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Alexander Wassiljewitsch Gorbatow (nach 1955)

Alexander Wassiljewitsch Gorbatow (russisch Александр Васильевич Горбатов; * 21. März 1891 in Palech; † 7. Dezember 1973 in Moskau) – war ein sowjetischer Armeegeneral (1955) und Held der Sowjetunion (1945). Im Zweiten Weltkrieg von 1943 bis 1945 war er Befehlshaber der 3. Armee und 1950–1954 Kommandeur der sowjetischen Luftstreitkräfte.

LebenBearbeiten

Alexander Gorbatow wurde 1891 als Bauernsohn im Dorf Pahotino (heute Palech) im Oblast Iwanowo geboren. 1902 absolvierte er eine Landwirtschaftsschule und arbeitete abwechselnd im Sommer am Bauernhof seines Vaters, während des Winters in einer Schuhfabrik in Schuja.

Frühe MilitärkarriereBearbeiten

Im Oktober 1912 trat er in den zaristischen Militärdienst ein und diente im 17. Husaren-Regiment von Tschernigow. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte er in Galizien, in den Karpaten und am Stochod, wurde zum Unteroffizier befördert und wegen seiner Tapferkeit mit mehreren Medaillen und dem Georgskreuz ausgezeichnet.

Er trat im August 1919 als Freiwilliger in die Rote Armee ein und kämpfte während des Bürgerkrieges zunächst in einer Kavallerie-Schwadron, ab April 1920 im 58. Kavallerie - Regiment und ab August desselben Jahres bei einer selbständigen baschkirischen Kavallerie - Brigade. Ende 1920 kämpfte er gegen die Armeen von General A. I. Denikin und gegen die Truppen von S. V. Petljura. Seit 1919 war er Mitglied der KPdSU. Nach dem Bürgerkrieg wurde er 1921 zum Kommandant des 7. Kosaken-Kavallerie – Regiments von Tschernigow und 1928 Kommandeur einer Reiterbrigade der 3. Kavallerie – Division. Am 11. Januar 1933 wurde er Kommandant der 4. Turkestanischen Gebirgs-Kavallerie – Division, die in Merw in Garnison lag. Er absolvierte zwischen 1926 und 1930 mehrere Fortbildungskurse in Moskau. Am 26. November 1935 erreichte er den Rang eines Brigadekommandeur und wurde im Mai 1936 zum Kommandeur der in Starokonstantinow stationierten 2. Kavalleriedivision (7. Kavalleriekorps) im Militärbezirk Kiew bestellt.

Während der Massenrepressionen in der Roten Armee wurde Gorbatow im September 1937 „wegen Kontakts mit den Feinden des Volkes“ von seinem Posten entfernt und aus der KPdSU ausgeschlossen. Im März 1938 wurde er wieder zum stellvertretenden Kommandeur des 6. Kavalleriekorps ernannt. Während der zweiten Welle der Säuberungen unter Stalin wurde er im Oktober 1938 abermals suspendiert, am 8. Mai 1939 festgenommen und nach Artikel 58 des Strafgesetzbuches der RSFSR zu 15 Jahren Haft und 5 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Die Bestrafung erfolgte im Straflager Kolyma, wo er an Skorbut erkrankte. Nach nochmaliger Überprüfung seines Falls wurde er am 5. März 1941 freigesetzt und nach einer Behandlung in einem Sanatorium im April desselben Jahres zum stellvertretenden Kommandeur des 25. Schützenkorps ernannt.

Vaterländischer KriegBearbeiten

Zu Beginn des Vaterländischen Krieges kämpfte er im Rahmen der 19. Armee an der Westfront und nahm Anfang Juli 1941 an der Schlacht um Witebsk teil. Er wurde mit seinen Truppen von der Hauptmacht abgeschnitten, ordnete seine zurückgehenden Truppenteile neu und konnte sich im Raum Jarzewo vier Tage lang verteidigen. Am 22. Juli wurde er bei den Kämpfen verletzt und zur Behandlung nach Moskau ausgeflogen. Nach seiner Wiederherstellung wurde er am 1. Oktober 1941 zum Kommandeur der 226. Schützendivision ernannt, die bei der Südwestfront und an Verteidigungsschlachten im Raum Charkow eingesetzt war.

Am 25. Dezember 1941 wurde zum Generalmajor befördert und mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet. Ab Juni 1942 fungierte er als Inspektor der Kavallerie der Südwestfront und ab August - in gleicher Position bei der Stalingrader Front. Im Oktober 1942 war er stellvertretender Befehlshaber der 24. Armee der Stalingrad- später der Donfront und Teilnehmer an der Schlacht von Stalingrad. Am 28. April 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert und übernahm er die Führung des 20. Gardekorps der 4. Gardearmee. Von Juni 1943 bis zum Kriegsende 1945 war er Befehlshaber der 3. Armee und wurde am 29. Juni 1944 zum Generaloberst ernannt. Seine Truppen kämpften in den Operationen von Orjol, Brjansk, Tschernigow-Pripjat, Belarus und Lomscha. Für seine Leistungen beim Durchbruch der feindlichen Verteidigungsstellungen in Ostpreußen wurde ihm am 10. April 1945 der Titel Held der Sowjetunion verliehen. Nach dem Einsatz seiner Truppen in der Berliner Operation wurde er nach dem Tod des Generalobersten Nikolai Bersarin im Juni 1945 zum Stadtkommandanten von Berlin ernannt, gleichzeitig übernahm er das Kommando der 5. Stoßarmee in Ost-Deutschland.

NachkriegszeitBearbeiten

Im November 1945 wurde er gleichzeitig mit dem Befehl der Lufttruppen in Mecklenburg-Vorpommern ernannt. Ab November 1946 kommandierte er die 11. Garde-Armee im Baltischen Militärbezirk. Seit März 1950 war er Kommandeur der Garde-Luftarmee und ab Mai 1953 Kommandeur der Luftstreitkräfte. Im Mai 1954 wurde er Befehlshaber des Militärbezirks Baltikum und am 8. August 1955 zum Armeegeneral befördert. Ab April 1958 fungierte er Mitglied des Vorstandes der Gruppe der Generalinspektoren im Verteidigungsministerium der UdSSR. Von 1952 bis 1961 war er Mitglied im Zentralkomitee der KPdSU und Stellvertreter des Obersten Sowjets der UdSSR. Er verstarb am 7. Dezember 1973 in Moskau und wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.

LiteraturBearbeiten

  • А. В. Горбатов: Годы и войны, 2-е издание.- Воениздат, Moskau 1980

WeblinksBearbeiten

  Commons: Alexander Wassiljewitsch Gorbatow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien