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AdBlue ist eine weltweit eingetragene Marke des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA).[2] Sie kann von Unternehmen lizenziert werden, die sie für Produkte und Dienstleistungen in Bezug auf Abgasnachbehandlung bei Dieselmotoren mittels selektiver katalytischer Reduktion (SCR) ergänzend nutzen möchten.[3] Die Abgasnachbehandlung in dieser Form ermöglicht dabei eine Reduktion der ausgestoßenen Stickoxide (NOx) um bis zu 90 Prozent.[4] Die hierfür u. a. notwendige wässrige Harnstofflösung ist in ISO 22241[5] als AUS 32 genormt.

AdBlue
AdBlueLogo.jpg
Besitzer/Verwender

199 Lizenznehmer (Stand November 2019)[1]

Inhaber

Verband der Automobilindustrie (VDA)

Einführungsjahr 2009
Produkte Abgasnachbehandlung
Märkte Weltweit
Website VDA (deutsch)
Ein Pkw-Hersteller nutzt die Marke an einem Tankeinfüllstutzen.
Lizenzfreies Produkt Diesel exhaust fluid (DEF) aus dem nordamerikanischen Markt

Zur technischen Wirkungsweise der Abgasnachbehandlung siehe SCR bei Dieselmotoren

LizenzbedingungenBearbeiten

Die eigenen Vergaberichtlinien werden vom Markeninhaber selber wie folgt beschrieben:

„AdBlue® ist eine eingetragene Marke des VDA (Verband der Automobilindustrie) und wird in Lizenz vor allem von Fahrzeugherstellern, Zulieferern und Unternehmen der chemischen Industrie sowie der Mineralölwirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Marke AdBlue® ist u. a. anwendbar auf Kraftfahrzeuge, Kfz-Teile, in Bedienungsanleitungen von Kfz und für den Harnstoff AUS 32.“

Verband der Automobilindustrie: [3]

Die aktuellen Lizenzbedingungen können beim Inhaber angefragt werden.[3] Zur Einführung 2009 wurden die Lizenz- und Zertifizierungskosten exemplarisch für einen Hersteller der Harnstofflösung genannt.[6]

Die der Marke zugrunde liegende ISO-Norm standardisiert und benennt die wässrige Lösung dabei international mit AUS 32 für aqueous urea solution. Die Norm beschreibt weiterhin notwendige Test- und Qualitätssicherungsverfahren, sowie Lager- und Logistikanforderungen. Der Verband lizenziert die Marke nur in Verbindung mit umfangreichen Auditierungsmaßnahmen, die vom jeweiligen Lizenznehmer zu tragen sind.[7]

LizenznehmerBearbeiten

Die Marke wird weltweit von vielen Industriebetrieben lizenziert, die sie für Benennung und Qualifizierung der Harnstofflösung nutzen. Die Anzahl an Lizenznehmern wuchs von 124 im Oktober 2014[8] auf 177 im Mai 2018.[1]

SpezifikationenBearbeiten

AdBlue besteht aus einem Gemisch von demineralisiertem Wasser und ca. 32 % Harnstoff.
Die Flüssigkeit besitzt folgende physikalische Eigenschaften:

Eigenschaft Wert Einheit
Harnstoffgehalt 31,8–33,2 Gew.-%
Kristallisationsbeginn −11,5 °C
Brechungsindex 1,3817–1,3843
Wärmeleitfähigkeit 0,57 W/(m·K)
Spezifische Wärmekapazität 3,51 J/(g·K)
Schmelzenthalpie 270 J/g
Dichte bei 20 °C 1,087–1,093 g/cm³
Dynamische Viskosität 1,4 mPa·s

HerstellungsprozessBearbeiten

Harnstoff (CH4N2O) wird in der chemischen Industrie großtechnisch aus Ammoniak (NH3) und Kohlendioxid (CO2) hergestellt. Ammoniak wird dazu mit Strom (85 bis 160 kWh pro t) aus Stickstoff (N2) und Wasserstoff (H2) mittels Methan (CH4) hergestellt.[9][10]

VerbrauchBearbeiten

Abhängig von der NOx-Konzentration und dem Motorzustand wird Adblue zur Reduktion zu Stickstoff, Kohlendioxid und Wasser eingebracht. Der Verbrauch an AdBlue liegt bei etwa 4 % bis 6 % des Kraftstoffverbrauchs[11] oder bei PKWs bis zu 8,5 Liter pro 1000 Kilometer.[12] Dieser Verbrauch weicht unter den verschiedenen PKWs deutlich ab.[13] In einem Kartell hatten sich Volkswagen, Daimler und BMW über die Größe der Tanks für die Harnstofflösung verständigt, womit die Abgasreinigung nur kompromittiert möglich war.[14] Diese lag zunächst bei 8 bis 25 Litern. Dies betrifft auch Fahrzeuge ohne Tankstutzen für Harnstofflösung Adblue, die im Zuge der Inspektion nachgefüllt werden. Daimler und VW hatten sich selbst angezeigt und hofften auf die Kronzeugenregelung.[15][16]

EinzelnachweiseBearbeiten