Aggravation (von lat. aggravare: schwerer machen, verschlimmern; lat. gravis: schwer) bezeichnet die deutliche Verschlechterung eines Zustandes über die Zeit. Am häufigsten wird der Begriff in der Medizin verwendet, wo Aggravation (wie auch Exazerbation oder Rekrudeszenz) die Verschlimmerung einer Erkrankung oder eines Krankheitssymptoms bezeichnet.

Eine übertriebene Darstellung der Schwere der eigenen Erkrankung oder eines Symptoms durch einen Patienten kann ebenfalls als Aggravation bezeichnet werden,[1] als Gegenteil zur Dissimulation bzw. der Bagatellisierung von Krankheitssymptomen. Davon ist die Simulation abzugrenzen, bei der das Symptom gänzlich vorgegeben wird, während es bei einer Aggravation durchaus existiert, aber entweder bewusst hochgespielt oder vom Patienten als gravierender empfunden wird als es tatsächlich ist. Solange eine Fehldiagnose nicht eindeutig ausgeschlossen werden kann, spricht man auch von Aggravationsverdacht.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Selbstbeobachtung In: Uwe Henrik Peters: Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie. 3. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1984, S. 513.