Bernd Ulrich Hucker

deutscher Historiker und Hochschullehrer

Bernd Ulrich Hucker (* 29. März 1944 in Bad Essen) ist ein deutscher Historiker und Erzählforscher. Er lehrte mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Bamberg, Berlin (FU), Konstanz, Basel, Osnabrück und Vechta.

LebenBearbeiten

Geboren als Sohn des Bremer Kaufmannsgehilfen Hinrich Hucker und der Stenoptypistin Käthe, geb. Kruse, durchlief Bernd Ulrich Hucker zunächst eine Ausbildung zum Buchhändler und Antiquar und übte diese Berufe fünf Jahre lang aus. Anschließend studierte er Geschichte, Philosophie, Pädagogik und Germanistik in Oldenburg, Bonn, Münster und Bremen. Von 1975 bis 1984 war er Wissenschaftlicher Assistent an der PH Westfalen-Lippe und danach an der FU Berlin und an der Universität Bamberg. 1977 wurde Hucker zum Dr. paed. an der Pädag. Hochsch. Westfalen-Lippe in Münster (Westfalen) promoviert. 1978 erhielt er den Hochschulpreis für seine Dissertation. Seit 1983 ist er Dr. phil. habil. und Privatdozent für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Bamberg. Von 1984 bis 1987 arbeitete er dort als Akademischer Oberrat.

Heirat 1971; Töchter: Elena, Gabriela Lijdia.

Im Jahr 1987/1988 wirkte Hucker als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Briefe Ottos IV.“ der Monumenta Germaniae historica. Von 1988 bis zu seiner Pensionierung 2009 war er Universitätsprofessor an der Universität Osnabrück, Abteilung Vechta (Bezeichnung seit 1995: Hochschule Vechta, seit 2011 Universität Vechta) und von 2011 bis 2020 Leiter des Forschungs- und Grabungsprojekts "Arkeburg".[1]

Hucker ist Mitbegründer des Instituts für Geschichte und historische Landesforschung, dessen Direktor er mit einer Unterbrechung von 1992 bis zu seiner Pensionierung am 31. März 2009 war. Er hatte die wissenschaftliche Leitung der von ihm konzipierten Niedersächsischen Landesausstellung „Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum“ in Braunschweig vom 8. August bis 8. November 2009 inne. Hucker ist Mitglied der Academie Genealogique Paris, der Historischen Kommission Niedersachsen (1981), der Baltischen Historischen Kommission (1986), seit 1994 Ehrenmitglied im Herold, Verein für Heraldik und Träger der Silbernen Ehrennadel des Heraldischen Vereins `Zum Kleeblatt´.

SchriftenBearbeiten

  • Das Problem von Herrschaft und Freiheit in den Landesgemeinden und Adelsherrschaften des Mittelalters im Niederweserraum. 1978, (Münster, Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe, Dissertation, 1977).
  • Till Eulenspiegel (= Stadtarchiv und Stadtbibliothek Braunschweig. Kleine Schriften. 5, ZDB-ID 565518-3). Beiträge zur Forschung und Katalog der Ausstellung vom 6. Oktober 1980 bis 30. Januar 1981. Stadtarchiv und Stadtbibliothek, Braunschweig 1980.
  • Hermann Allmers und sein Marschenhof. Die Geschichte des Allmershofes und des Osterstader Dorfes Rechtenfleth in Beziehung zu Leben und Werk des Patrioten, Dichters und Gelehrten. Mit einer Bibliographie seiner Werke. Holzberg, Oldenburg 1981, ISBN 3-87358-136-1.
  • Kaiser Otto IV. (= Monumenta Germaniae Historica. Schriften. 34). Hahn, Hannover 1990, ISBN 3-7752-5162-6.
  • Die Grafen von Hoya. Ihre Geschichte in Lebensbildern (= Schriften des Instituts für Geschichte und Historische Landesforschung, Vechta. 2). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1993, ISBN 3-927085-84-7.
  • Stift Bassum. Eine 1100jährige Frauengemeinschaft in der Geschichte (= Schriften des Instituts für Geschichte und Historische Landesforschung, Vechta. 3). Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-276-4.
  • als Herausgeber mit Ernst Schubert und Bernd Weisbrod: Niedersächsische Geschichte. Wallstein, Göttingen 1997, ISBN 3-89244-223-1.
  • Drakenburg. Weserburg und Stiftsflecken, Residenz der Grafen von Wölpe. Mit unveröffentlichten Fragmenten der „Bückener Chronik“ (= Geschichte des Fleckens Drakenburg. 2). Mit einem bauhistorischen Beitrag von Axel Pfahl-Dreger. Heimatverein Drakenburg, Drakenburg 2000, ISBN 3-00-006602-0.
  • Hoya und die Welt. Im Flug durch 1000 Jahre (= Hoyaer Hefte. 6, ZDB-ID 2283221-X). Festvortrag aus Anlaß der Eröffnungsfeier des Hoyaer Museums im Staffhorstschen Burgmannshof am 4. Juni 2000. Heimatverein Grafschaft Hoya, Hoya 2002.
  • Otto IV. Der wiederentdeckte Kaiser. Eine Biographie (= Insel-Taschenbuch. 2557). Insel-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2003, ISBN 3-458-34257-5.
  • als Herausgeber mit H. Joachim Kusserow: Zwischen Hoya und Brooklyn. Neue Beiträge zu Person, Familie und Werk Heinrich Albert Oppermanns (= Hoyaer Hefte. 8). Heimatmuseum für die Grafschaft Hoya, Hoya 2003, ISBN 3-00-012250-8.
  • Äbtissin Sophie von Brehna (1203–1226). Quedlinburg im Spannungsfeld des Kampfes zwischen Staufern und Welfen. In: Qvedlinbvrger Annalen. Bd. 10, 2007, ISSN 1436-7432, S. 35–50.
  • Sannau 880 Jahre. Zur Frühgeschichte eines Stedinger Dorfes, Bremen 2019, ISBN 3-938275-97-9.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bernd Ulrich Hucker: Eine Burg im Moor - Die Arkeburg, Kiel 2015.