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Andreas Marneros

deutsch-zypriotischer Psychiater und ehemaliger Hochschullehrer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Andreas Marneros (* 22. Oktober 1946 in Germasoja, Zypern) ist ein deutscher Psychiater zyprischer Herkunft und emeritierter Professor für das Fach Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Er war zuletzt bis 2012 knapp zwanzig Jahre lang Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).[1][2][3][4][5]

LebenBearbeiten

Andreas Marneros beendete 1958 die Grundschule mit der Note „Ausgezeichnet“. Von 1958 bis 1964 war Andreas Marneros Schüler am Humanistischen Gymnasium in Limassol, Zypern, wo er 1964 sein Abitur machte.

Von 1964 bis 1972 studierte Andreas Marneros Medizin an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, Griechenland, und erlangte dort 1972 seinen Abschluss mit der Note „Ausgezeichnet“.

Anschließend ging Andreas Marneros nach Deutschland, wo er von 1973 bis 1979 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Neuro-Psychiatrischen Klinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) tätig war.

Unmittelbar nach Erfüllung der Voraussetzungen, nämlich einer vierjährigen erfolgreichen ärztlichen Tätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland, promovierte Andreas Marneros 1977 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Prädikat „magna cum laude“. Das Thema seiner Dissertation lautete Psychopathologie der beginnenden Hirnatrophie.

1978 erfolgte seine Facharztanerkennung als Nervenarzt, der 1994 in Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie umgewandelt wurde. 1984 erhielt Andreas Marneros den Zusatztitel „Psychotherapie“ und 2006 den Zusatztitel „Forensische Psychiatrie“.

Andreas Marneros habilitierte sich daraufhin 1980 an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und bekam die Lehrbefugnis für das Fach Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie verliehen. Als Thema seiner Habilitationsschrift wählte er Struktur und Dynamik der Hirnorganischen Melancholie.

Von 1980 bis 1983 fungierte Andreas Marneros als Privatdozent (PD) an der Psychiatrischen Klinik der Universität zu Köln, und von 1983 bis 1985 als Professor für Klinische Psychiatrie an derselben Universität.

Daraufhin folgte er von 1985 bis 1992 einem Ruf als Professor für Medizinische Psychologie und Allgemeine Psychopathologie an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Andreas Marneros war schließlich vom Sommer 1992 an bis zum Januar 2012 fast zwanzig Jahre Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

An seiner akademischen Abschiedsvorlesung am 26. Januar 2012 (veröffentlicht unter "Télos kai arché. Die letzte Vorlesung. Köln: ANA Publishers, 2012) nahmen mehr als 500 Gäste teil. Unter ihnen waren auch zahlreiche Vertreter der Justiz, denn Andreas Marneros agierte, auch über die Grenzen von Sachsen-Anhalt hinaus, lange als Gerichtsgutachter.

Quasi als „Abschiedsgeschenk“ seiner Mitarbeiter trägt nun eine Station der Psychiatrischen Universitätsklinik der MLU seinen Namen.

2012 erschien auch Andreas Marneros' Autobiografie Das Doppelherz des Odysseus in erster Auflage, die den Untertitel Eine pathetische Liebeserklärung an Deutschland trägt. 2013 ist bereits die 2. Auflage auf den Markt gekommen.[1][2][3][4][5]

Seit seiner Emeritierung publiziert er Bücher, die sich im Grenzgebiet zwischen Griechischer Mythologie und Psychiatrie / Psychologie bewegen.

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Andreas Marneros' Forschungsschwerpunkte sind anhaltende wahnhafte Störungen[6], akute vorübergehende psychotische Störungen[7] sowie schizophrene, schizoaffektive und affektive Störungen.[8] Die Arbeiten auf den beiden letztgenannten Gebieten wurden jeweils mit einem Forschungspreis ausgezeichnet. Ein weiterer Forschungs- und Publikationsschwerpunkt ist die Forensische Psychiatrie.

Andreas Marneros hat im Laufe der Zeit ca. 600 Publikationen veröffentlicht, darunter 44 Bücher.[9]

AuszeichnungenBearbeiten

Andreas Marneros hat eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten:[9]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Andreas Marneros / Arno Deister / Anke Rohde: Affektive, schizoaffektive und schizophrene Psychosen. Eine vergleichende Langzeitstudie (= Monographien aus dem Gesamtgebiete der Psychiatrie. Band 65). Springer, Berlin / Heidelberg 1991, ISBN 3-540-54323-6.
  • Das Neue Handbuch der Bipolaren und Depressiven Erkrankungen. Thieme, 2004. ISBN 978-3-13-109092-8
  • Affekttaten und Impulstaten. Forensische Beurteilung von Affektdelikten. Schattauer, 2007, ISBN 978-3-7945-2517-1
  • Intimizid. Die Tötung des Intimpartners. Ursachen, Tatsituationen und forensische Beurteilung. Schattauer, 2008, ISBN 978-3-7945-2414-3
  • Das Doppelherz des Odysseus ... und warum Ithaka in Deutschland liegt. Eine pathetische Liebeserklärung an Deutschland. Mit einem Vorwort von Kurt Biedenkopf. 2. Auflage. ANA-Publ., Köln 2013, ISBN 978-3-931906-21-4 (Autobiografie).
  • Irrsal! Wirrsal! Wahnsinn! Persönlichkeit, Psychose und psychische Konflikte in Tragödien und Mythen. Schattauer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7945-2901-8.
  • Homers Odyssee psychologisch erzählt. Der Seele erste Irrfahrt. Springer, 2016. ISBN 978-3-658-13847-9
  • Warum Ödipus keinen Ödipus-Komplex und Adonis keinen Schönheitswahn hatte – Psychoanalyse und griechische Mythologie – eine Beziehungsklärung. Springer, 2018, ISBN 978-3-662-56730-2

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Curriculum Vitae. Schulausbildung und Studium sowie wissenschaftlicher und akademischer Werdegang. Andreas Marneros. Homepage von Andreas Marneros, abgerufen am 12. September 2013.
  2. a b "Mission erfüllt" - Professor Marneros geht in den Ruhestand. Universitätsklinikum Halle (Saale) / UKH. Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, abgerufen am 12. September 2013.
  3. a b Jens Müller M.A. Medizinische Fakultät / UKH. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: „Mission erfüllt“ – Psychiatrie-Professor Dr. Andreas Marneros geht in den Ruhestand. Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw-, 23. Januar 2012, abgerufen am 12. September 2013.
  4. a b Universitätsklinikum Halle (Saale) / UKH: „Mission erfüllt“. Psychiatrie-Professor Dr. Andreas Marneros geht in den Ruhestand und verabschiedet sich aus Halle. (PDF-Datei, ca. 4,67 MB) In: Ärzteblatt Sachsen-Anhalt. Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Heft 3 / 2012. Ärztekammer Sachsen-Anhalt, S. 19, abgerufen am 12. September 2013.
  5. a b Cornelia Musolff / Jens Hoffmann (Hrsg.): Täterprofile bei Gewaltverbrechen. Mythos, Theorie, Praxis und forensische Anwendung des Profilings. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-33345-6, Autorenvitae. Andreas Marneros, S. XIV.
  6. Aktivitäten auf dem Gebiet der Psychiatrie. Anhaltende wahnhafte Störungen. Andreas Marneros. Homepage von Andreas Marneros, abgerufen am 12. September 2013.
  7. Aktivitäten auf dem Gebiet der Psychiatrie. Akute vorübergehende psychotische Störungen. Andreas Marneros. Homepage von Andreas Marneros, abgerufen am 12. September 2013.
  8. Aktivitäten auf dem Gebiet der Psychiatrie. Schizophrene, schizoaffektive und affektive Störungen. Andreas Marneros. Homepage von Andreas Marneros, abgerufen am 12. September 2013.
  9. a b Curriculum Vitae. Auszeichnungen und Publikationen. Andreas Marneros. Homepage von Andreas Marneros, abgerufen am 12. September 2013.
  10. Andreas Marneros. Abgerufen am 12. Januar 2019 (deutsch).