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Totempfahl der Batak auf Sumatra, Indonesien
Totempfahl der Nordwestküstenkultur Süd-Alaskas

Eine Analogie (griechisch ἀναλογία, analogiaProportionalität, Entsprechung, Verhältnismäßigkeit“) bezeichnet grundsätzlich übereinstimmende Merkmale verschiedener vergleichbarer, jedoch nicht verwandter Phänomene, deren Entstehung auf ähnliche Anpassungsprozesse bei gleichartigen Umweltbedingungen zurückgeführt werden kann.

Abgeleitet ist sie aus dem Analogiebegriff der Biologie, der in dieser abgewandelten Form bisweilen auch in verschiedenen Humanwissenschaften (Geschichts-, Sozial-, Kulturwissenschaften, Ethnologie, Archäologie) verwendet wird, um den Unterschied zu homologen Entwicklungen deutlich zu machen.

Analoge Merkmale verschiedener menschlicher Kulturen sind beispielsweise:

Alle diese Dinge sind in der menschlichen Entwicklung mehrfach in voneinander isolierten Regionen, unabhängig voneinander entstanden.

Im Gegensatz zur Biologie ist die Unterscheidung von Analogien und Homologien in den Humanwissenschaften wesentlich schwieriger, da der kulturelle Wandel viel schneller abläuft als die natürliche Evolution und sich nicht in Genen manifestiert, sondern in sehr unterschiedlichen „Ausdrucksweisen“, deren Authentizität häufig unklar ist. Ein eklatantes Beispiel dafür liefern die unterschiedlichen Ansätze zum Schamanismus: Während die Anhänger des esoterischen Core-Schamanismus nach Michael Harner darin eine weltumspannende, menschliche Universalie sehen – also eine homologe Entstehung annehmen –, sieht der Ethnologe Klaus E. Müller den Schamanismus als eine Art „magische Wissenschaft“, die sich außerhalb von Asien analog entwickelt hat.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Werner J. Patzelt: Evolutorischer Institutionalismus: Theorie und exemplarische Studien zu Evolution, Institutionalität und Geschichtlichkeit. Ergon Verlag, Würzburg 2007, ISBN 978-3-89913-554-1.
  • Alexander Gramsch: Vergleichen als archäologische Methode: Analogien in den Archäologien – mit Beiträgen einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft Theorie (T-AG) und einer kommentierten Bibliographie. Archaeopress, Oxford 2000, ISBN 978-1-8417-1037-2, S. 12, 125–126.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klaus E. Müller: Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale. 4. Auflage, Beck, München 2010 (Originalausgabe 1997), ISBN 978-3-406-41872-3, S. 117–119.