschaftliche Berufsschule.

Auf dem Gelände der Auburg befindet sich heute nur noch das Herren- und das Gesindehaus. Das historische Gebäude der Auburg wurde in den Jahren 1998/1999 restauriert. In seinen Räumlichkeiten bietet seither der „Kulturkreis Auburg“ ein Kulturprogramm an. Die Auburg ist auch Namensgeber für die in Wagenfeld ansässigen Firmen „Auburg Quelle“ (Mineralwasser) und „Auburg Möbel“.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernst Grohne: Die älteste Glocke Nordwestdeutschlands, in: Alte Kostbarkeiten aus dem bremischen Kulturbereich, Bremen 1956, S. 28–40.

Koordinaten: 52° 33′ 31″ N, 8° 34′ 43″ O