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US-Bürgerrechtlerin Angela Davis mit Afro-Look 1972; hier an der Seite von Erich Honecker (Foto: Bundesarchiv)
US-Musikerin Lauryn Hill (Fugees) mit Afro-Look 2005

Als Afro-Look (auch Afrolook, kurz Afro) bezeichnet man eine Frisur mit stark gekrausten, nach allen Seiten abstehenden dichten Locken.[1]

GeschichteBearbeiten

Langes, unfrisiertes, wildes und lockiges Haar wurde in den 1960er-Jahren zum Ausdruck der Hippie-Bewegung. Der Trend zu allem Natürlichen steigerte die Popularität des Afro-Looks. Durch den Erfolg des Musicals Hair und die Popularität von Jimi Hendrix sowie durch den Einfluss der Black-Power-Bewegung und der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung auf Afroamerikaner (Civil Rights Movement) war der Afro-Look nicht nur bei diesen beliebt, sondern auch bei manchen Weißen, auch außerhalb der USA.

Eine besondere Rolle spielte der Afro-Look in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, da mit dem Slogan „Black is beautiful“ das spezifisch auf Weiße zugeschnittene Schönheitsideal unterlaufen und so „queer hair“ oder „nappy hair“ zum ersten Mal in den USA auf breiter Basis sichtbar und mit Stolz getragen wurde. Auch die Dauerwelle für den Mann wurde damals gesellschaftsfähig.

Die Popularität des Afro-Looks spiegelte sich auch in der zeitgenössischen Kunst der 1970er-Jahre wieder. Ein prominentes Beispiel dafür ist die grafische Gestaltung mehrerer Album-Covers des US-amerikanischen Jazz-Trompeters und -Komponisten Miles Davis aus dieser Zeit, namentlich dessen Alben On the Corner (1972),[2] In Concert: Live at Philharmonic Hall (1973)[3] sowie Big Fun (1974).[4] Die im Cartoon-Stil gestalteten Illustrationen auf den Hüllen der genannten Alben werden von Figuren bevölkert, von denen sehr viele einen Afro tragen, darunter karikaturhafte Darstellungen des Musikers. Ein weiteres Beispiel ist das Cover des Albums Maggot Brain (1971) der populären US-Funk-Band Funkadelic. Auch die darauf abgebildete Person trägt einen Afro.[5]

FrisurBearbeiten

Menschen mit glattem Haar modellieren ihr Haar im Afro-Look mit Papilloten (mit oder ohne Haarnadeln) bzw. drehen die einzelnen Strähnen vor dem Wickeln mit den Fingern zu Kordeln auf. Dabei werden die Haare geföhnt und anschließend mit Haarspray fixiert oder gegelt, um die „Afro-Krausen“ zu festigen.

AdaptionenBearbeiten

  • In Deutschland wurde eine Art Afro-Look in den 1970er-Jahren durch den Fußballspieler Paul Breitner und durch Bobby Farrell, exzentrischer Tänzer der Disco-Gruppe Boney M, allgemein vorgelebt.
  • Die ab 1987 von der Initiative Schwarze Deutsche herausgegebene Zeitschrift Onkel Toms Faust wurde nach Protesten bezüglich des Namens ab der zweiten Ausgabe in afro look umbenannt.[6]
  • In den 1990er-Jahren nannte sich ein afroamerikanisches Hip-Hop-Projekt The Afros. Die Mitglieder trugen in der Mehrzahl Afro-Look und thematisierten dies auch in ihrem Rap (“Why do I wear my ‘Fro”).[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Afrolook auf wissen.de (abgerufen am 20. Dezember 2018)
  2. Miles-Davis-Album On the Corner auf allmusic.com, mit Abbildung (abgerufen am 22. Dezember 2018)
  3. Miles-Davis-Album In Concert auf allmusic.com, mit Abbildung (abgerufen am 22 Dezember 2018)
  4. Miles-Davis-Album Big Fun auf allmusic.com, mit Abbildung (abgerufen am 22 Dezember 2018)
  5. Funkadelic-Album Maggot Brain auf allmusic.com, mit Abbildung (abgerufen am 22. Dezember 2018)
  6. Jeannine Kantara: Die Geschichte der „afro look“. Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung über die Zeitschrift auf bpb.de (abgerufen am 20. Dezember 2018)
  7. Kickin’ Afrolistics – Afros. Musik-Kritik auf allmusic.com, mit Abbildung des Album-Covers (abgerufen am 20. Dezember 2018)