Airspeed Oxford

Militärflugzeug
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Die Airspeed AS 10 Oxford (von den Flugschülern auch Ox-Box genannt) war ein zweimotoriges Schulflugzeug in Holzbauweise. Die aus ihr abgeleitete Airspeed AS 65 Consul wurde als ziviles Transportflugzeug genutzt.

Airspeed AS 10 Oxford
RAF Airspeed AS.10 Oxford II Brown.jpg
Airspeed AS 10 Oxford
Typ: Schul-/Verbindungsflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Hersteller:

Airspeed

Erstflug: 19. Juni 1937
Indienststellung: November 1937
Produktionszeit:

1937 bis 1945

Stückzahl: 8586

GeschichteBearbeiten

Sie wurde auf Basis der Envoy und der Spezifikation T.29/36 entwickelt. Der Erstflug des Prototyps fand in Portsmouth am 19. Juni 1937 statt. Ab November des gleichen Jahres wurden die Serienmaschinen ausgeliefert.

KonstruktionBearbeiten

Die von den Besatzungen Ox-Box genannte Maschine wurde überwiegend in Holzbauweise hergestellt. Durch entsprechende Ausstattung wurde das Flugzeug u. a. zur Schulung von Navigatoren, Bombenschützen, Funkern und – mit entsprechendem Turm ausgerüstet – für MG-Schützen eingesetzt. Insgesamt 8586 Flugzeuge dieses Typs in 5 Varianten (Mk.I–Mk.V) gebaut, darunter auch einige bei de Havilland und Standard Motors. Die letzte Maschine wurde am 14. Juli 1945 ausgeliefert.

NutzungBearbeiten

 
eine Airspeed AS 65 Consul

Sie war während des Zweiten Weltkriegs in Großbritannien das Standardschulflugzeug für die Besatzungen mehrmotoriger Flugzeuge. Sie fand auch als Sanitäts- und Verbindungsflugzeug sowie zur Kalibrierung von Radaranlagen Verwendung. Einige wurden im Irak auch als Behelfsbomber eingesetzt.

Mk.I mit Cheetah-X-Triebwerken diente als Mehrzweckflugzeug, zur Bomben- und MG-Schützen-Schulung, Mk.II zur Navigatoren – und Funkerausbildung. Die Mk.III bestand nur aus einem einzigen Prototyp mit Cheetah-XV-Triebwerk und Rotol-Propeller. Mk.IV war eine projektierte Weiterentwicklung der Mk.III zum Pilotentraining, mit der Versuche mit unterschiedlichen Triebwerken, Rudern und Fahrwerken durchgeführt wurden. Mk.V (AS 46) waren Mk.III mit R-985-AN6-Wasp-Junior-Triebwerken.

Die AS 10 wurde außer von Großbritannien auch bei den Australiern, Franzosen, Kanadiern, Neuseeländern, Rhodesiern, Südafrikanern und den USA eingesetzt.

Nach dem Krieg wurden bis 1948 über 100 noch im Bau befindliche Oxfords als AS 65 Consul für den zivilen Markt fertiggestellt.

ProduktionBearbeiten

Abnahme der Airspeed Oxford durch die RAF:[1]

Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 SUMME
Oxford 5 115 486 1164 2379 2085 1446 744 157 8581

Produzenten der Oxford:[2]

Hersteller Version Lieferungen
Airspeed, Portsmouth Mk. I 3295
Airspeed, Christchurch 300
Standard Motors, Coventry 750
Percival 780
DeHavilland, Hatfield 840
Airspeed, Portsmouth Mk. II 914
Airspeed, Christchurch 250
Percival 575
DeHavilland, Hatfield 675
Airspeed, Portsmouth Mk. V 202
8581

ZwischenfälleBearbeiten

Die berühmte britische Pilotin Amy Johnson starb bei einem Überführungsflug einer Airspeed Oxford Mk. II von Prestwick nach Kidlington bei Oxford in schlechten Wetterbedingungen am 5. Januar 1941.

Erhaltene FlugzeugeBearbeiten

Eine Oxford steht heute im Imperial War Museum in Duxford. Ein weiteres Flugzeug ist im Musée Royal de l’Armée in Brüssel ausgestellt.

Technische DatenBearbeiten

Kenngröße Daten
Besatzung 2–3
Länge 10,83 m
Höhe 4,79 m
Spannweite 12,81 m
Flügelfläche 32,4 m²
Leermasse
max. Startmasse 3450 kg
Antrieb zwei Armstrong-Siddeley Cheetah X mit 260 kW (355 PS)
Höchstgeschwindigkeit 292 km/h
Dienstgipfelhöhe 5830 m
Reichweite 880 km

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Airspeed AS.10 Oxford – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Public Record Office, Kew: PRO/AVIA 10/311; für 1937, 1945 und die Gesamtzahl: Hamlin, John F.: The Oxford, Consul & Envoy File, Turnbridge Wells, 2001, S. 66 ff.
  2. Public Record Office, Kew: PRO/AVIA 10/311; Hamlin, John F.: The Oxford, Consul & Envoy File, Turnbridge Wells, 2001, S. 33 zeigt geringfügig andere Zahlen